Ideologien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts
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Marxismus
Karl Marx und Friedrich Engels prangerten die Ausbeutung der arbeitenden Klassen an und waren gegen den Kapitalismus. Es ging um eine Diktatur des Proletariats, die das Privateigentum, Klassen und den Staat beenden sollte, um den Kommunismus zu erreichen. Marxisten schlugen die Schaffung sozialistischer Arbeiterparteien vor. Ihr Ziel war die proletarische Revolution. Sie wollten die Wahlen fördern und den Eintritt in die nationalen Parlamente erreichen.
Anarchismus
Bakunin war ein anarchistischer Denker. Die Grundprinzipien waren: "Freiheit des Einzelnen, kollektives Eigentum". Es gab eine Ablehnung jeglicher Autorität und das Ziel war die Schaffung einer kollektiven und egalitären Gesellschaft. Einige befürworteten politischen Widerstand, Angriffe auf die Bourgeoisie, den Staat, die Kirche und die Armee; andere setzten auf revolutionäre Gewerkschaften.
Internationalität
Marxisten und Anarchisten befürworteten die Notwendigkeit, die arbeitenden Klassen zu vereinen, um gegen den Kapitalismus zu kämpfen. Es gab eine wachsende Initiative durch die Internationale Arbeiterassoziation, die von marxistischen Arbeitern und Gewerkschaftern gebildet wurde. Jedoch wurden diese durch ideologische Unterschiede zwischen Marxisten und Anarchisten zerstört. In Paris bildeten einige Gewerkschafter allein die Zweite Internationale (gewerkschaftliche Organisation). Das Ziel war die Koordination der Programme der verschiedenen sozialistischen Parteien. Es wurden einige deutliche Symbole der Arbeiterbewegung geschaffen, wie der Tag der Arbeit.
Imperialismus
Die Zweite Industrielle Revolution transformierte die Wirtschaft der europäischen Großmächte und baute deren Wirtschaft auf. Europa erlangte die Weltherrschaft. Es wurden modernste Kolonialreiche in Afrika und Asien errichtet, wobei die Ressourcen der Länder ausgebeutet und deren politische Macht übernommen wurde.
Ursachen des Kolonialismus:
- Wirtschaftliche Sicht: Die europäischen Staaten suchten nach neuen Märkten, um ihre Lagerbestände loszuwerden, Rohstoffe billig einzukaufen und ihre Überschüsse anderswo zu investieren.
- Demografische Sicht: Das Wachstum in Europa führte zu einem Bevölkerungsüberschuss, was zu Arbeitslosigkeit und hoher sozialer Spannung führte. Dank der Kolonialpolitik konnten Menschen in andere Kolonien auswandern.
- Politische Sicht: Die Großmächte gerieten in einen politischen und militärischen Wettbewerb, um die wichtigsten Punkte zur Verbesserung ihrer Wirtschaft zu kontrollieren.
- Ideologische Sicht: Ein konservativer Nationalismus besagte, dass die Weißen intelligenter seien und ihre Gesetze über die Kolonien verhängen könnten. Einige sozialistische Intellektuelle stellten sich gegen den Kolonialismus.
Liberalismus und Kapitalismus
Adam Smith legte die Grundsätze des Liberalismus fest:
- Das Eigeninteresse des Menschen und der größtmögliche Nutzen treiben die Wirtschaft an.
- Preise werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt.
- Der Staat sollte sich nicht in die Wirtschaft einmischen.
Industrieller Kapitalismus = System, bei dem die Produktionsmittel im Privatbesitz einiger weniger sind. Dies führte zu einer Krise, da es mehr Angebot als Nachfrage gab.