IKT‑Netzwerk: Struktur, Phasen, Kabelmodelle und Planung

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1. Struktur eines IKT‑Netzwerks in Phasen

Die Abschnitte, die die Kommunikationsinfrastruktur definieren, sind im Allgemeinen:

1-Line Power: Hierbei handelt es sich um die von außen ins Gebäude eintretenden Leitungen. Diese Leitungen führen zu den Hauptverteilern (z. B. RITI bzw. RITS auf Campus/Installationsstandorten). Dienste, die über diesen Bereich zugänglich sind, umfassen herkömmliche Telefonie, digitalisierte Sprachdienste und Kabeldienste. Falls der Zugang per Funk erfolgt, sind dafür gesonderte Aufstellflächen auf dem Gebäudedach (RITS) vorzusehen.

2-Vertriebsnetz: Das Vertriebsnetz umfasst Mehrpaar-Kabel, Rohrleitungen und Nebenschächte, die die Verbindung zwischen dem Hauptverteiler und den Verteilungspunkten zu den Abonnenten herstellen. Für diesen Abschnitt liegt die Verantwortung häufig beim Eigentümer der Immobilie; im Falle von Kabelkommunikation kann der Dienst allerdings vom Betreiber erbracht werden.

4-Rot zu zerstreuen: (Anmerkung: Bezeichnung aus der Vorlage übernommen) Dieser Teil des Netzes umfasst die inneren Gebäudezuleitungen, also die einzelnen Adernpaare und weitere Komponenten, die das Vertriebsnetz mit jedem Teilnehmer oder registrierten Nutzer verbinden.

5-User‑Routen (Innen): Dieser Netzabschnitt besteht aus Kabeln und anderen Elementen, die für die Kommunikation vom Netzabschluss bis zum Nutzerendpunkt erforderlich sind. Er reicht vom Punkt des Nutzerzugangs (PAU) zu Anschlussfeldern, die auch als Basis-Zugangsterminal (BAT) bezeichnet werden können.

2. Funktionen der Hauptregister (Verteiler)

Die Hauptregister (Register/Verteiler) dienen der Sicherheit und der Zugänglichkeit. Sie werden in einem speziell dafür vorgesehenen Raum installiert (z. B. RITI oder RITS). Die Abmessungen richten sich nach Kapazität und Einsatzzweck.

Beispiele für Abmessungen (in mm) nach Kapazität:

  • Größere Installationen (z. B. ca. 100 TB und ISDN-Anschlüsse): ca. 540 × 300 × 750 mm
  • Für TLCA (Fernmeldekabel) bzw. kleinere Anforderungen: z. B. 310 × 210 × 160 mm (für bis zu drei Abgänge / 24 Benutzer)

Die Anordnung der Klemmen für den Eintrag der Außenleitungen muss übereinstimmen. Die Gesamtanzahl der Adernpaare sollte etwa das 1,5‑fache der Paare der Abgangsstreifen des Vertriebsnetzes betragen, die im Register verbleiben. Die Verbindung zwischen den beiden Streifen erfolgt mittels Jumper-Verbindungen (Jumper-by-wire).

3. Netzmerkmale für ein Einfamilienhaus

Bei Einfamilienhäusern erfolgt die Zuführung häufig über unterirdische Kanäle (z. B. 8 Rohre Ø 63 mm aus Hart-PVC) bis zum Telekommunikations-Aufstellungsort (RITU), wo die Leitungen enden. Das Vertriebsnetz wird ähnlich wie in Mehrgeschossbauten ausgeführt, mit Besonderheiten in der vertikalen bzw. horizontalen Führung:

  • Vertikale Hauptführung, dann horizontale Verteilung innerhalb der Wohneinheit.
  • Maximale Kapazität der Verteilungskabel typischerweise ca. 25 Paare; in Fällen mit unterirdischer Hauptleitung gelten besondere Ausführungen.
  • Verteilungspunkte können zwischen zwei nebeneinanderliegenden Häusern geteilt werden, sodass beide von einem Verteilungspunkt versorgt werden.
  • Wenn die Anzahl der Paare des Vertriebsnetzes ≤ 30 ist, wird in der Regel ein einziger Verteilungspunkt am jeweiligen RITU installiert. Dieser erlaubt die Abwurfkabel (mindestens zwei Paare) zum Nutzer.

6. Allgemein verwendete Verbindungssysteme in IKT

Typische Systeme sind Multipoint‑Haupt‑ und untergeordnete Anschlussfelder. Die Anschlusseinheiten bestehen aus einem Isolierblock mit variabler Anzahl von Kontaktpunkten. Jede Anschlussseite dient zum Anschließen der externen Kabeladern; die andere Seite ermöglicht die Verbindung zu internen Leitungen oder die Paarkennzeichnung.

Wesentliche Merkmale:

  • Die Dimensionierung richtet sich nach der Anlagenkapazität; bei großen Systemen werden Gruppen von 100 Paaren nummeriert.
  • In kleineren Installationen (< 100 Paare) kann eine fortlaufende Nummerierung verwendet werden.
  • Das Anschluss-System kann mit Isolierstreifen arbeiten; die Verbindung erfolgt mit speziellem Werkzeug am Point of Interconnection (PoI) oder direkt am Verteilungspunkt.
  • Im Hauptregister (PoI) ist die Kapazität der einzelnen Streifen z. B. 10 Paare; in Verteilungspunkten (Child‑Register) sind es häufig 5 oder 10 Paare. Fallen beide Punkte zusammen, können Streifenkapazitäten von 5 oder 10 Paaren verwendet werden.
  • Multipoint‑Verbindungen und Verteilungen sollten Messpunkte auf beiden Seiten besitzen, damit Tests ohne Demontage von Anschlüssen möglich sind.

4. Stufen der Pipeline und Beschreibung

U‑Rohr außen: Teil des Zugangsdeckels, kann z. B. acht perforierte Rohre Ø 63 mm enthalten. Die Einbautiefe sollte mindestens 730 mm betragen. Alternativ können zwei Rohre Ø 110 mm verwendet werden, wenn dies vom Betreiber vorgesehen ist.

Verbindungsrohre (Eingang): Für den Gebäudezugang können Hart‑PVC‑Rohre oder verzinkte Stahlrohre verwendet werden. Anzahl und Durchmesser richten sich nach dem äußeren Rohr. Befestigung mit Klammern im Abstand von ca. 1 m oder Halbschalen alle 30 cm. Der Verlauf sollte möglichst gerade sein; Kurven benötigen einen minimalen Innenradius von 35 cm. Bei oberem Eintrag sind Schutzrohre aus PVC oder Stahl als Abdeckung vorzusehen.

Hauptkanal: Der Hauptkanal enthält die Rohrleitungen, in denen die Kabel vom Auftraggeber bis zum letzten Register geführt werden. Die Anzahl der Leitungen (Rohre/Kanäle) richtet sich nach den notwendigen Verteilungspunkten bzw. der Anzahl der Mehrpaar‑Kabel; zuzüglich sind üblicherweise zwei Reservekanäle für TB und ISDN vorzusehen. Als Material werden glatte PVC‑Rohre oder Stahl eingesetzt. In großen Gebäuden (z. B. mit mehr als 200 Wohneinheiten) sind zusätzliche vertikale Leitungen und Kapazitäten erforderlich.

Sekundäre Pipeline: Häufig bestehen diese aus zwei glatten PVC‑Rohren, die den Zugang zu Wohnungen, Büros oder Lokalen ermöglichen. Die maximale Anzahl der Kabel pro Rohr beträgt in der Regel 10 Kabel bzw. 10 Teilnehmerpaare.

Interne Nutzerverkabelung: Die interne Verteilung beim Nutzer hängt von der Art der Installation ab (Rohrverkabelung, PVC‑Kabelkanäle, Kabeltrassen/Tray, abgehängte Decke oder Doppelboden in Büroetagen).

5. Kabelmodelle im IKT‑Einsatz

Twisted-Pair‑Kabel: Leiter aus elektrolytischem Kupfer mit einem Durchmesser von mindestens ca. 0,5 mm, isoliert mit einer Kunststoffschicht (z. B. Polyethylen). Für Mehrpaar‑Kabel im Verteilnetz wird eine metallische Abschirmung/Aluminiumfolie (Tape) und eine durchgehende Kunststoffaußenmantelschicht mit flammhemmenden Eigenschaften (z. B. CCB/DCI) verwendet.

Für Einfamilienhäuser, wo das Vertriebsnetz als Außenleitung ausgeführt ist, besteht die Außenmantelung häufig aus einem Aluminium‑Ethylencopolymer‑Streifen plus einer durchgehenden Polyethylen‑Extrusion, um eine vollständig wasserdichte Verbindung zu gewährleisten.

Für die Abzweigung zum Nutzer innerhalb eines Gebäudes werden Kabel mit ein oder zwei Paaren genutzt; die Außenhülle sollte flammhemmend sein. In verstreuten Außenbereichen kann die Außenmantelung zusätzlich eine Stahlgitterlagen‑Einlage zwischen zwei Kunststoffschichten enthalten, um mechanische Stabilität zu bieten.

7. Schritte zur Entwicklung, Auslegung und Dimensionierung

1) Erforderliche Informationen

Für ein technisches IKT‑Projekt sind folgende Informationen zu berücksichtigen:

  • a) Bauprojekt: Höhenangaben, Grundrisspläne und Konfiguration (z. B. Anzahl der Geschosse, Anzahl der Wohneinheiten pro Etage).
  • b) Bedarfsprognosen: Langfristige Nachfrageprognose für interne Netzwerke und Telefonie; Ermittlung der benötigten Anschlussanzahl pro Nutzer.

2) Mindestanforderungen und Dimensionierung

Festlegung der Mindestkapazitäten für Netz, Vertriebsnetz, Verteilung und Nutzerverkabelung anhand der prognostizierten Bedarfe. Dazu gehören Rohr- und Kabeldimensionierung, Anzahl der Verteilungspunkte, Reservekanäle und physische Platzanforderungen für Register/Schaltschränke.

9. Merkmale eines technischen Projekts und Verfahrensablauf

Ein Innen‑Netzwerkprojekt sollte eine Reihe professioneller Dokumente enthalten, die von einer zuständigen Fachperson unterschrieben sind. Diese Unterlagen sind in zweifacher Ausfertigung bei der zuständigen Stelle einzureichen, um die Einhaltung der Anforderungen zu überprüfen.

Übliche Vorgaben:

  • Eine Kopie des Projekts ist zusätzlich auf CD‑ROM oder als PDF vorzulegen (zur Vorlage bei der Provincial Telecommunications Inspectorate) für die Überprüfung der Installation durch die zuständige Behörde.
  • Bei Neubauten ist eine Kopie des technischen Projekts mitsamt Visa zusammen mit den Bauunterlagen vorzulegen, um die erforderlichen Baugenehmigungen zu erhalten.
  • Ein weiteres Exemplar der genehmigten Projektunterlagen ist dem Eigentümer oder der Eigentümergemeinschaft zu übergeben.

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