Illias Präsidentschaft und die Argentinische Revolution
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**Arturo Illias Präsidentschaft (1963-1966)**
Am 12. Oktober 1963 übernahm Arturo H. Illia zusammen mit Carlos H. Perette das Amt des Präsidenten. In seiner Antrittsrede identifizierte Illia einige wichtige Aspekte seiner Agenda:
- Unabhängigkeit der Justiz
- Achtung der Autonomie der Provinzen
- Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
- Volle Nutzung aller Produktionsfaktoren
- Verteidigung des Wertes der Währung
- Annullierung der Ölverträge mit ausländischen Firmen
- Verbesserung des technologischen Niveaus in der Landwirtschaft
- Änderung des Landbesitzes
- Erleichterung des Zugangs zu Eigentum für die Produzenten durch Kredite
- Ausgewogenere industrielle Entwicklung
- Erschließung neuer Märkte ohne ideologische Ausgrenzung
- Stärkung der Gewerkschaften, aber ohne politische Instrumentalisierung
- Verbesserung des Zugangs zu Bildung und Kultur
- Bekräftigung der radikalen amerikanischen Politik
- Integration des Landes
- Anspruch auf die Falklandinseln und die argentinische Antarktis
- Aufruf an die Streitkräfte zur Wiedereingliederung in den demokratischen Prozess
Frühe Maßnahmen und Herausforderungen
Eine der ersten Maßnahmen der Regierung war die Annullierung der Ölverträge, die während der Regierung von Arturo Frondizi unterzeichnet worden waren. Diese Entscheidung, die Teil des Wahlprogramms war, führte zu ernsthaften Versorgungsproblemen. Es war notwendig, Treibstoff zu importieren, und das Land erlitt einen erheblichen Verlust an Devisen durch die Entschädigungszahlungen.
Am 15. Januar 1964 verabschiedete das Parlament das Arzneimittelgesetz, das Medikamente als soziale Güter im Dienste der öffentlichen Gesundheit definierte.
Im März 1964 wurde das neue Statut der politischen Parteien veröffentlicht, das die Integration des Peronismus in das zivile Leben ermöglichte.
Der "Plan de Lucha" der CGT
Das während der Illia-Regierung verabschiedete Gewerkschaftsgesetz zielte darauf ab, die Gewerkschaften zu zerschlagen. Dies führte jedoch zu einer Reaktion der betroffenen Sektoren.
Die Gewerkschaft CGT forderte:
- Revision der Löhne
- Höchstpreise für Produkte des Warenkorbs
- Kostenkontrolle und Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den Unternehmen
- Vollbeschäftigung
- Wiedereinstellung der aus gewerkschaftlichen Gründen Entlassenen
- Aktualisierung der Renten
- Verteidigung des Agrarsektors
- Priorisierung der öffentlichen Bildung
- Wohnungsbauplan
Am 16. Januar 1964 gab die CGT ihren "Plan de Lucha" (Kampfplan) bekannt, da ihre Forderungen nicht erfüllt wurden. Der "Plan de Lucha" war eine neue Form des Protests der Gewerkschaften und der CGT gegen Illia. Infolgedessen wurden über 10.000 Unternehmen friedlich besetzt. Illias Regierung gewährte daraufhin einige Zugeständnisse.
Die Argentinische Revolution (1966)
Am 27. Juni 1966 kontaktierte der Oberbefehlshaber, General Pistarini, General Onganía und Alsogaray, um zu verkünden, dass es Zeit für einen Putsch sei. In dieser Nacht wurden mehrere wichtige Ziele unter militärische Kontrolle gebracht: das Postgebäude, das Telefon, Radio- und Fernsehkanäle. Präsident Illia trat zurück, und Onganía übernahm das Kommando.
Die Kommandeure setzten die politischen und militärischen Behörden der Republik ab, ebenso wie alle Mitglieder des Obersten Gerichtshofs und des Generalstaatsanwalts auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene.
Die politischen Parteien wurden aufgelöst und das Statut der Argentinischen Revolution trat in Kraft.