Immanuel Kant und die Aufklärung: Historischer und soziokultureller Kontext
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Historischer Hintergrund
Immanuel Kant wurde 1724 geboren und starb 1804. Das achtzehnte Jahrhundert begann mit einer Reihe internationaler Konflikte. Die spanische Krone verlor an Einfluss, was zu Konflikten führte. Nach dreizehn Jahren der Feindseligkeiten siegte 1740 die Waage im Österreichischen Erbfolgekrieg. Großbritannien und Frankreich waren die Protagonisten dieses Konflikts, da beide Mächte versuchten, ihre wirtschaftlichen Gebiete zu erweitern und eine stärkere Hegemonie zu erlangen. Dieser Konflikt führte zu zwei wichtigen Ereignissen: der Unabhängigkeit der nordamerikanischen Kolonien und der Amerikanischen Revolution. Diese Entwicklungen stellten eine radikale Veränderung in Europa dar, die Gesellschaft, Institutionen und die Regierungsform verändern sollte. Die Vorperiode wird insgesamt als das Ancien Régime bezeichnet.
Der neue Ansatz, der das Leben in allen menschlichen Aspekten prägte, war der technische Fortschritt der Aufklärung, der von blindem Glauben an die Vernunft, kritischem Denken und dem Glauben an unbegrenzten wissenschaftlichen Fortschritt geprägt war. Preußen wollte eine gesellschaftliche Ordnung verteidigen. Zur Zeit der Aufklärung war Friedrich II. von der Figur des aufgeklärten Monarchen geprägt, der als Mäzen der Künste und Wissenschaften fungierte und die Schulbildung förderte.
Soziokultureller Kontext
Für die Gesellschaft war die Zunahme der europäischen Bevölkerung das Highlight dieses Zeitraums. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde dieser positive Effekt durch die industrielle Revolution begünstigt, welche die Landwirtschaft durch neue Arbeitssysteme, die Einführung neuer Nutzpflanzen sowie Verbesserungen bei Lagerungs- und Erhaltungssystemen förderte. Dies trug dazu bei, die Ernährung der Bevölkerung zu verbessern. Ein weiterer Faktor, der die Bevölkerungszunahme begünstigte, war der Rückgang und die Verbesserung der Hygiene bei Kriegen, obwohl dies bei der armen Bevölkerung, die noch in Armut lebte, nicht sehr verbreitet war.
Die Gesellschaft war geschichtet. Hierarchie und Privilegien wurden von Geburt an vererbt. Die privilegierten Klassen waren der Adel und der Klerus, während die Bourgeoisie und die Bauernschaft die dritte Schicht bildeten. Diese sozialen Unterschiede waren der Auslöser für die revolutionären Ideen, die von Optimismus über Freiheit und Gleichheit erfüllt waren. Die Denker glaubten an den historischen Fortschritt und den Menschen als rationales Wesen. Das Ziel bestand darin, eine Atmosphäre des freien Denkens, der sozialen Gerechtigkeit und der moralischen Gleichheit für die Mehrheit zu schaffen, in der der Mensch sein volles Potenzial entfalten konnte.
Philosophischer Kontext
Kants Denken in seiner Jugend war stark vom Pietismus geprägt (eine lutherische Religionsrichtung, beeinflusst vom englischen Puritanismus, die den christlichen Glauben als aktive Beziehung zu Gott und nicht nur als eine Reihe von Regeln verstand). Der Pietismus wurde Kant von seiner Mutter eingeflößt und war in der deutschen Gesellschaft sehr präsent.
Im Jahr 1740 trat er als Theologiestudent in die Universität Königsberg ein und wurde Schüler von Martin Knutzen. Dieser führte ihn in die rationalistische Philosophie von Leibniz und Wolff ein und weckte sein Interesse an den Naturwissenschaften (damals Physik genannt), insbesondere an der Mechanik Newtons.
Die Aufklärung als Reihe ethischer und sozialphilosophischer Werte war in ganz Europa nicht einheitlich verwurzelt. Was jedoch sicher ist, ist der Beginn des Zusammenbruchs traditioneller metaphysischer Ansätze, besonders in Bezug auf Ethik und Politik. Unter diesen Umständen entwickelte sich die Kantische Philosophie.