Immanuel Kant: Erkenntnistheorie, Ethik und Aufklärung
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Immanuel Kants Transzendentalphilosophie
In der transzendentalen Ästhetik entdecken wir, wie wir wissen: Das Phänomen wird von unseren Sinnen durch die A-priori-Formen Raum und Zeit erfasst.
In der transzendentalen Analytik wird dargelegt, dass das durch die Sinne in Raum und Zeit Wahrgenommene verarbeitet wird, um empirische Begriffe durch die Kategorien umzusetzen – dies sind reine A-priori-Konzepte unseres Verstandes.
Die transzendentale Dialektik lässt uns entdecken, dass das Noumenon (das Ding an sich) nicht erkennbar ist. Zudem wird aufgezeigt, dass die Metaphysik, die nach diesem Wissen strebt, selbst keine Wissenschaft darstellt.
Kritik der praktischen Vernunft und Ethik
Kant beantwortet die zweite und dritte grundlegende Frage in der Kritik der praktischen Vernunft. Er legt dar, dass das moralische Gesetz der kategorische Imperativ ist, der keinem äußeren Zweck dient. Es geht darum, die Pflicht um der Pflicht willen zu erfüllen, im Gegensatz zum hypothetischen Imperativ, der ein bestimmtes Ziel unseres Handelns verfolgt.
Kants Ethik des kategorischen Imperativs ist formal und setzt die Freiheit, die Unsterblichkeit und Gott als Postulate voraus, da die Moral ohne diese Voraussetzungen unmöglich wäre.
Historischer, kultureller und philosophischer Kontext
Kant wurde im 18. Jahrhundert geboren, einer Zeit, die vom preußischen König Friedrich dem Großen und der Aufklärung regiert wurde. Der historische Kontext umfasst auch die Französische Revolution, die er positiv bewertete. Seine Familie entstammte der Mittelklasse und folgte einer pietistischen religiösen Tradition.
Die Ära der Aufklärung
Sein kultureller Kontext war die Aufklärung, eine Bewegung, die durch den Glauben des Menschen an die Vernunft geprägt war. Die wichtigsten Merkmale sind:
- Die Wahrnehmung des Menschen als vernünftiges Wesen
- Das Primat der Vernunft und die Freiheit des Denkens
- Wissenschaftlicher Fortschritt und Deismus
- Toleranz und eine neue Konzeption der Macht
Die charakteristischsten Vertreter dieser Ära waren Montesquieu, Rousseau und Kant. Kant schrieb selbst über die Aufklärung und förderte diesen kulturellen Wandel aktiv.
Philosophische Einflüsse
In seinem philosophischen Kontext finden sich verschiedene Strömungen und Autoren: Die Aufklärung mit vollem Vertrauen in die Vernunft, rationalistische Philosophen wie Wolff, die Philosophie von Rousseau, welche die Macht der Vernunft teils bezweifelte, sowie Hume, durch dessen Ansätze Kant zu neuen Erkenntnissen über die wahre Natur des Wissens gelangte.