Immanuel Kant: Ethik, Kategorischer Imperativ & Autonomie

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Immanuel Kant (1724–1804): Leben und Routine

Immanuel Kant (1724–1804) war ein Mann der Sitten und folgte einer sehr präzisen Routine. Die Menschen in der Stadt stellten ihre Uhren nach seinem Nachmittagsspaziergang: Jeden Tag ging er zur selben Zeit am selben Ort entlang. Er führte ein seltsames, aber sehr interessantes Leben. Er heiratete nie, war nie krank und verließ seine Heimatstadt in Ostpreußen nicht. Dennoch war Immanuel Kant ein großer Denker. Er starb im Alter von 80 Jahren.

Kants Ethik: Die Kritik der praktischen Vernunft

Die Kritik der praktischen Vernunft lässt sich in drei Bereiche unterteilen:

Einflüsse und Anekdoten

Kant erklärte, dass er erst spät zweimal aus seiner Routine ausbrach: einmal am Tag des Ausbruchs der Französischen Revolution (1789) und einmal, als er von einer Lektüre (den Werken von Rousseau) fasziniert war.

Die ethische Revolution: Die Bedeutung der Absicht

Ähnlich wie Rousseau vollzog Kant eine ethische Revolution, basierend auf der Überzeugung: Im Leben gibt es nichts an sich Gutes oder Schlechtes. Entscheidend ist vielmehr, die Absicht zu berücksichtigen. Nach Kant ist jede Handlung an sich neutral, weder gut noch schlecht. Aus diesem Grund müssen zwei Aspekte einer Handlung betrachtet werden:

  1. Der materielle Aspekt: Die Handlung selbst.
  2. Der formale Aspekt: Die innere Einstellung (die Absicht).

Diese Unterscheidung ist notwendig, da sie die Grundlage für die moralische Freiheit bildet.

Kritik traditioneller und heteronomer Ethik

Kant unterzieht alle traditionellen ethischen Ansprüche einer Überprüfung und erklärt sie für falsch, da sie aus bestimmten Gründen inakzeptabel sind. Die falschen, materialen Ethiken sind heteronom (sie haben empirischen Gehalt und stammen von einer externen Instanz; der Mensch ist nicht frei). Diese Ethiken sind interessengeleitet, da sie Belohnungen oder Strafen versprechen.

Nach Kant sind dies falsche ethische Formulierungen, die als hypothetische Imperative bezeichnet werden und die Form einer Bedingung haben (z. B. „Wenn du gut bist, dann wirst du glücklich sein“).

Kants formale Ethik: Autonomie und Pflicht

Nach Kant sind nur die formalen Ethiken real, da sie die Absicht berücksichtigen und auf Autonomie (der freien Wahl) basieren.

Der Kategorische Imperativ

Diese Formulierungen werden als Kategorische Imperative ausgedrückt. Kant nennt zwei Hauptformeln:

  1. Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
  2. Behandle alle Menschen nicht bloß als Mittel, sondern jederzeit zugleich als Zweck an sich selbst.

Man muss uneigennützig handeln, und die einzige Motivation sollte die Pflicht zur Achtung und Liebe sein. Daher gibt es einen Unterschied zwischen legalem Handeln (rechtlich) und moralischem Handeln (ethisch). Kant ist somit ein Revolutionär der Ethik.

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