Immanuel Kant: Historischer und Philosophischer Kontext
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Immanuel Kant (1724–1804): Historischer Kontext
1. Leben und Zeit (18. Jahrhundert, Preußen)
2. Konflikt: Oligarchie vs. Bourgeoisie
- Wer bildete die Oligarchie? Erben des Feudalismus.
- Worauf basierte ihre Macht? Macht, Landbesitz und Armee.
- Wer war das Oberhaupt? Der König.
3. Der Absolutismus im 17. Jahrhundert
Wer besaß die absolute Macht?
Der König besaß die absolute Macht im 17. Jahrhundert.
Wie wurde der Absolutismus politisch gerechtfertigt?
Die politische Theorie des Absolutismus besagte, dass der König von Gott eingesetzt wurde (Gottesgnadentum). Der König war der Stellvertreter Gottes und hatte unbegrenzte Macht, wodurch er nur Gott Rechenschaft schuldete.
4. Der Augsburger Religionsfrieden (1555)
Was beendete dieser Frieden?
Er beendete den Krieg zwischen Protestanten und Katholiken.
Welcher Grundsatz wurde festgelegt?
Es wurde der Grundsatz „Cuius regio, eius religio“ (Wessen Gebiet, dessen Religion) geschaffen. Die Untertanen mussten der Religion ihres jeweiligen Herrschers folgen.
5. Wirtschaftliche Stärke im 17. Jahrhundert
Wer war die treibende Kraft?
Die wesentliche Stärke der Wirtschaft im 17. Jahrhundert war der Mittelstand (Bourgeoisie), der die Herstellung und den Handel kontrollierte.
6. Ursache des Kampfes
Die Bourgeoisie besaß zwar die wirtschaftliche, aber nicht die politische Macht.
7. Politische Systeme in England und Frankreich
Die Revolutionen gegen den Absolutismus in Frankreich und England waren gewalttätig und führten zur Etablierung parlamentarischer Systeme.
8. Preußen und der aufgeklärte Absolutismus
In Preußen und anderen europäischen Ländern war der Kampf zwischen Bourgeoisie und Oligarchie noch nicht so weit fortgeschritten. Man versuchte, die Ideen der Aufklärung zu nutzen, um den alten königlichen Absolutismus zu modernisieren.
9. Der aufgeklärte Despotismus
Ziel und Methode
Das Ziel des aufgeklärten Despotismus war das „Wohl“ und das wirtschaftliche Wohlergehen des Volkes. Dies sollte jedoch nicht durch Demokratie, sondern unter Wahrung des Absolutismus erreicht werden.
Motto
Sein Motto lautete: „Alles für das Volk, aber ohne das Volk.“
10. Wichtigstes Modell des aufgeklärten Absolutismus
Das wichtigste europäische Modell des aufgeklärten Absolutismus war Friedrich II. von Preußen, genannt „der Große“.
Immanuel Kant: Philosophischer Kontext
1. Die Rolle Gottes in Kants Zeit
Im 18. Jahrhundert war Gott ein großes Thema, da die Vorstellung von Gott die absolute Macht des Königs unterstützte.
2. Philosophische Strömungen
Französische Materialisten
Sie sahen den Menschen und das Universum als Materie, die wie Maschinen funktioniert. Daher gab es für sie keinen Gott, keine Seele und keine moralische Freiheit.
Deutsche Rationalisten
Sie glaubten, dass Gott, Unsterblichkeit und Freiheit rational bewiesen werden können, und verteidigten das Christentum.
Deutsche Pietisten
Sie glaubten an Gott, waren aber der Meinung, dass dieser nicht rational bewiesen werden kann. Kant wurde stark von den pietistischen Überzeugungen seiner Mutter beeinflusst.
Englische Empiristen
Sie waren skeptisch. Da Gott, Freiheit und Unsterblichkeit nicht Teil unserer Erfahrung sind, können wir keine gesicherten Kenntnisse über ihre Existenz haben.
3. Die moralischen Postulate
Was sind die moralischen Bedingungen?
Die moralischen Bedingungen (Postulate) sind: Freiheit, Gott und die Unsterblichkeit der Seele.
4. Kants Argument für die Notwendigkeit der Freiheit
Wenn wir nicht die Fähigkeit hätten, uns frei zu entscheiden, wären wir wie Maschinen, die nur Befehle befolgen. Wir könnten dann nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden. Die Moralität setzt daher die Freiheit voraus.
5. Existenz von Freiheit, Unsterblichkeit und Gott
Gott, Freiheit und Unsterblichkeit sind notwendig, um moralisch handeln zu können. Die Rationalisten behaupten, ihre Existenz beweisen zu können, während die Materialisten sie leugnen.
6. Kants Metaphysik (Gott, Seele, Welt)
Die Metaphysik Kants ist die Lehre von Gott, der Seele und der Welt. Diese sind A-priori-Ideen, d. h. Ideen, die vor jeder Erfahrung existieren.
7. Kants Ablehnung des Rationalismus
Rationalisten versuchen, diese A-priori-Ideen in der Welt zu beweisen. Kant lehnt dies ab, weil diese Ideen zwar in unserem Verstand existieren, uns aber die notwendigen empirischen Daten fehlen, um ihre Existenz zu beweisen.
8. Kants Position gegenüber dem Materialismus
Kant kann die Existenz des Geistes nicht beweisen, aber er nimmt an, dass sie möglich ist (im Gegensatz zur materialistischen Leugnung).
9. Übereinstimmung mit dem Pietismus
Kant stimmt mit den Pietisten überein, weil sie Glauben und Wissen trennen. Die Pietisten glauben, dass Gott nicht rational bewiesen werden kann.
10. Was ermöglicht moralisches Handeln?
Moralisches Handeln wird ermöglicht, indem die Metaphysik auf die Moral reduziert wird und dadurch Raum für den Glauben geschaffen wird.
11. Notwendigkeit in Gesellschaft und Politik
In der Gesellschaft, Politik und Praxis sind Moral und Freiheit notwendig, insbesondere die Äußerung der Gedankenfreiheit.
12. Kants Definition der Aufklärung
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit, durch den freien Gebrauch seiner Intelligenz (Vernunft) ohne fremde Leitung.
13. Barrieren der Aufklärung
Die Barrieren der Aufklärung sind Mangel an Willen und Entschlossenheit (Faulheit).
Motto der Aufklärung
Das Motto der Aufklärung lautet: „Sapere aude!“ (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!).
Die Vormünder entscheiden anstelle des Volkes, anstatt es selbst denken und entscheiden zu lassen.
14. Notwendigkeit für die Aufklärung
Notwendig ist nur eines: die Freiheit der Bürger, ihre Vernunft öffentlich zu nutzen. Dies gilt für alle Bereiche: wissenschaftlich, künstlerisch, religiös und politisch.
15. Die zwei Arten des Vernunftgebrauchs
Öffentlicher Gebrauch der Vernunft
Der Mensch nutzt seine Vernunft als Gelehrter oder Experte. In diesem Fall muss die Freiheit absolut sein.
Privater Gebrauch der Vernunft
Der Mensch nutzt seine Vernunft als Amtsträger oder Funktionär. In diesem Fall muss er den geltenden Gesetzen gehorchen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.
16. Kants politische Ideen
- Er war gegen den Grundsatz „Cuius regio, eius religio“ und befürwortete die Religionsfreiheit.
- Er lobte die Aufklärungsarbeit von Friedrich dem Großen.
- Er lehnte die Anwendung von Gewalt in den Revolutionen (Französische Revolution, Unabhängigkeitskrieg der USA) ab.