Immanuel Kants Philosophie: Aufklärung und Ethik
Eingeordnet in Philosophie und Ethik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,64 KB
Die Kantische Idee der Aufklärung
Während Deutschland kulturell weitgehend außerhalb der europäischen Bewegungen stand, lassen sich drei wichtige Momente in der deutschen Aufklärung identifizieren. Zunächst auf das Gebiet der Rechtsphilosophie beschränkt, führte der deutsche Rationalismus dazu, dass einige Philosophen diese Position als zu einfach betrachteten, um das menschliche Phänomen zu erklären. Der Grund ist hierbei nicht primär, sondern aus anderen Dimensionen des menschlichen Lebens abgeleitet.
Kant verbindet Dogmatismus und Skepsis mit Rationalismus und Empirismus. Der Rationalismus liefert die Methode zur Gewährleistung intuitiver Erkenntnis, wobei die Vernunft nach dem intuitiv-deduktiven Modell der Mathematik strukturiert wird. Kant warnt jedoch vor der Gefahr, die Vernunft losgelöst von der Erfahrung zu betrachten. Er erkennt an, dass Humes Empirismus notwendig ist, um den rationalistischen Dogmatismus zu begrenzen. Wissen ist nicht rein deduktiv, sondern basiert auf Induktionsschlüssen.
Die kritische Philosophie
In der kritischen Phase untersucht Kant den Stand der Wissenschaft. Die kritische Philosophie ist die Wissenschaft der reinen Vernunft und gliedert sich in drei zentrale Fragen:
- Was kann ich wissen? (Metaphysik, objektives Wissen – Kritik der reinen Vernunft)
- Was soll ich tun? (Moral, Handeln – Kritik der praktischen Vernunft)
- Was darf ich hoffen? (Religion, Sinn und Zweck des menschlichen Lebens – Kritik der Urteilskraft, Zum ewigen Frieden)
Der moralische Formalismus
Die Frage „Was ist der Mensch?“ führt zum theoretischen Gebrauch der Vernunft, die auf die Erkenntnis von Gegenständen oder Phänomenen ausgerichtet ist. Kants Kritik der reinen Vernunft ermöglicht eine a priori Analyse, um allgemeine und notwendige Gesetze für die Erkenntnis zu formulieren.
Praktischer Gebrauch der Vernunft
Im praktischen Gebrauch muss das moralische Gesetz objektiv, allgemein und notwendig sein. Der menschliche Wille ist autonom, wenn er nach dem sittlichen Gesetz der Vernunft handelt. Kant unterscheidet zwei Arten der Ethik:
- Materiale Ethik (Glücksethik): Sie zielt auf konkrete Ergebnisse ab, ist a posteriori, empirisch, bedingt (hypothetisch) und heteronom (fremdbestimmt).
- Formale Ethik: Sie ist inhaltlich leer, schreibt aber vor, wie wir handeln sollten. Sie ist zwingend, kategorisch und autonom, da das Subjekt sich selbst bestimmt.
Moralisches Handeln und Verantwortung
Kant unterscheidet drei Arten von Handlungen:
- Handlungen gegen die Pflicht.
- Handlungen gemäß der Pflicht (Bereich des Rechts).
- Handlungen aus Pflicht (Bereich der Moral).
Das moralische Subjekt ist frei und handelt aus Respekt vor dem Gesetz. Das Handeln ist Selbstzweck und wird durch den guten Willen motiviert.
Der Kategorische Imperativ
Die formale Ethik wird durch den Kategorischen Imperativ geregelt, der auf folgenden Prinzipien basiert:
- Zuverlässigkeit: Die Erfüllung der Pflicht.
- Notwendigkeit und Allgemeinheit: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
- Respekt vor der Person: Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.