Immunsystem, Pathogene und Infektionskrankheiten

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Grundlagen von Krankheiten und Pathogenen

Definitionen

  • Krankheitszustand: Vorübergehender oder dauerhafter Verlust des normalen Gesundheitszustands.
  • Infektionskrankheit: Erkrankung, verursacht durch Mikroorganismen.

Wichtige Pathogene

  • Bakterien: Einzellige, prokaryotische Organismen, die sich schnell vermehren und Zellen und Gewebe zerstören können.
  • Viren: Nicht lebende Partikel, die sich nicht selbst reproduzieren können. Sie nutzen die Wirtszelle, um sich zu vermehren, was zur Zellschädigung führt.
  • Protozoen: Eukaryotische, meist einzellige Organismen, die verschiedene Krankheiten verursachen können.
  • Pilze (Hongo): Uni- oder multizelluläre Eukaryoten, die Infektionen verursachen, oft bei immungeschwächten Personen.
  • Parasiten: Mehrzellige Organismen, die auf Kosten des Wirts leben und ihn schwächen, aber meist nicht direkt zum Tod führen.
  • Prionen: Proteine mit einer abnormalen Struktur, die die Degeneration von Nervenzellen verursachen.

Das Immunsystem: Abwehrmechanismen

Unspezifische (Angeborene) Abwehr

Diese Mechanismen verhindern das Eindringen von Mikroorganismen:

  • Haut: Wirkt als physische Barriere.
  • Schleimhäute: Produzieren Schleim, der Mikroorganismen umhüllt und abtransportiert.
  • Entzündung: Verhindert die Ausbreitung von Mikroorganismen im inneren Gewebe. Die betroffene Zone wird rot und geschwollen. Kleine Blutgefäße erweitern sich, sodass weiße Blutkörperchen (Leukozyten) austreten und die fremden Erreger bekämpfen können.

Spezifische (Adaptive) Abwehr

Diese Abwehr richtet sich gezielt gegen einen bestimmten Mikroorganismus.

  • Spezialisierte weiße Blutkörperchen identifizieren die Mikroorganismen.
  • Sie produzieren Antikörper oder zerstören die Erreger direkt.

Immunstörungen und Behandlungen

Erkrankungen des Immunsystems

  • Autoimmunerkrankungen: Das Immunsystem erkennt körpereigene Zellen fälschlicherweise als fremd und greift den eigenen Körper an.
    • Beispiele: Multiple Sklerose, Lupus.
  • Allergien: Eine übertriebene Reaktion des Körpers auf normalerweise harmlose Fremdstoffe (Allergene).

Behandlung und Resistenzen

  • Antibiotika: Medikamente zur Behandlung von Infektionen, die durch Bakterien verursacht werden (z. B. Penicillin, Cephalosporine).
  • Bakterielle Resistenzen: Treten auf, wenn Bakterien eine Behandlung überleben und sich vermehren. Diese resistenten Stämme sind schwer zu beseitigen.

Beispiel: Malaria

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch Protozoen verursacht wird. Sie wird durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragen:

  1. Die Mücke sticht eine infizierte Person und nimmt die Protozoen auf.
  2. Die Mücke sticht eine gesunde Person und überträgt die Protozoen in deren Blutbahn.
  3. Die Protozoen wandern zur Leber, wo sie sich stark vermehren.

Prävention und schwere Erkrankungen

Impfungen (Vakzine)

Impfstoffe enthalten gezielte Krankheitserreger (oder Teile davon), um das Immunsystem zu stimulieren und eine Immunität aufzubauen. Dadurch wird verhindert, dass bei einer späteren Infektion eine schwere Krankheit ausbricht.

AIDS und HIV

AIDS (Erworbenes Immunschwächesyndrom) wird durch das HIV-Retrovirus verursacht. Das Virus zerstört die weißen Blutkörperchen und schwächt dadurch das Immunsystem massiv, was zu schweren opportunistischen Infektionen (wie Lungenentzündung oder Tuberkulose) führen kann.

Übertragung und Prävention von HIV

  • Übertragung: Durch Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Muttermilch, Vaginalsekret).
  • Infektionswege: Ungeschützter Geschlechtsverkehr, gemeinsame Nutzung von Spritzen oder kontaminierten Rasierklingen.
  • Prävention: Verwendung von Kondomen und Vermeidung des Austauschs von Nadeln.

Zellwachstum und Krebs

  • Tumor: Eine unkontrollierte Ansammlung von Gewebe, verursacht durch die übermäßige Vermehrung von Zellen oder dadurch, dass alte Zellen nicht absterben.
  • Krebs (Maligner Tumor): Tritt auf, wenn Tumorzellen in der Lage sind, in umliegendes Gewebe einzudringen und sich über das Blut- oder Lymphsystem auszubreiten (Metastasierung).

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