Imperialismus 1914: Ursachen, Folgen und Kolonialmächte

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Imperialismus 1914: Ursachen, Folgen und Kolonialmächte

Definition des Imperialismus

Der Imperialismus bezeichnet die Ausdehnung politischer Kontrolle und wirtschaftlicher Ausbeutung durch westliche Staaten. Zwischen 1860 und 1914 starteten viele europäische Länder ein Wettrennen, um Gebiete zu erobern. Fast ganz Afrika wurde im Rahmen der europäischen Dominanz aufgeteilt. Das Ergebnis war eine tiefgreifende Umgestaltung der politischen Landkarte der Welt: Kontrolle, Aneignung und Herrschaft wurden Teil der Epoche des Imperialismus. Der Imperialismus bedeutete die Ausplünderung der Ressourcen, die wirtschaftliche Ausbeutung und politische Herrschaft über große Teile Asiens, Afrikas und Ozeaniens durch westliche Länder. <>

Die Ursachen des Imperialismus

Die Ursachen des Imperialismus lassen sich grob in wirtschaftliche und politische Gründe einteilen.

Wirtschaftliche Ursachen

  • Die Suche nach Rohstoffen und billigen Arbeitskräften, um mineralische Erzeugnisse, Erdöl und landwirtschaftliche Produkte zu gewinnen.
  • Der Bedarf an neuen Märkten für europäische Industriegüter.
  • Interessen von Unternehmen an Monokulturen, Bergbau sowie am Bau und Betrieb von Eisenbahnen.

Politische Ursachen

  • Nationaler Wettbewerb und Prestige: Staaten strebten nach Macht und strategischen Stützpunkten.
  • Überbevölkerung in manchen Regionen Europas förderte die Suche nach Siedlungsland (Beispiele: Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika).
  • Rassistische Ideologien: Viele Europäer rechtfertigten Expansion mit der Vorstellung, die "weiße Rasse" sei überlegen und habe die Aufgabe, andere zu zivilisieren.

Die Karte der Welt um 1914

Im Jahr 1914 war die politische Landkarte stark von imperialer Herrschaft geprägt:

  • Britisches Empire: Etwa 30 Millionen Quadratkilometer Fläche und rund 400 Millionen Einwohner. Es umfasste Siedlungskolonien wie Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika. In vielen Regionen wurden die indigenen Völker den wirtschaftlichen Interessen britischer Unternehmen und des Staates unterworfen.
  • Frankreich: Dominierte circa 10 Millionen Quadratkilometer mit etwa 48 Millionen Einwohnern. Seine Macht verteilte sich auf große Teile Nordwestafrikas und die Indochina-Halbinsel.
  • Vereinigte Staaten: Kontrollierten mehrere strategische Gebiete in der Karibik und verfolgten eine zunehmende außenpolitische Expansion.

Die Folgen des Imperialismus

Der Imperialismus hatte vielfältige und weitreichende Folgen für die kolonisierten Gebiete:

  • Verschwinden politischer und sozialer Strukturen: Traditionelle Herrschaftsformen und Gesellschaftsstrukturen wurden zerstört oder tiefgreifend verändert.
  • Künstliche Grenzziehungen: Grenzen wurden oft ohne Rücksicht auf ethnische oder kulturelle Realitäten gezogen, was langfristig Konflikte förderte.
  • Ausbeutung der Arbeit: Einsatz von Zwangsarbeit, Sklaverei oder Hungerlöhnen; indigene Bevölkerungen wurden wirtschaftlich ausgebeutet.
  • Wirtschaftliche Umgestaltung: Einführung einer Extraktionswirtschaft mit Monokulturen, Bergbau und Infrastrukturprojekten (z. B. Eisenbahnen), häufig verbunden mit nachteiligen Handelsverträgen und Verschuldung.
  • Kultureller Wandel: Unterdrückung oder Verdrängung lokaler Kulturen, Religionen und indigener Sprachen zugunsten europäischer Lebensweisen und Bildungssysteme.
  • Städte und Unternehmen profitierten: Städte, Handelszentren und große Unternehmen in Europa gewannen erhebliche wirtschaftliche Vorteile aus dem Imperialismus.
  • Globale kulturelle Dominanz: In der Praxis dominierte erstmals die europäische Kultur weite Teile der Welt.

Zusammenfassung

Der Imperialismus zwischen 1860 und 1914 veränderte die Welt nachhaltig: wirtschaftlich, politisch und kulturell. Die Kräfte hinter ihm – wirtschaftliche Interessen, politischer Wettbewerb und rassistische Ideologien – führten zu einer Neuordnung der Weltkarte, deren Folgen in vielen Regionen bis heute spürbar sind.

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