Der Imperialismus in Afrika und seine Folgen
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Aufteilung Afrikas 1914
Afrika war bis 1914 ein weitgehend unbekannter Kontinent. Die Europäer hatten einige Enklaven mit strategischen und kommerziellen Interessen errichtet und den Kontinent unter sich aufgeteilt:
- Frankreich besaß Gebiete in Nordwestafrika.
- England kontrollierte ein Gebiet in Ostafrika, das sich von Ägypten und dem Sudan bis nach Südafrika erstreckte.
- Andere Länder mit afrikanischen Gebieten waren Deutschland, Spanien, Italien, Portugal und Belgien.
Durch die Eroberung Afrikas entstanden Interessenkonflikte zwischen den europäischen Mächten. Um zu verhindern, dass diese Konflikte in einen militärischen Konflikt mündeten, wurde 1884 die Berliner Konferenz einberufen. Der Konflikt zwischen Frankreich und Großbritannien dauerte jedoch an.
Auswirkungen des Kolonialismus
- Zerstörung der Traditionen und Lebensweisen der indigenen Gesellschaften.
- Stammeskriege und Konflikte, da die Kolonialmächte die ethnische Karte Afrikas nicht berücksichtigten.
Kolonialreiche
Britisches Reich
Das britische Reich war das umfangreichste aller Kolonialreiche und erstreckte sich über alle Kontinente. Es verfügte über eine Reihe strategischer Enklaven, die die Kontrolle der Handelswege ermöglichten:
- Gibraltar, Malta (Mittelmeer)
- Suez, Kapstadt, Aden, Ceylon
- Singapur, Malaysia, Hongkong
Eine andere Art von Kolonien waren die sogenannten Siedlerkolonien. Diese waren dünn besiedelt und nahmen einen großen Teil der britischen Bevölkerung auf. Die meisten Kolonien dienten als Absatzmärkte für Produkte aus dem Mutterland und lieferten Rohstoffe, wie zum Beispiel Indien.
Französisches Reich
Das französische Reich war das zweitgrößte Kolonialreich.
Weitere Kolonialmächte waren Russland, Deutschland, Italien, Belgien, Portugal und Spanien.
Ursachen des Imperialismus
Wirtschaftliche Ursachen
Die Überproduktionskrise des kapitalistischen Systems und die zweite industrielle Revolution machten es notwendig, neue Märkte für die Produkte der Metropolen zu erschließen und neue Rohstoffquellen zu sichern.
Politische Ursachen
Der aufkommende Nationalismus führte zur Annahme einer Politik des Prestiges und der Macht, die auf die Eroberung von Territorien ausgerichtet war.
Demografische Ursachen
In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem starken Bevölkerungswachstum in Europa. Dies, zusammen mit den harten Lebensbedingungen der Arbeiterklasse, veranlasste viele Menschen dazu, ihren Lebensunterhalt in den neuen Kolonialgebieten zu suchen.
Imperiale Expansion
Imperialismus bezeichnet das Streben eines Staates, durch militärische, wirtschaftliche und politische Gewalt die Herrschaft über andere Staaten oder Gebiete zu erlangen. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelten die europäischen Mächte eine imperialistische Politik, die auf die systematische Eroberung neuer Gebiete ausgerichtet war. Diese Politik war von stark nationalistischen Tönen geprägt und führte zur Bildung großer Reiche. Sie war auch eine Quelle von Konflikten, die schließlich zum Ersten Weltkrieg führten.