Impressionismus und Post-Impressionismus: Eine Einführung
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Impressionismus und Post-Impressionismus
Einführung
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einem tiefgreifenden Wandel in allen künstlerischen und gesellschaftlichen Ebenen. Das Scheitern der Pariser Kommune führte zu einer Waffenruhe, während die industrielle und finanzielle Bourgeoisie ihren Höhepunkt erreichte. Die illustrierte Presse und kulturelle Veranstaltungen entwickelten sich zum „Massenphänomen“.
Zwei Faktoren beeinflussten das künstlerische Leben maßgeblich: die Popularisierung der Fotografie und die Entwicklung empfindlicherer Filme sowie die Verbreitung von künstlichem Licht (zuerst Gas, dann Elektrizität). Beide betonten das Licht als strukturierendes Element der visuellen Wahrnehmung.
Der Vorläufer: Édouard Manet
Manet gilt als Brücke zwischen Realismus und Impressionismus. Er erlangte Berühmtheit durch Werke wie „Frühstück im Grünen“, das aufgrund seiner flächigen Farben, der lockeren Pinselführung und der skizzenhaften Wirkung auf Ablehnung stieß. Auch sein Werk „Olympia“ (1865) löste heftige Kontroversen aus.
Merkmale des Impressionismus
- Leidenschaft für die Freilichtmalerei: Neue Themen wie Landschaften, Stadtansichten und das moderne Leben.
- Neue Bewertung von Licht und Farbe: Verzicht auf die Farbe Schwarz. Verwendung heller Farben und komplementärer Kontraste.
- Lockere Technik: Kurze, kräftige Pinselstriche und variierende Farbaufträge.
- Illusionärer Raum: Mutige Bildausschnitte und neue Perspektiven.
- Wissenschaftlicher Einfluss: Die Fotografie beeinflusste die Malerei nachhaltig.
- Neue Beziehung zum Betrachter: Das Werk wird als unfertig angeboten und muss vom Betrachter geistig rekonstruiert werden.
Zu den bedeutenden Künstlern zählen: Claude Monet, Camille Pissarro, Auguste Renoir, Alfred Sisley und Edgar Degas.
Neo-Impressionismus
Ab 1880 systematisierte der Neo-Impressionismus die Erkenntnisse des Impressionismus durch die Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Georges Seurat entwickelte den Pointillismus (Divisionismus), bei dem reine Farben in kleinen Punkten nebeneinander gesetzt werden, um sich im Auge des Betrachters zu mischen. Bekannte Werke: „Ein Sonntagnachmittag auf der Insel Grande Jatte“.
Der Post-Impressionismus
Der Post-Impressionismus umfasst verschiedene individuelle Ansätze:
- Henri de Toulouse-Lautrec: Fokus auf Szenen aus Zirkus und Kabarett.
- Paul Gauguin: Pionier der modernen Kunst, der willkürliche, flache Farben für dekorative und symbolische Zwecke nutzte.
- Vincent van Gogh: Bekannt für seine geschwungenen Pinselstriche und gewaltsame Farbanwendung. Er gilt als Vorläufer des Expressionismus. Werke: „Sternennacht“, „Das gelbe Haus“.
- Paul Cézanne: Er versuchte, die Realität auf geometrische Grundformen wie „Zylinder, Kegel und Kugel“ zu reduzieren. Seine analytische Herangehensweise legte den Grundstein für den Kubismus.