Industrie in Spanien: Merkmale, Herausforderungen und Chancen
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Industrie in Spanien: Allgemeine Merkmale
Die spanische Industrie weist einige besondere Merkmale auf, die ihre Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen.
1. Mangel an Rohstoffen
Spanien ist arm an organischen Rohstoffen. Die Vielfalt der Materialien im Untergrund steht im Gegensatz zu ihrer Knappheit und schlechten Qualität. Die Nutzung von Mineralien besteht hauptsächlich aus dem Import, lediglich überschüssige Industriegesteine werden exportiert.
2. Defizit im Energiebereich
Produktion und Verbrauch von Energie sind seit den 60er Jahren stark gestiegen. Um den Energiebedarf des Landes zu decken, ist Spanien aufgrund begrenzter Ressourcen und fehlender Ölreserven auf den Import von Erdöl, Gas, Kohle und Strom angewiesen. Dies führt zu einer prekären Versorgungslage und Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen.
3. Erneuerbare Energien
Obwohl der Anteil erneuerbarer Energien steigt, decken sie noch nicht einmal 10 % des spanischen Energieverbrauchs. Spanien bietet jedoch sehr günstige Voraussetzungen für die Nutzung von Sonnen-, Wind- und Gezeitenenergie.
4. Späte und unausgewogene Industrialisierung
Die Industrialisierung begann in Spanien im Vergleich zu anderen Industrieländern spät. Zudem konzentrierte sie sich auf bestimmte Regionen wie das Baskenland, Katalonien und Madrid. Regionen wie Extremadura und Castilla-La Mancha weisen hingegen eine schwache Industrialisierung auf. Es besteht ein Ungleichgewicht zugunsten der Grundstoff- und Konsumgüterindustrie.
5. Strukturelle Probleme
- Unzureichende Unternehmensgröße: Die meisten Unternehmen sind KMU (Kleine und Mittelständische Unternehmen). Diese reagieren zwar agiler auf Veränderungen, ihre Produkte sind jedoch oft teurer und weniger wettbewerbsfähig. Große Unternehmen sind im Vergleich zur Europäischen Union selten.
- Forschungsmangel: Die Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) sind gering. In den letzten Jahren gab es jedoch eine leichte Steigerung.
- Rückständige und abhängige Technologie: Spanien entwickelt hauptsächlich Low-Tech-Produkte und exportiert diese. Dies führt zu geringerer Produktivität, höherer Qualität und steigenden Produktpreisen, was die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.
6. Industriepolitik unter dem Einfluss der Europäischen Union
Seit dem Beitritt zur Europäischen Union richtet sich die Industriepolitik nach den Richtlinien der EU. Die Gemeinschaftspolitik umfasst Rahmenmaßnahmen und Aktionsprogramme. Das Hauptziel ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere durch die Finanzierung von Forschung, technologischer Entwicklung, Demonstration und Innovation im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen der EU und Drittländern.
Die Auswirkungen der europäischen Integration auf die spanische Industrie sind:
- Stärkung der Umwandlung.
- Abbau von Zöllen.
- Zuschüsse und Subventionen für Programme zur Förderung benachteiligter Sektoren oder Regionen.
- Programme zur Unterstützung von KMU, zur Korrektur interner Ungleichgewichte und zur Schaffung neuer Industriegebiete.