Industrielle Entwicklung und Ressourcen in Spanien
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Industrielle Aktivität in Spanien
Die späte Industrialisierung in Spanien hatte historische Gründe: interne Konflikte sowie der Verlust von Kolonien wie Lateinamerika, den Philippinen und Marokko im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sozioökonomisch spielten Geldüberschüsse eine wesentliche Rolle.
Rohstoffe und mineralische Ressourcen
Spanien verfügt über reichhaltige Bodenschätze im Primärsektor. Produziert werden Eisen, Blei, Kupfer, Zink, Quecksilber, Zinn, Uran und Gold. Wichtige Regionen sind Asturien, Andalusien, Kastilien und León sowie Galicien, wobei der Sektor unter einer ständigen Krise leidet.
Energiequellen und Versorgung
Aufgrund knapper eigener Energieressourcen ist Spanien stark auf Energieimporte angewiesen.
Nicht erneuerbare Energien
- Kohle: Vorkommen in Asturien, León und Palencia; Nutzung zur Elektrizitätsgewinnung.
- Öl: Spanien muss den Großteil importieren, was die Industrie abhängig von Weltmarktpreisen macht. Raffinerien befinden sich im Ausland sowie im Inland (z. B. Puertollano, Ciudad Real).
- Erdgas: In den letzten zwei Jahren verstärkte Nutzung für Industrie und Haushalte (Huelva, Baskenland). Import aus Algerien und Libyen über Pipelines.
- Kernenergie: Zunahme seit 1985 zur Stromerzeugung. Es gibt 8 Kraftwerke. Uranvorkommen befinden sich in Salamanca und Badajoz.
Erneuerbare Energien
- Wasserkraft (Hydraulik): Stromerzeugung im Norden der Halbinsel sowie in den Becken von Duero und Tajo.
- Solarenergie: Nutzung in Südspanien und auf den Inselgruppen für die heimische Stromproduktion.
- Windenergie: Stromgewinnung in Tarifa, Finisterre und auf den Kanaren.
- Biomasse: Biogas-Erzeugung in Andalusien und den beiden Kastilien.
Industriestandorte und historische Entwicklung
Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden Textilzentren, Papierfabriken und Siderometallurgie in Katalonien, Kastilien und León, dem Baskenland sowie Asturien. Die Schwerindustrie entwickelte sich am Fluss Nervión im Baskenland. Ein weiterer wichtiger Bereich war Barcelona (Llobregat). Die erste spanische Eisenbahn entstand 1848. Zwischen 1962 und 1975 intensivierten Entwicklungspläne die Industrialisierung in Regionen wie Madrid. Seit den 70er Jahren führten Krisen zu einer starken Umstellung (Reconversion), die vom Staat vorangetrieben wurde, um die Arbeitslosigkeit zu lindern.
Die Industrielle Revolution
Die Industrielle Revolution bezeichnet den Prozess der Veränderungen durch die Dampfmaschine und das Fabriksystem in den Sektoren Industrie, Unternehmen und Landwirtschaft.
Die Dampfmaschine und die Fabrik
James Watts Dampfmaschine ermöglichte eine effektivere Produktion und verbesserte den Transport. In den Fabriken wurde die Arbeit neu organisiert, im Gegensatz zu den alten Werkstätten. Die Arbeiter mussten sich an die Maschinen anpassen. Drei wesentliche Änderungen (Dampfkraft, Maschinen, Spezialisierung) ermöglichten die Erhöhung der Produktmenge je Arbeitseinheit.
Industriesektoren und Landwirtschaft
Die Textil- und Stahlindustrie waren die stärksten Sektoren mit wichtigen technischen Fortschritten in der Spinnerei und immer schnelleren Hochöfen in der Siderurgie. In der Landwirtschaft gab es ebenfalls Veränderungen: Einführung von Maschinen, Fruchtfolge (Abschaffung der Brache), neue Pflanzen und Düngemittel führten zu mehr Nahrungsmitteln mit weniger Beschäftigten.