Die industrielle Revolution: Energiequellen und Aufstieg

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Neue Energiequellen der industriellen Revolution

Die Dampfmaschine, das Symbol der ersten industriellen Revolution, wurde zunehmend durch Erdöl und Elektrizität ergänzt. Während Elektrizität bereits aus Laborexperimenten bekannt war, hing ihre industrielle Nutzung von einer kostengünstigen Produktion und effizienten Übertragungsstrecken ab – Errungenschaften, die erst im späten 19. Jahrhundert erzielt wurden.

Dennoch blieb die Anwendung der Elektrizität zunächst begrenzt. Bis 1913 dominierte die Dampfkraft weiterhin. Kraftwerke waren anfangs klein und dienten primär der Beleuchtung und dem Betrieb von Verkehrsmitteln. Frankreich war aufgrund seiner alpinen Ressourcen zunächst führend in der Energieproduktion, wurde jedoch bald von den USA, Deutschland, Großbritannien, der Schweiz und Schweden überholt.

Der Aufstieg des Erdöls

Die industrielle Nutzung von Erdöl begann 1857, zunächst als Ersatz für Öllampen. Im Jahr 1859 errichtete Rockefeller die erste Raffinerie in Cleveland. Dieser Beginn des „schwarzen Goldrausches“ trug maßgeblich zur Besiedlung der südöstlichen US-Bundesstaaten bei. Die weltweite Produktion stieg von 67.000 Tonnen im Jahr 1860 auf 20 Millionen Tonnen im Jahr 1900 und erreichte 1913 bereits 52 Millionen Tonnen. Das Öl wurde für Heizungen, häusliche Zwecke und nach 1890 zunehmend für Verbrennungsmotoren genutzt.

Die Entwicklung der nationalen Industrien

Seit 1870 vollzog sich die industrielle Entwicklung in Westeuropa, den USA und Japan rasant. Neue technologische Fortschritte, verbesserte Verkehrswege und die Möglichkeiten des wettbewerbsorientierten Kapitalismus schufen hierfür die Grundlage.

  • Effiziente Infrastruktur: Der Ausbau von Verkehrsnetzen wurde zur Basis für wirtschaftliche Stärke.
  • Nationale Verteidigung: Industrielle Kapazitäten wurden als Mittel zur Sicherung der nationalen Souveränität in Zeiten politischer Spannungen und des Imperialismus betrachtet.
  • Wirtschaftliche Autonomie: Staaten begannen, ihre heimischen Industrien aktiv zu schützen und zu fördern.

Während England in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an der Spitze des industriellen Fortschritts stand, verlor es ab Ende des Jahrhunderts zunehmend an Boden gegenüber Konkurrenten wie den USA und Deutschland. Der britische Wirtschaftsboom der Jahre 1880 bis 1890 markierte den Beginn eines anschließenden relativen Niedergangs.

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