Industrielle Revolution in Frankreich – Ursachen & Folgen

Eingeordnet in Sozialwissenschaften

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 4,77 KB

Die Industrielle Revolution in Frankreich.

Für eine Vielzahl von Gegebenheiten in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts war Frankreich für einen großartigen wirtschaftlichen Aufschwung besser vorbereitet als England.

  • Als Beitrag zu diesem natürlichen Reichtum zählten Bevölkerung, Anzahl der blühenden Industrie, ihr Handelsbeziehungsvolumen etc.
  • Doch während des neunzehnten Jahrhunderts wurde der Fortschritt erheblich verzögert. Die wichtigsten Ursachen für die Verzögerungen waren:

Ursachen der Verzögerung

  • Armut an Kohlevorkommen: Frankreich hatte Kohle, aber der Zugang zu den Lagerstätten befand sich in geographisch schwierigen Gebieten.
  • Einzigartige Struktur des Landbesitzes: Die Enteignung erfolgte, doch die neuen Besitzer waren oft arme Bauern, die nicht genug Kapital für Innovationen hatten. Sektoren wurden so langsam eingeführt, dass die Landwirtschaft zum Hemmschuh für andere Wirtschaftssektoren wurde.
  • Mangelhaftes Kreditsystem: Ein modernes Bankwesen existierte offenbar nicht bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, sodass es an Banken fehlte, die die Modernisierung finanzierten. (Versuch eines Gesetzes zur Stärkung bzw. Gründung einer Bank war erfolglos.)
  • Schwaches Unternehmertum: Es gab kein starkes geschäftliches Bürgertum; die Bourgeoisie war eher Verwalter, ihre Investitionen zielten auf feste Einkommen. Es mangelte an der unternehmerischen Dynamik des englischen Bürgertums.
  • Die Zeit der Kriege und Revolutionen: Hinzu kamen häufige Kriege und Revolutionen, die Entwicklung und Investitionen beeinträchtigten.

Erste Periode (1789–1830)

Um die Entwicklung der französischen Wirtschaft besser zu verstehen, muss man die folgenden Perioden untersuchen.

In der ersten Periode (1789–1830) war Frankreich in große Kriege verwickelt, was die Arbeitsproduktivität beeinträchtigte. Die erhöhte Nachfrage dieser Zeit führte zwar zu höherer wirtschaftlicher Produktion, jedoch nur zu geringen wirtschaftlichen Fortschritten.

Es wurden einige Webstühle und Dampfmaschinen installiert, doch die Chemie- und Stahlindustrie erlebten einen großen Stillstand. Bemerkenswert ist das Vorhandensein englischer Technik und englischen Kapitals zur Finanzierung der wirtschaftlichen Entwicklung in diesen Sektoren.

Im Jahre 1815 wurde Napoleon besiegt; in der Nachkriegszeit führte die Stagnation infolge der Kriege zur Entleerung von Reichtümern und Mitteln (1789–1830).

Der Krieg kostete der französischen Wirtschaft mehr als zwei Millionen Männer, vernichtete alle Ersparnisse und lähmte die begonnenen wirtschaftlichen Anstrengungen.

Periode 1830–1850

Von 1830 bis 1850 begann eine Periode wirtschaftlicher Anstrengungen, die sich zeigten in:

  • der Textilindustrie,
  • der Stahlindustrie,
  • der Entstehung und Entwicklung der Eisenbahnen,
  • der Gründung von Gesellschaften.

Die stärksten wirtschaftlichen Anstrengungen fanden unter Napoleon III. statt.

Während dieser Zeit mit einem autoritären Regime kam es zu einer erheblichen Umorientierung der französischen Volkswirtschaft.

Modernisierung und Kreditwesen

Die Entwicklung und Organisation des Kredits, der Bau von Eisenbahnen und große Werke trugen alle zu diesen bisher unbekannten industriellen Bestrebungen bei. Als Folge der wirtschaftlichen Entwicklung wurden die Arbeiterklassen auf ihre Organisation aufmerksam.

Frankreich reorganisierte zu Recht die Struktur und Funktionen der Bank. Es wurden neue Banken geschaffen (z. B. Crédit Lyonnais) und Gesellschaften von erheblicher Bedeutung (z. B. Crédit Mobilier).

Es wurden große öffentliche Arbeiten und kommunale Projekte gefördert. Der gewerbliche Bereich veränderte sich mit dem Auftauchen von Kaufhäusern, einer Manifestation des kommerziellen Kapitalismus.

Freihandel und Industrie

Frankreich ging zu einer Freihandelspolitik über, insbesondere durch die Unterzeichnung eines Vertrags mit England im Jahre 1860, der von der französischen Industrie stark angeregt wurde.

Bergbau und Stahlindustrie sowie die Textilindustrie entwickelten sich stark. Der Anstieg der industriellen Produktion lief parallel mit einem anhaltenden Konsum und steigenden Ausgaben für Luxusgüter.

Quellen- und Kontexthinweis: Dieser Text fasst Ursachen, Entwicklungsphasen und Folgen der industriellen Entwicklung in Frankreich (18.–19. Jahrhundert) zusammen und betont wirtschaftliche, soziale und institutionelle Faktoren wie Kohleversorgung, Landbesitzstruktur, Kreditwesen, Unternehmertum, Kriege, Infrastruktur und Freihandel.

Verwandte Einträge: