Die Industrielle Revolution: Ursachen und Folgen
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Faktoren der ersten Industriellen Revolution
Bevölkerungswachstum
Bis zum 18. Jahrhundert wuchs die europäische Bevölkerung nur langsam, geprägt durch hohe Geburten- und Sterberaten. Ab dem 18. Jahrhundert sank die Sterblichkeit jedoch deutlich, was zu einer demografischen Revolution führte. Dies steigerte den wirtschaftlichen Konsum erheblich.
Expansion der Landwirtschaft
Mit der wachsenden Bevölkerung stieg auch die Nachfrage nach Nahrungsmitteln:
- Technik: Verbesserung landwirtschaftlicher Techniken, Einführung der kontinuierlichen Fruchtfolge, eiserne Pflüge und verbesserte Bewässerungssysteme.
- Innovation: Im 19. Jahrhundert kamen neue Maschinen und chemische Düngemittel hinzu, die die Produktion weiter steigerten.
- Strukturwandel: Die Zucht wurde reformiert, Futtermittelanbau wurde wichtiger und landwirtschaftliche Flächen gingen in Privatbesitz über.
- Folge: Dies löste die Landflucht aus.
Eine neue Mentalität
Der Liberalismus propagierte die private Initiative als Motor des Wirtschaftswachstums.
Die erste industrielle Revolution
Die Industrialisierung begann mit dem Einsatz von Maschinen und Werkzeugen, wie der Dampfmaschine, was die Produktivität steigerte und die Preise senkte. England war Vorreiter, da es über ausreichend Arbeitskräfte, große Märkte sowie Eisen- und Kohlevorkommen verfügte. Besonders die Textilindustrie und die Siderurgie (Eisenverarbeitung) entwickelten sich rasant.
Die Revolution des Verkehrs
Neue Transportmittel wurden geschaffen, um Waren besser und schneller zu befördern.
Glanzzeit der Navigation
Innovationen in der Schifffahrt, wie das erste kommerzielle dampfbetriebene Schiff von Fulton, veränderten den Handel. Dampfschiffe erhielten eiserne Rümpfe und Propeller; später entstanden spezialisierte Schiffe mit Kühlhäusern.
Das Eisenbahnzeitalter
Die Eisenbahn war das Ergebnis der Kombination von Dampfmaschine und Eisen. 1825 wurde die erste Güterzugstrecke eröffnet, 1830 folgte die erste Personenbeförderung.
Folgen der Verkehrsrevolution
- Starkes Wachstum im Handel.
- Spezialisierung der Weltwirtschaft.
- Verbesserte Ernährung und erleichterte Migration.
Zweite industrielle Revolution (ab 1870)
Neue Energiequellen wie Kohle und Strom sowie technologische Fortschritte prägten diese Ära:
- Eisen- und Stahlindustrie: Erfindung des Bessemer-Ofens.
- Elektro- und Chemieindustrie: Produktion von Medikamenten und Dynamit.
- Verkehr: Einführung von Autos und Flugzeugen (Erdöl als Treibstoff).
England verlor seine industrielle Vorherrschaft an die USA und Deutschland.
Wirtschaftsstrukturen und Produktionssysteme
Es entstanden große Unternehmen und ein modernes Bankwesen. Aktiengesellschaften (AG) wurden gegründet, um Kapital zu bündeln. Neue Produktionssysteme wie der Taylorismus (Arbeitsteilung in kleine, zeitlich optimierte Aufgaben) und der Fordismus (Fließbandarbeit) steigerten die Effizienz.
Auswirkungen auf die Bevölkerung
Städtewachstum
Im 19. Jahrhundert wuchs die europäische Bevölkerung stark durch sinkende Sterblichkeitsraten und hohe Fruchtbarkeit.
Migration
Die Landflucht führte zu einem intensiven Prozess der Urbanisierung. Da die Städte das Bevölkerungswachstum nicht auffangen konnten, wanderten viele Menschen nach Amerika, Australien und Neuseeland aus.