Industrielle Revolution: Ursachen, Verlauf und soziale Folgen
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Industrielle Revolution
Konzept der industriellen Revolution
Industrielle Revolution
Konzept der industriellen Revolution
Die industrielle Revolution lässt sich kurz als das Auftreten eines neuen Wirtschaftssystems definieren, das auf der Nutzung neuer Energiequellen (Dampf und billigere Kohle) beruht und die Entwicklung komplexer Maschinen beschleunigte. Diese Maschinen ersetzten traditionelle Werkzeuge und Tiere als Antriebsquelle und verlagerten die Produktion von traditionellen Werkstätten zu großen Fabriken.
Die industrielle Revolution in England entstand über einen langen Prozess, der in der Textilbranche in der zweiten Hälfte bzw. im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts begann. Dieser Prozess steht im Zusammenhang mit neuen Produktionsmethoden (Domestic System / Heimarbeit), die sich entwickelten, um die Kontrolle durch die Zünfte zu umgehen.
Später verlagerte sich die Industrialisierung auf die Eisen- und Stahlindustrie, die sich anschließend in Europa verbreitete. Daher behält der Begriff „Industrielle Revolution" seine Bedeutung für den Pionierprozess; beim Sprechen von Industrialisierung in Bezug auf Länder meint man damit die Methoden zur Umsetzung der neuen Wirtschaftsweise. Schnell industrialisierende Gebiete waren Deutschland, Frankreich und Belgien; außerhalb Europas waren es die USA und Japan. In Großbritannien war die Industrialisierung überwiegend Produkt privater Initiative, während sie in anderen europäischen Ländern stärker von staatlicher Politik gefördert wurde.
Wirtschaftliche und soziale Folgen
Die Industrialisierung führte zu großen wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen:
- Unterstützung von Freihandel und Kapitalismus: Sie begünstigte den Freihandel und den Kapitalismus, der vertrat, dass die Produktionsmittel und der Handel in privater Hand sein sollten und dass das Ziel der Wirtschaft darin besteht, den größtmöglichen Nutzen auf dem Markt zu erzielen.
- Landflucht und Urbanisierung: Sie verursachte Landflucht, d. h. ein starkes Wachstum der Städte. Dies führte zu umfangreichen Veränderungen in der Stadtplanung; historische Wohnviertel wurden häufig vernachlässigt. Später wurden Verbesserungen in Hygiene, sanitären Anlagen, Beleuchtung und Verkehr umgesetzt, während Teile des Proletariats in Vorstädte verdrängt wurden.
- Soziale Umwälzungen: Es entstanden soziale Veränderungen gegenüber dem früheren Regime: Eine Oberschicht bildete sich durch eine Allianz von Bourgeoisie und Aristokratie, teilweise auf Kosten der Kirche und durch den Verzicht auf traditionelle Privilegien. Gleichzeitig entwickelte sich eine Mittelschicht aus Kleinproduzenten und Händlern, während das Proletariat anfangs unter schrecklichen Bedingungen litt, was zur Entstehung von Arbeiterbewegungen führte. Mit der Zeit schuf die Industrialisierung neue Bedingungen, die die Entwicklung des Mittelstandes ermöglichten.