Die Industrielle Revolution: Ursachen, Wandel und Klassenstruktur
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Die Industrielle Revolution (ca. 1780)
Die Industrielle Revolution begann in England um 1780 und breitete sich von dort auf Europa und die USA aus. Sie ersetzte die Arbeitskraft von Menschen und Tieren durch Maschinen. Fabriken und Handwerksbetriebe nutzten auch Kinderarbeit.
Wirtschaftliche Veränderungen
Der Primäre Sektor (Landwirtschaft)
Im primären Sektor stiegen die Erträge und die Produktivität stark an. (Zum Vergleich: 1650 versorgte ein Landarbeiter 1,5 Personen; 1880 versorgte ein Landarbeiter 2,5 Personen.)
Ursachen der Produktionssteigerung
- Einführung neuer Maschinen und verbesserte Bodenbearbeitung.
- Die vierjährige Fruchtfolge und der Einsatz von Düngemitteln (Gülle), was die Tierhaltung und die Produktion verbesserte.
- Neue Eigentümerstruktur: Der Wunsch, von der Privatisierung des Gemeindelandes zu profitieren, führte dazu, dass die Felder intensiv bewirtschaftet wurden, oft mit neuen Anbaupflanzen wie Kartoffeln und Mais.
Die Industrie
Die Industrielle Revolution führte zu einer verstärkten und verbesserten Produktion. Es entstanden große Fabriken, die Maschinen und eine große Zahl von Arbeitnehmern nutzten.
Wichtige Entwicklungen und Innovationen
- Innovation: Die Dampfmaschine ersetzte menschliche und tierische Arbeitskraft und wurde in Fabriken sowie im Transportwesen (Zug) eingesetzt.
- Spezialisierung der Arbeitnehmer.
- Verbesserung der Transportstrukturen: Dies ermöglichte die Erschließung neuer Märkte sowie einen schnelleren, billigeren und umfangreicheren Warentransport. Im Jahr 1829 erfand Stephenson die Lokomotive, was zu einer steigenden Nachfrage nach Kohle und Eisen führte.
- Die Baumwollindustrie wurde zum Motor der Industriellen Revolution, begünstigt durch:
- Die Einfuhr billiger Rohstoffe aus Indien und von Sklavenplantagen in den USA.
- Die Mechanisierung.
- Die Nutzung von Wasserkraft.
Finanzwesen und Wirtschaftspolitik
Es entstanden Investmentbanken, die langfristige Darlehen vergaben.
Ökonomische Lehren
- Liberalismus (Freihandel): Hauptvertreter Adam Smith. Diese Lehre spricht sich gegen staatliche Eingriffe in die Wirtschaft aus. Angebot und Nachfrage regeln die Preise für Waren und Dienstleistungen.
- Protektionismus: Die Einführung von Zöllen auf ausländische Produkte, um diese zu verteuern und Importe unrentabel zu machen, dient der Verteidigung der heimischen Wirtschaft.
Anmerkung: Die französischen Industriellen produzierten nicht einfach nur, um Bedürfnisse und Vorteile zu befriedigen.
Soziale Transformation
Der industrielle Kapitalismus wandelte die Ständegesellschaft in die sozialen Klassen der Neuzeit um.
Die Oberen Klassen
- Die Bourgeoisie: Sie ersetzte die alte Elite und vermischte sich langsam mit der Aristokratie. Sie kontrollierte Medien und politische Parteien und setzte ihre Werte durch (z. B. Privateigentum, Triumph des Individuums). Ihre Kinder wurden zu wissenschaftlichen Eliten, Unternehmern und Politikern.
- Die Aristokratie: Sie verlor einen Teil ihrer sozialen Relevanz.
Die Mittleren Klassen
Die Zahl der freien Berufe (Ärzte, Professoren, Anwälte) nahm zu. Sie übernahmen die Formen und Gewohnheiten der Bourgeoisie. Auch Beamte und andere freie Berufe wurden nachgeahmt.
Die Unteren Klassen
Das Proletariat (Arbeiter und Bauern) besaß nur seine Arbeitskraft und seine Kinder. Ihre Situation war prekär:
- 14-Stunden-Arbeitstage.
- Kinderarbeit.
- Schlechte Wohnverhältnisse.
Unternehmensstruktur und Schlüsselindustrien
Unternehmen, Banken und börsennotierte Gesellschaften wuchsen an Größe; Finanzgruppen gewannen stark an Bedeutung.
- Die Textilindustrie: Geringe Investitionen, schnelle Umsätze und hohe Gewinne.
- Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie, Eisenbahnen: Diese Sektoren benötigten große Kapitalmengen, weshalb die Unternehmen Aktien handelten.