Die Industrielle Revolution: Ursprünge und Ausbreitung

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Ursprünge der Industriellen Revolution

Vorindustrielle Gesellschaften unterlagen großen Einschränkungen, die zu wirtschaftlicher, ernährungsbedingter und demografischer Stagnation führten. Subsistenzlandwirtschaft und Handwerk dominierten. Die Transportmittel waren langsam und der Handel wurde durch Zölle behindert.

Im 18. Jahrhundert fand in der britischen Region Lancashire ein Prozess der industriellen Konzentration mit der Gründung neuer Industrien statt. Dieser Prozess wird als Industrielle Revolution in England bezeichnet. Die Entwicklung der modernen Industrie wurde durch eine Reihe von Transformationen in Landwirtschaft, Bankwesen, Transport, Handel usw. vorangetrieben. Dies begann in Großbritannien.

Die erste Industrielle Revolution (ca. 1780-1870) war durch die Nutzung von Kohle als Hauptenergiequelle gekennzeichnet. Die zweite Industrielle Revolution begann um 1870 und war geprägt durch Elektrizität, Erdöl und den Verbrennungsmotor.

Demografische Revolution

Die englische Bevölkerung verdreifachte sich innerhalb von anderthalb Jahrhunderten. Dieses Bevölkerungswachstum ist auf zwei Prozesse zurückzuführen: eine sinkende Sterblichkeitsrate bei relativ stabilen (oder leicht sinkenden) Geburtenraten. Verbesserungen in der Ernährung durch gesteigerte landwirtschaftliche Produktion und neue Transportmittel sowie Fortschritte in Medizin und Hygiene trugen maßgeblich dazu bei.

Landwirtschaftliche Revolution

Die Landwirtschaft trug entscheidend zum Erfolg der Industrialisierung bei. Der Prozess der Einhegungen (Enclosures) nahm zu. Die Auswirkungen waren:

  • Landarbeiter zogen in die Städte und bildeten dort das industrielle Proletariat.
  • Neue landwirtschaftliche Techniken wurden eingeführt.
  • Die Einhegungen verhinderten, dass Vieh frei weiden konnte; stattdessen wurde es in Ställen gehalten (Stallhaltung).

Die Produktivität stieg um etwa 90%. Die Entwicklung der Landwirtschaft förderte die Industrie.

Bedingungen in Großbritannien

Mehrere Faktoren begünstigten die Industrialisierung im Vereinigten Königreich:

  • Institutioneller und politischer Rahmen: Großbritannien hatte eine parlamentarische Monarchie, in der die Mittelschichten Einfluss hatten.
  • See- und Handelsmacht: Es war die führende Seemacht. Der Verlust kommerzieller Aktivitäten durch Spanien und Portugal wurde durch englische Händler kompensiert.
  • Wirtschaftsfreiheit: Die Liberalisierung des Agrarsektors wurde genehmigt, was der Industrie einen großen Schub gab.

Transportrevolution

Stephenson konstruierte die erste Dampflokomotive. Die Folgen waren:

  • Förderung der Metallurgie, da Schienen benötigt wurden.
  • Große Entwicklung des Bauingenieurwesens für den Bau von Eisenbahntrassen.
  • Erleichterung des Transports schwerer Materialien.
  • Verkürzung der Reisezeiten.
  • Senkung der Preise für Rohstoffe und Produkte.
  • Förderung der Bildung großer Kapitalgesellschaften, da der Eisenbahnbau umfangreiche Investitionen erforderte.
  • Beginn des Personenreiseverkehrs mit der Bahn.

Das Transportnetz wurde durch das Dampfschiff, das Robert Fulton 1807 entwickelte, ergänzt.

Ausbreitung der Industrialisierung

Belgien

Dominierende Sektoren waren die Textil-, Metallurgie- und Stahlindustrie. Die Stahlindustrie konzentrierte sich in Lüttich, wo der Transport die Anlieferung von Kohle erleichterte. Die Textilindustrie war in Regionen wie Gent, Verviers und Flandern stark vertreten. Das Bankwesen, insbesondere die Société Générale, wurde geschaffen, um Investitionen in verschiedenen Sektoren zu finanzieren.

Frankreich

Die Industrialisierung verlief langsamer aufgrund spezifischer landwirtschaftlicher und demografischer Bedingungen:

  • Nach der Französischen Revolution wurde Land unter den Bauern verteilt, was die Abwanderung in die Städte bremste.
  • Die Geburtenraten sanken früh, sodass die Bevölkerung nur langsam wuchs.
  • Investitionen konzentrierten sich stärker auf den Immobilienmarkt.

Deutschland

Das erste Problem war das Fehlen eines einheitlichen Wirtschaftsraums. Die wirtschaftliche Integration begann 1815 und wurde 1834 mit der Gründung des Deutschen Zollvereins entscheidend vorangetrieben. Die dynamischsten Sektoren waren die Metallurgie, Schwerindustrie (Eisen und Stahl) sowie die Baumwolltextilindustrie. Die Industrialisierung konzentrierte sich auf das Ruhrgebiet, das Saarland und Schlesien. Unternehmer spielten bei diesem Prozess eine initiierende Rolle.

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