Industrielle Revolution: Wandel, Phasen und Industrieformen
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Industrielle Revolution
Der Wechsel von Handwerkzeugen zu Maschinen, die Nutzung menschlicher Arbeitskraft und neuer Energiequellen veränderten den Modus der Produktion: vom häuslichen Handwerk zum Fabriksystem. Die Industrielle Revolution war eine tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung mit enormen Auswirkungen auf soziale Strukturen. Sie war ein technologiegetriebener Prozess, begleitet von bemerkenswerten Fortschritten in Technik und Produktion.
Die Industrielle Revolution in England fand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts statt und markierte den Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus, die Phase der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals und die Dominanz des merkantilen Kapitals über die Produktion. Dennoch begann die Bewegung der bürgerlichen Revolution bereits im 17. Jahrhundert in England.
Stadien der Industrialisierung
1760–1850: Erste Phase in England
In dieser Phase beschränkte sich die Revolution vorwiegend auf England, die "Werkstatt der Welt". Vorherrschend war die Produktion von Konsumgütern, vor allem Textilien, und die Nutzung der Dampfmaschine.
1850–1900: Ausbreitung in Europa, Amerika und Asien
Die industrielle Entwicklung breitete sich in ganz Europa, Amerika und Asien aus: Belgien, Frankreich, Deutschland, USA, Italien, Japan und Russland. Wachsende Konkurrenz und steigende Industrieproduktion führten zum Ausbau der Eisenbahnen; neue Energieformen wie Wasserkraft und Erdöl gewannen an Bedeutung. Auch der Verkehr wurde revolutioniert durch Erfindungen wie die Lokomotive und das Dampfschiff.
Seit 1900: Industriekonglomerate und Automatisierung
Seit 1900 entstanden großräumige Industriekonglomerate und multinationale Unternehmen. Die Produktion wurde zunehmend automatisiert; es entwickelte sich die Serienfertigung und die Gesellschaft des Massenkonsums expandierte, begleitet von einer Ausweitung der Medien. Vorrangig wurden die chemische Industrie und die Elektronik; später folgten Gentechnik und Robotik.
Handwerk, Industrie und Maschinenfertigung
Das Handwerk, die erste Form industrieller Produktion, entstand im späten Mittelalter und setzte sich über die Renaissance in urbanen Handels- und Produktionsstrukturen fort. Die Handwerker waren meist unabhängige Produzenten und besaßen die Produktionsmittel: Werkzeuge, Anlagen und Rohstoffe. Zu Hause, allein oder mit der Familie, führten Handwerker alle Produktionsstufen aus.
Die entstehende Manufaktur (Manufacturing) führte zu einer Ausweitung des Verbrauchs. Die Produktion überstieg die Möglichkeiten des einzelnen Handwerkers, weshalb Händler die Produktion organisierten und in Richtung Industrie erweiterten. Bei der dezentralen Fertigung arbeiteten Handwerker zu Hause auf Werkvertragsbasis und erhielten Stücklohn. Der Händler begann, die Produktion zu steuern: Er lieferte Rohstoffe, koordinierte Arbeitsschritte wie Spinnen, Weben und Färben und übernahm schließlich die Endverarbeitung.
Mit der Konzentration der Produktion entstanden Fabriken mit zahlreichen Beschäftigten, die keine Kontrolle über das Endprodukt ihrer Arbeit hatten. Die Produktivität stieg durch die Arbeitsteilung: jeder Arbeiter führte nur noch einen Teilprozess aus. In der Maschinenproduktion ("machinecrafting") wurde der Arbeiter zum Bedienen der Maschine und zur Ausführung der von Händlern oder Fabrikbesitzern vorgegebenen Abläufe. Dieser Schritt ebnete den Weg für die industrielle Revolution.
Wesentliche Merkmale der Industrialisierung
- Mechanisierung: Ersatz von Handarbeit durch Maschinen.
- Neue Energiequellen: Dampf, Wasser, später Erdöl und Elektrizität.
- Arbeitsteilung: Höhere Produktivität durch Spezialisierung.
- Urbanisierung: Konzentration von Arbeitskräften in Fabrikstädten.
Hinweis: Die hier dargestellten Phasen und Merkmale fassen die zentralen Entwicklungen der Industriellen Revolution zusammen und sollen die historischen Zusammenhänge klar und suchmaschinenfreundlich vermitteln.