Industrielle Sektoren in Spanien: Ein Überblick

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Bereiche der industriellen Tätigkeit in Spanien

1. Grundstoff- und Konsumgüterindustrie

Traditionell wird die Industrie in drei Gruppen unterteilt: Die Grundstoffindustrie macht den ersten Schritt in der industriellen Kette, indem sie Rohstoffe in Halbzeuge umwandelt, die wiederum als Ausgangsmaterial für andere Industriezweige dienen. Die Investitionsgüterindustrie produziert Waren wie Geräte, Maschinen oder Werkzeuge, die von anderen Industrien in ihren Fertigungsprozessen eingesetzt werden. Die Konsumgüterindustrie transformiert Materialien unterschiedlicher Entwicklungsgrade in Produkte oder Waren, die direkt verbraucht werden.

Schwer- und Investitionsgüterindustrie

  • Basis: Herstellung von Schwermetallen und Chemikalien.
  • Ausrüstung: Bauwesen, Umbau oder mechanische Metallurgie.

Leicht- und Konsumgüterindustrie

Dazu gehören die Leichtchemie, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Lebensmittelbranche sowie das Buch- und Druckwesen.

2. Traditionelle Branchen

Zu den traditionellen Sektoren der spanischen Industrie gehören jene, die für den gesamten Prozess der zeitgenössischen Industrialisierung von zentraler Bedeutung waren. Besonders hervorzuheben ist die Metallurgie.

Eisen- und Stahlindustrie

  • Integrierte Stahlindustrie: Diese ist im Baskenland, im Mittelmeerraum und in Asturien konsolidiert. Die Überkapazitäten im Vergleich zum spanischen Bedarf führten zu einer Krise und notwendigen Umstrukturierungen mit erheblichen sozialen Auswirkungen.
  • Nicht-integrierter Stahl: Diese Sparte besteht aus kleineren Unternehmen und Private Equity.

Metallverarbeitung und Schiffbau

Die Metallverarbeitung steht in engem Zusammenhang mit der metallurgischen Industrie. Ihre Ausdehnung verlief synchron mit den gesellschaftlichen Veränderungen der 1960er Jahre, der Einführung neuer Energiequellen für den häuslichen Gebrauch und der Verbreitung der Kälteindustrie.

Der Schiffbau ist ein weiterer wichtiger Bereich der traditionellen Industrie. Durch die Initiative des INI (Instituto Nacional de Industria) wurden große Werften gebaut, die sich auf den Bau von großen Tankern und Massengutfrachtern spezialisierten. Es gibt zudem Unternehmen für kleinere Schiffe. Seit 1990 befindet sich die Branche in einer Krise und erfährt eine Umstrukturierung (Stilllegungen).

Textil-, Leder- und Schuhindustrie

Diese Branchen sind für die spanische Industrie sehr wichtig. Die katalanische Textilindustrie stellte eine der Hauptstützen der Industrialisierung dar. Im Laufe der Zeit gab es große Veränderungen, wie die Substitution von organischen Fasern durch Chemiefasern und Unternehmensumstrukturierungen. Die Bekleidungsindustrie ist ein Zweig der Textilindustrie, der entstand, weil die Bevölkerung verstärkt fertige Kleidung statt Gewebe nachfragte.

3. Dynamische Branchen

Besonders dynamisch zeigen sich Sektoren wie die Automobil-, Chemie- und Lebensmittelindustrie. Diese zeichnen sich durch hohe technologische Anforderungen, große Investitionen multinationaler Konzerne und eine hohe Fertigungstiefe aus.

  • Automobilsektor: Er entwickelte sich in den 60er Jahren unter staatlichem Schutz durch das INI. Spanien besitzt große Produktionsstätten und der Sektor ist einer der wichtigsten Exportmärkte der Wirtschaft.
  • Chemische Industrie: Sie umfasst Raffinerien und die Grundstoffchemie rund um das Erdöl. Die Weiterverarbeitung erfolgt in kleineren Betrieben, vor allem in Madrid, Katalonien und dem Baskenland.
  • Lebensmittelindustrie: Dieser Sektor ist durch eine Vielfalt an Produkten aus der Landwirtschaft geprägt. Die Fabriken sind oft klein oder mittelgroß und befinden sich häufig in bewässerten Gebieten.

4. Spitzentechnologie und neue Innovationen

Die High-Tech-Sektoren tragen durch Entdeckungen, neue Materialien und Systeme zur Verbesserung der Produktion bei, was oft als neue industrielle Revolution bezeichnet wird. Dies umfasst die Elektronik und Informationstechnik, die häufig in Technologieparks angesiedelt sind. Diese Bereiche erfordern qualifizierte Arbeitskräfte und Innovationen durch F&E+I (Forschung, Entwicklung und Innovation).

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