Die industrielle Struktur und Industriepolitik der EU

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Die Bedeutung der EU als Industriemacht

Die EU ist eine bedeutende industrielle Macht, was sich an der Anzahl der Beschäftigten (25,6 Millionen) und dem Beitrag der Industrie zum BIP (30,6 %) zeigt.

a) Die industrielle Struktur

Die industrielle Struktur ist geprägt von einem Rückgang in reifen Sektoren (im Zuge der Umstrukturierung) und einer Dynamik in Bereichen mit technischen Innovationen. Aufgrund der zunehmenden Globalisierung sind Unternehmen gezwungen, ihre internationale Reichweite zu erhöhen, innovative Produktions- und Managementverfahren zu entwickeln sowie differenzierte Produkte mit Fokus auf Qualität und Design anzubieten.

b) Industrielle Zentren in der EU

Die industriellen Bereiche der EU sind ungleich verteilt. Das am stärksten industrialisierte Gebiet ist das Zentrum rund um den Rhein, das sich bis in das Tal des Rheins und die Po-Ebene erstreckt. Eine sekundäre Achse verläuft im Mittelmeerraum. Im restlichen Gebiet konzentriert sich die Industrie auf Enklaven in der Nähe von Hauptstädten und Großstädten.

Diese Bereiche lassen sich nach verschiedenen Einflussfaktoren klassifizieren:

  • 1) Mineralgewinnende Gebiete: Verbunden mit der Verarbeitung umfangreicher Ressourcen. Kohle bildete die Basis der Stahlindustrie in Großbritannien, Belgien, Deutschland, Frankreich und Spanien. In der Nordsee dominieren Öl-, Chemie- und Energiewirtschaft.
  • 2) Hafenbereiche: Hier sind verarbeitende Industrien angesiedelt, die von Transport, Lagerung und Nähe zu Verbrauchermärkten profitieren. Dies gilt für einige Atlantik- und Mittelmeerhäfen sowie für das Netzwerk von Flüssen und Wasserstraßen (z. B. Rhein-Häfen).
  • 3) Städtisch-industrielle Bereiche: Diese gewinnen derzeit durch innovative Dienstleistungen für die Produktion und als Sitz von Großunternehmen an Bedeutung.
  • 4) Dezentrale Industriegebiete: Diese befinden sich in stadtnahen Gebieten, kleineren Städten und ländlichen Regionen, bedingt durch Diffusionsprozesse, Standortverlagerungen oder endogene Industrialisierungsbemühungen.

c) Die EU-Industriepolitik

Die Industriepolitik der EU konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

  • Umstrukturierung von Sektoren in Schwierigkeiten und Förderung von Sektoren mit neuen Technologien.
  • Überwindung des Forschungsrückstands gegenüber der amerikanischen und japanischen Konkurrenz durch Förderung von Investitionen, F&E und Kooperationen.
  • Förderung wettbewerbsfähiger und innovativer Unternehmen sowie Sicherung des freien Wettbewerbs (Verhinderung von Monopolen).
  • Vermeidung von Umweltschäden durch präventive und repressive Maßnahmen.

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