Industriestandorte und Energiepolitik in Spanien: Ein Überblick

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Faktoren für Industriestandorte

Die Industrie tendiert dazu, sich in Gebieten anzusiedeln, in denen die Kosten gesenkt und der Gewinn maximiert werden kann.

Klassische Standortfaktoren sind:

  • Nähe zu Rohstoffen und Energiequellen
  • Ein großer Verbrauchermarkt
  • Verfügbarkeit von ausreichend und kostengünstigen Arbeitskräften
  • Gute Transportsysteme für Produkte
  • Eine gut ausgebaute Infrastruktur und Ausstattung

Industriegebiete in Spanien

Historische Entwicklung

Seit ihren Anfängen konzentrierte sich die spanische Industrie auf die peripheren Regionen der Halbinsel.

Je nach Standortfokus entstanden verschiedene Arten von Industriegebieten:

  • Rohstoffnahe Gebiete: Industrien, die auf Rohstoffe angewiesen waren, siedelten sich in der Nähe von Abbaustätten an. Ein Beispiel hierfür ist die Region Málaga in Andalusien, wo die ersten Hochöfen zur Nutzung der dortigen Mineralvorkommen errichtet wurden.
  • Hafengebiete: Industrien, die auf den Import von Rohstoffen oder den Export von Waren angewiesen waren, entstanden in der Nähe wichtiger Häfen, die die Versorgung oder den Versand sicherstellten.
  • Städtisch-industrielle Gebiete: Diese entwickelten sich in Städten, die einen großen Arbeits- und Absatzmarkt boten. Sie lagen oft in der Nähe von Bahnhöfen, die als wichtige Warenumschlagplätze dienten.

Entwicklung während der Franco-Ära

Während der Franco-Ära verfestigten sich die territorialen Ungleichgewichte in der industriellen Verteilung. Die Regionen des kantabrischen Streifens spezialisierten sich auf Sektoren der Schwerindustrie mit großen Fabriken. Die Mittelmeerregionen wiesen einen höheren Anteil an Leichtindustrie und Kleinunternehmen auf.

Die Region Madrid baute ihre Industrie aus, gefördert durch die zentralistische Politik des Franco-Regimes. In diesen Regionen fand ein doppelter Prozess statt: Einerseits eine zunehmende Konzentration von Unternehmen in den Großstädten, andererseits führte der Anstieg der Grundstückskosten und die Konkurrenz durch profitablere Dienstleistungsnutzungen zur Verlagerung einiger Industrieaktivitäten an die Peripherie der Metropolen. Diese neuen Industriestandorte entstanden entlang der Hauptverkehrsachsen.

Es entstanden neue Industriezonen:

  • Nationale Industrieachsen: Entlang der wichtigsten Verkehrswege.
  • Entwicklungspole: Gefördert durch eine Politik des „Developmentalismus“ (desarrollismo).
  • Isolierte Enklaven: In Städten oder Gebieten, in denen gezielt Basisindustrien angesiedelt wurden, um die Entwicklung zu fördern.

In den übrigen Teilen Spaniens war die Industrialisierung gering. Die Produktion beschränkte sich meist auf die Provinzhauptstädte und traditionelle Gewerbe.

Industriepolitik in Spanien

Eine protektionistische Politik schützte die spanische Industrie durch die Erhebung von Zöllen und die Beschränkung von Importen vor ausländischer Konkurrenz. Zudem wurden staatliche Unternehmen gegründet.

Um das territoriale Ungleichgewicht zu korrigieren, wurden Maßnahmen zur Industrieförderung ergriffen. Dazu gehörten die sogenannten Förder- und Entwicklungspole (Polos de Promoción y Desarrollo), die von der französischen Industrieplanung inspiriert waren. Das Ziel war, in ausgewählten städtischen Gebieten rückständiger Regionen Bedingungen zu schaffen, die einen Industrialisierungsprozess auslösen sollten. Entwicklungspole wurden in Städten mit einer bereits vorhandenen industriellen Basis eingerichtet, während Förderzentren in den am stärksten benachteiligten Gebieten entstanden. Die Ergebnisse blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück, sowohl bei den Investitionen als auch bei der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Weitere Fördermaßnahmen boten Anreize für Unternehmen, die sich in bestimmten Zonen ansiedelten:

  • Zonen mit bevorzugtem Industriestandort: Gebiete, die außerhalb der Pole lagen, aber als geeignet für die industrielle Expansion angesehen wurden.
  • Bevorzugte Industriegebiete: Diese waren über die gesamte spanische Geografie verteilt.

Energiequellen in Spanien

Definition von Energiequellen

Energiequellen sind Ressourcen, aus denen wir Energie gewinnen, um Arbeit zu verrichten.

Erdgas

Erdgas ist ein Gemisch aus gasförmigen Kohlenwasserstoffen, das in unterirdischen Lagerstätten vorkommt. Es ist eine erst seit Kurzem bedeutende Energiequelle. Die spanische Produktion, die sich im Baskenland konzentriert, ist für die Selbstversorgung unzureichend, weshalb eine starke Abhängigkeit vom Ausland besteht.

Kernenergie

Kernenergie wird durch Kernspaltung gewonnen. Ihr Ausbau in Spanien erfolgte vor allem nach der Ölkrise von 1975, um die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern. Uran für die Kernenergie wird aus Lagerstätten bei Ciudad Rodrigo und Don Benito gewonnen.

Wasserkraft

Wasserkraft ist eine erneuerbare Energiequelle. Sie wird erzeugt, indem das in Stauseen oder Seen gespeicherte Wasser abgelassen wird. Die Bewegung des Wassers treibt Turbinen an, die die mechanische Energie in elektrische Energie umwandeln. Die Produktion auf der Iberischen Halbinsel konzentriert sich hauptsächlich auf die nördliche Hälfte.

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