Infektionskrankheiten, Pharmakologie und Evolutionstheorien: Ein Überblick
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Infektionskrankheiten und Pharmakologie
Klassifikation von Krankheiten und Erregern
Wieder auftauchende Krankheiten (Re-emerging Diseases)
Keime, die lange Zeit verborgen waren und plötzlich wieder auftreten können, wie zum Beispiel Ebola oder Tuberkulose (TB).
Aufstrebende Krankheiten (Emerging Diseases)
Frühere Erkrankungen, die bei uns bleiben und Mutationen aufweisen, wie Cholera, Tuberkulose oder Dengue-Fieber.
Infektiöse Erreger (Pathogene)
Pathogene Mikroorganismen, die Krankheiten verursachen, indem sie in unseren Körper eindringen, sich dort vermehren und Symptome hervorrufen. Dazu zählen:
- Viren
- Bakterien
- Protozoen
- Pilze
Infektionsquellen
- Direkt: Durch direkten Kontakt zwischen Personen.
- Indirekt: Über kontaminierte Nahrung oder Wasser.
Die Immunantwort des Körpers
Funktion und Reaktion
Die Immunantwort ist die Reaktion des Immunsystems (Organe, Zellen), wenn es auf Keime trifft. Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) verbreiten sich im Körper und reagieren zum Schutz, indem sie die Keime abtöten.
Formen der Immunität
- Natürliche Immunität: Tritt auf, wenn eine Krankheit nur einmal durchgemacht wird (z. B. Windpocken).
- Künstliche Immunität: Einführung von Krankheitserregern ohne schädigendes Potenzial, um eine Immunantwort zu erzeugen (Impfung).
Medikamente und Resistenzen
Antibiotika
Chemische Substanzen, die Bakterien abtöten und deren Vermehrung verhindern. Ihre Entdeckung (z. B. Penicillin, das erste Antibiotikum) war revolutionär im Kampf gegen Krankheiten.
Antivirale Mittel
Medikamente, die spezifisch gegen Viren wirken und nicht gegen Bakterien.
Resistenzen
Die Entwicklung von Resistenzen von Bakterien gegenüber Antibiotika wird durch Faktoren wie Genmutationen oder Genaustausch verursacht.
Phasen der Arzneimittelentwicklung
1. Präklinische Phase
Forschung und Tests mit neuen Molekülen. Hier wird die Wirksamkeit und Toxizität geprüft, oft durch Tierversuche.
2. Klinische Phase (Tests an Freiwilligen)
Diese Phase umfasst drei Unterphasen:
- Phase 1: Tests an gesunden Probanden, um negative Auswirkungen auszuschließen.
- Phase 2: Tests an einer kleinen Gruppe von Patienten zur Prüfung der Wirksamkeit.
- Phase 3: Tests an einer größeren Gruppe von Patienten, wobei die Ergebnisse mit denen anderer Medikamente verglichen werden.
Evolutionstheorien und Hominisation
Historische Evolutionstheorien
Fixismus (Kreationismus)
Anthropologische Weltanschauung, basierend auf der Genesis. Die Erde wurde als nur 6000 Jahre alt betrachtet. Verfochten von G. Cuvier.
Lamarckismus (Jean-Baptiste de Lamarck)
Idee der Komplexität und des Fortschritts. Die zentralen Thesen sind:
- Organismen müssen sich ändern.
- Veränderungen werden durch Umweltprobleme verursacht.
- Die Gewohnheiten der Organismen führen zu Veränderungen.
- Erworbene Veränderungen werden vererbt.
Darwinismus (Charles Darwin)
Zentrale Ideen der natürlichen Selektion:
- Es werden mehr Individuen geboren, als überleben können.
- Innerhalb der Individuen treten Mutationen auf, die zu Veränderungen führen.
- Es erfolgt eine natürliche Selektion der Stärkeren.
- Die Population verändert sich allmählich.
Moderne Evolutionstheorie
Synthetische Evolutionstheorie (Neo-Darwinismus)
Die evolutionäre Einheit ist die Population, nicht das Individuum. Der Ursprung der Variabilität liegt in Mutationen (Veränderungen in der DNA), die dem Körper unterschiedliche Merkmale verleihen. Mutationen können Vorteile, Nachteile (meistens) oder neutral sein.
Evo-Devo (Evolutionäre Entwicklungsbiologie)
Betont die Hierarchie von Genen. Veränderungen in wichtigen Genen haben größere Auswirkungen. Erklärt Evolutionssprünge durch die Einbeziehung der Variabilität.
Artbildung (Speziation)
Zwei Populationen entwickeln sich unabhängig voneinander. Die Anhäufung von Unterschieden führt schließlich zur Entstehung einer neuen Spezies.
Die Entwicklung des Homo
Hominiden-Arten und Merkmale
- Homo habilis: Erster Homo. 2,5 bis 1,5 Millionen Jahre (Ma). Afrika.
- Homo ergaster: 1,8 bis 1,2 Ma. Gehirnvolumen: 800 bis 1000 cm³.
- Homo erectus: 1,7 Ma bis 50.000 Jahre. Gehirnvolumen: 800 bis 1100 cm³. Weit verbreitet.
- Homo antecessor: 1,2 Ma bis 300.000 Jahre. Gehirnvolumen: 1000 bis 1100 cm³. Europa. Entwickelte sich zum Homo neanderthalensis.
- Homo neanderthalensis: Ab 300.000 Jahren. Gehirnvolumen: 1500 cm³. Keine ausgeprägte Kinnpartie und Stirn. Körperlich stark, aber eher klein. Sie kannten das Feuer, pflegten ältere Menschen und begruben die Toten.