Infrakassen: Strukturelle Probleme, Merkmale und politische Dimension

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Soziologische und politische Dimension des Konzepts der Infrakassen

Die traditionelle soziologische Definition der Klasse stößt bei der Betrachtung der Infrakassen auf zwei zentrale Probleme, die auf eine strukturelle Kompression hindeuten:

  • Die Unklarheit und der Mangel an Kohärenz des Selbstbewusstseins und der Klassenidentität dieser sozialen Gruppen.
  • Das Fehlen eines spezifischen, der Klasse zuzurechnenden Verhaltensmusters dieser Gruppen.

Die Dynamik der Tatsachen zeigt, dass viele der Probleme, mit denen die Infrakassen konfrontiert sind, struktureller Art sind und weit über das Potenzial oder den individuellen Willen hinausgehen. Es geht nicht darum, wer den Infrakassen angehören will, sondern wer kann. Die Situation der Infrakassen ist durch folgende Merkmale definiert:

Merkmale der Situation der Infrakassen

  1. Objektive Marktposition und strukturelle Arbeitslosigkeit

    Die Infrakassen besetzen eine objektive Position auf dem Markt, die eng mit der Umstrukturierung der Produktionssysteme (Einbeziehung neuer Technologien und automatischer Arbeitssysteme) zusammenhängt. Diese neue Situation, verbunden mit den wachsenden Erwartungen an die Erwerbstätigkeit von Frauen, führt zu einem sehr großen Überangebot an Arbeitskräften im Verhältnis zur Nachfrage. Dies resultiert in langfristiger struktureller Arbeitslosigkeit und erhöhter Arbeitsplatzunsicherheit.

  2. Wirtschaftspolitik und unbegleitete Globalisierung

    Mit den technologischen Veränderungen geht eine Neugestaltung der Wirtschaftspolitik einher, die grundsätzlich darauf abzielt, den Wettbewerb in einem Kontext der wirtschaftlichen Globalisierung zu maximieren. Diese Globalisierung wird jedoch nicht von einer parallelen Globalisierung der Initiativen der Solidarität und der sozialen Regulierung begleitet.

  3. Ähnliche soziologische Merkmale der Betroffenen

    Diejenigen, die von Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzunsicherheit oder dem Fehlen sozialer Sicherung betroffen sind, weisen zunehmend ähnliche objektive soziologische Merkmale auf (betroffen sind junge Frauen, gering Qualifizierte, ethnische und rassische Minderheiten usw.).

  4. Prognose und politische Zielsetzungen

    Die Prognose einer langen Verlängerung der strukturellen Arbeitslosigkeit und prekären Arbeitsbedingungen führt zu einem gemeinsamen Interesse der Infrakassen an der Notwendigkeit, eine Wirtschafts- und Sozialpolitik zu fördern, die die aktuellen Trends der Dualisierung korrigiert. Dies soll durch soziale Initiativen zum Schutz und zur Schaffung von Arbeitsplätzen und gesellschaftlich nützlichen Tätigkeiten geschehen.

  5. Marginale soziale Stellung und Abhängigkeit

    Menschen, die zu den Infrakassen gehören, neigen dazu, sich in einer marginalen sozialen Stellung zu sehen. Dies bewirkt, dass sie einzeln oder in Gruppen als Teil abhängiger und untergeordneter sozialer Sektoren betrachtet werden.

Diese sozialen Gruppen befinden sich auf der niedrigsten Ebene der Macht, des Ansehens und der Wahrnehmung von Eigentumsrechten und Privilegien. Aus diesem Grund können sich die objektiven Forderungen der Infrakassen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik überschneiden, die darauf abzielt, sie aus ihrem allgemeinen Tiefstand zu befreien. Das Problem ist jedoch, dass viele Einzelpersonen und Gruppen innerhalb der Infrakassen noch kein ausreichend entwickeltes, lebendiges Bewusstsein für die wahre Natur ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage und ihrer künftigen Perspektiven entwickelt haben.

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