Internationale Arbeitsorganisation (IAO) & Erklärung der Kinderrechte
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Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) und ihre Übereinkommen
Die IAO wurde 1919 gegründet und ist eine internationale Vereinigung für den rechtlichen Schutz der Arbeitnehmer. Die IAO hat die Aufgabe, den Schutz der Arbeitnehmer zu gewährleisten. Ihre Struktur orientiert sich an den üblichen Kriterien der internen Organisation eines Staates.
Die **Internationale Arbeitskonferenz** ist das oberste Organ der IAO. Sie entwickelt und verabschiedet Übereinkommen und Empfehlungen (IAO-Normen) und ist für die Sanktionierung internationaler Arbeitsnormen zuständig. Die von der Generalkonferenz erlassenen Regeln sind:
IAO-Normen: Abkommen, Empfehlungen und Resolutionen
- ***Abkommen (Konventionen):*** Rechtliche Instrumente, die nach Ratifizierung internationale Verpflichtungen für die Mitgliedstaaten begründen.
- ***Empfehlungen:*** Legen Leitlinien für die regulatorische Entwicklung der einzelnen Staaten fest.
- ***Resolutionen:*** Haben einen geringeren Status und sind in der Regel weniger formelle vorbereitende Vereinbarungen.
Sowohl IAO-Konventionen als auch Empfehlungen erfordern zur Genehmigung eine Zweidrittelmehrheit der Internationalen Konferenz. Internationale Konventionen sind völkerrechtliche Verträge, die für ihre Mitglieder nach der Ratifizierung verbindlich sind. Empfehlungen hingegen sind nicht verbindlich, sondern dienen als Anregungen für die Länder, um Fortschritte bei den Arbeitsbedingungen zu erzielen.
Internationale Arbeitsnormen stehen im Mittelpunkt der Tätigkeit der IAO. Im Laufe der Jahre haben die Regierungen der Mitgliedstaaten sowie die Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer internationale Normen in Bezug auf alle Arbeitsbereiche entwickelt, darunter soziale Fragen wie die Abschaffung der Zwangsarbeit, die Vereinigungsfreiheit und die Sicherheit. Jedes Jahr treffen sich Vertreter der Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen aller Mitgliedstaaten in Genf, um Regeln zu erlassen oder zu revidieren, die zu internationalen Arbeitsübereinkommen und Empfehlungen werden.
Maßnahmen auf nationaler Ebene für das Inkrafttreten der Übereinkommen spielen eine entscheidende Rolle. Die Entwicklung nationaler Rechtsvorschriften wird durch die bloße Existenz internationaler Arbeitsnormen beeinflusst, selbst in Ländern, die eine bestimmte Konvention nicht ratifiziert haben.
Die Stärke der Internationalen Arbeitsorganisation liegt in ihrer Regulierungsfunktion. Ihre Einzigartigkeit ergibt sich aus der ständigen Suche nach einem Konsens zwischen den Behörden und den wichtigsten Akteuren: Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Wichtige IAO-Kernarbeitsnormen
- **Übereinkommen Nr. 29 (1930):** Betrifft die Zwangsarbeit.
- **Übereinkommen Nr. 87 (1948):** Betrifft die Vereinigungsfreiheit und den Schutz des Vereinigungsrechts.
- **Übereinkommen Nr. 100 (1951):** Betrifft die Gleichheit des Entgelts (gleicher Lohn für gleiche Arbeit).
- **Übereinkommen Nr. 138 (1973):** Betrifft das Mindestalter für die Beschäftigung.
Internationale Erklärung der Rechte des Kindes (1959)
Bereits 1924 verabschiedete der Völkerbund die sogenannte **Genfer Erklärung** über die Anerkennung der Rechte des Kindes. Diese Erklärung war der Ausgangspunkt für die spätere Internationale Erklärung der Rechte des Kindes im Jahr 1959. Diese Erklärung impliziert die Anerkennung von Kindern als Rechtssubjekte. Sie sollte in das nationale Recht der unterzeichnenden Staaten eingearbeitet werden. Sie umfasst 10 Grundprinzipien:
Die 10 Grundprinzipien der Kinderrechte
- Das Kind genießt ausnahmslos alle in der Erklärung festgelegten Rechte. Dies drückt den allgemeinen Willen der Erklärung selbst aus.
- Das Kind genießt besonderen Schutz, um sich körperlich und geistig in Bezug auf Gleichheit, Freiheit und Würde entwickeln zu können.
- Das Kind hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit von Geburt an. Es gibt zwei Hauptmöglichkeiten, die Staatsbürgerschaft zu gewähren: ***Ius Soli*** (Recht des Bodens, Staatsangehörigkeit des Geburtsortes) und ***Ius Sanguinis*** (Recht des Blutes, Staatsangehörigkeit der Eltern).
- Recht auf Leistungen der sozialen Sicherheit. Das Kind soll in guter Gesundheit aufwachsen und sich entwickeln können, einschließlich des Rechts auf Nahrung, Unterkunft, Erholung und ärztliche Betreuung.
- Recht auf notwendige medizinische Versorgung und Kinderkrankenpflege.
- Recht, unter dem Schutz seiner Eltern aufzuwachsen. Ist dies nicht möglich, muss der Staat diesen Schutz gewährleisten.
- Recht auf kostenlose Bildung und Schulpflicht, zumindest in den elementaren Stufen.
- Das Kind gehört zu den ersten, die Schutz und Hilfe erhalten.
- Kinder müssen gegen alle Formen von Vernachlässigung geschützt werden.
- Kinder müssen gegen jede Form von Diskriminierung geschützt werden.
Die Erklärung bringt neue Haltungen und Ideen zu einem Thema zum Ausdruck, das die volle Aufmerksamkeit aller Beteiligten verdient. Sie zielt auf die volle Anerkennung der ausgeprägten Persönlichkeit des Kindes sowie auf dessen angemessene Behandlung und Schutz ab.