Internationale Beziehungen: Anarchie, Frieden und Ukraine-Konflikt

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Internationale Beziehungen: Grundlagen und Konflikte

Anarchie: Politik ohne übergeordnete Autorität. Souveräne Staaten handeln nach eigenem Interesse, streben nach Sicherheit und Machtmaximierung. Dies kann andere Staaten bedrohen (z.B. der russisch-ukrainische Krieg). Eine Lösung ist schwierig, da es keine globale Autorität gibt.

Hegemoniale Ordnung

Ein Staat herrscht als Hegemonialmacht. Andere Länder stützen diesen Staat und akzeptieren seine Ordnung.

Sie profitieren von der durch die Hegemonialmacht gewährleisteten Stabilität, dem Frieden und den bereitgestellten wirtschaftlichen Strukturen.

Horizontale Selbstkoordination

Erhaltung stabiler Beziehungen durch freiwillige Kooperationen von Staaten. Akteure sind formal gleichberechtigt, es gibt keine zentrale Macht, die Zustimmung erfolgt freiwillig.

(Beispiele: UNO, EU, Klimaschutzabkommen)

Weltstaat

Hypothetisch: Eine zentrale globale Regierung, die für alle Staaten Entscheidungen trifft. Keine Souveränität, globale Autorität => globale Konflikte werden gelöst, weltweit gelten dieselben Gesetze (die UNO könnte ein Ansatz sein).

Multilateralismus

Zusammenarbeit mehrerer Staaten, z.B. in Organisationen wie der UNO.

Unilateralismus

Ein Staat handelt allein (z.B. amerikanische Sanktionen gegen den Iran).

Bilateralismus

Direkte Verhandlungen zwischen zwei Ländern (z.B. Handelsabkommen zwischen China und Russland).

Negativer Frieden

  • Bloße Abwesenheit physischer Gewalt und Kampfhandlungen.
  • Zustand des Nicht-Krieges, ohne dass strukturelle Gewalt und Ungerechtigkeit beseitigt wurden.
  • Nur das Fehlen von direktem Krieg oder Gewalt.

Positiver Frieden

  • Abwesenheit struktureller und physischer Gewalt.
  • Schaffen von gerechten Verhältnissen.
  • Soziale Gerechtigkeit und Gleichheit.

Formen physischer Gewalt durch Kampfverbände

  • Klassischer Krieg zwischen zwei Ländern (z.B. Iran und Irak).
  • Bürgerkrieg.
  • Anti-Regime Krieg, Sezessionskrieg: zwischen Staat und nicht-staatlichem Akteur (Jugoslawien).
  • Interventionskrieg: Staat gegen nicht-staatlichen Akteur auf fremdem Territorium (USA vs. Taliban).

Genesis des Ukraine-Konflikts

  1. Unabhängigkeit 1991: Nach dem Zerfall der Sowjetunion stimmte die Ukraine in einem Referendum für ihre Unabhängigkeit.
  2. Budapester Memorandum 1994: Die Ukraine verzichtete auf Atomwaffen im Austausch für Sicherheitsgarantien von Russland, den USA und Großbritannien.
  3. Euromaidan 2013/14: Proteste gegen die prorussische Regierung führten zum Sturz des Präsidenten Janukowytsch und zu politischen Spannungen.
  4. Krim-Annexion 2014: Russland annektierte die Krim nach einem umstrittenen Referendum, was zu internationalen Spannungen führte.
  5. Krieg im Donbass 2014: Prorussische Separatisten riefen in Luhansk und Donezk „Volksrepubliken“ aus, was zu bewaffneten Konflikten führte.
  6. Invasion 2022: Am 24. Februar 2022 begann Russland eine großflächige militärische Invasion der Ukraine, mit dem erklärten Ziel, die militärische Infrastruktur der Ukraine zu zerstören.

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