Internationale Dimension und Folgen des Spanischen Bürgerkriegs

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Die internationale Dimension des Konflikts

Der Krieg zwang die Großmächte nicht nur dazu, Positionen einzunehmen, sondern auch eine gemeinsame Haltung unter dem Namen der Nichteinmischung zu finden. Dazu muss die ideologische Debatte betrachtet werden, die sowohl die öffentliche Meinung beeinflusste als auch Intellektuelle aus der ganzen Welt einbezog.

Zuständigkeiten der einzelnen Akteure

Die besondere Stellung der Mächte war ein kritischer Aspekt in der Entwicklung des Bürgerkriegs durch die Intervention des faschistischen Italiens und Nazi-Deutschlands zugunsten der Rebellenarmee. Die Unterstützung durch Italien und Deutschland verfolgte strategische und politische Ziele:

  • Der spanische Konflikt diente ihnen als Erprobung ihrer Armeen für einen kommenden Weltkrieg, um sich gründlich vorzubereiten.
  • Die ideologischen Sympathien Italiens und Deutschlands lagen bei den Rebellen. Francos Sieg vertrat den Triumph des Faschismus und verlieh autoritären Regimen Prestige.
  • Die Unterstützung der Rebellen eröffnete die Möglichkeit, einen neuen Verbündeten zu gewinnen, der die zukünftige internationale Politik beeinflussen könnte.
  • Ein Großteil der Hilfe erfolgte über italo-germanische Kredite und war teilweise unentgeltlich. Während des Zweiten Weltkriegs lieferte Spanien strategisch wichtige Materialien an Deutschland.
  • Die direkte Unterstützung durch Waffenlieferungen erfolgte heimlich und langsam; die Zweite Republik musste diese mit Goldreserven der Bank von Spanien bezahlen.
  • Die sowjetische Regierung organisierte über die Kommunistische Internationale die Anwerbung von Freiwilligen aus der ganzen Welt und förderte die internationalen Brigaden sowie die antifaschistische Solidarität. Zudem wurde die diplomatische Präsenz durch den ersten sowjetischen Botschafter in der Geschichte Spaniens gestärkt.

Der Pakt der Nichteinmischung

Alle Mächte vereinbarten, auf diplomatische und militärische Einmischung in spanische Angelegenheiten zu verzichten und Waffenexporte nach Spanien zu verbieten. Diese Politik, bekannt als Nichteinmischung, verhinderte, dass die legitime Regierung der Zweiten Republik Waffen zur Verteidigung gegen die Rebellion aus dem Ausland beziehen konnte. Ein Ausschuss sollte die Einhaltung der Vereinbarung überwachen. Diese von der britischen Regierung befürwortete Politik war in kritischen Momenten des Konflikts ein Fehlschlag; sie verhinderte den Faschismus nicht, sondern förderte internationale Konflikte, die zum Zweiten Weltkrieg führten.

Die Folgen des Krieges

Der Bürgerkrieg hatte für Spanien tragische Folgen: den Tod und das Verschwinden vieler Menschen, Exil, Repression und wirtschaftliche Verluste.

Die Toten und Vermissten

Der demografische Verlust betrug praktisch eine Million Menschen, wobei etwa 300.000 auf den Schlachtfeldern starben. Die Franco-Diktatur verlängerte die Hinrichtungen weit über den Krieg hinaus um ein Jahrzehnt. Rechnet man Verluste durch Krankheiten und Unterernährung hinzu, wird die Zahl von einer Million leicht überschritten. Zudem muss der Rückgang der Geburtenrate berücksichtigt werden.

Exil

Die Verluste durch das Exil waren nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ relevant. Die Vertriebenen flohen nach Frankreich, Mexiko, Nordafrika, in die UdSSR und andere lateinamerikanische Länder. Viele dieser Menschen erlebten tragische Schicksale; diejenigen, die in Afrika oder Europa blieben, gerieten mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und dem Vormarsch der Nazis in eine noch schwierigere Lage und endeten oft in deutschen Konzentrationslagern.

Repression

Neben Erschießungen und der Internierung in Konzentrationslagern wurden Gefangene zur Zwangsarbeit bei pharaonischen Bauprojekten verurteilt. Andere blieben als sogenannte „Maulwürfe“ jahrelang auf Dachböden, in Kellern oder Baumstämmen versteckt. Viele praktizierten eine innere Emigration aufgrund ihrer Überzeugungen oder aus Angst vor Ablehnung durch Nachbarn nach ihrer Haft.

Wirtschaftliche Verluste

Es entstanden unzählige wirtschaftliche Schäden. Zum Rückgang der arbeitenden Bevölkerung kamen die Kosten des Krieges, die Zerstörung öffentlicher und privater Gebäude sowie der Eisenbahninfrastruktur hinzu. Die spätere Wirtschaftspolitik Francos verschlimmerte die Situation, da Spanien sein Wirtschaftswachstum stärker verzögerte als andere europäische Staaten, die den Zweiten Weltkrieg erlitten hatten.

Begünstigte Gruppen

Es gab Gruppen, die von der neuen Situation profitierten, wie das Militär, die Großgrundbesitzer und die Kirche, die zu hegemonialen Elementen der franquistischen Gesellschaft wurden. Zudem wurde die Autorität der Unternehmerschaft wiederhergestellt.

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