Internationaler Handel: Grundlagen, Politik und Währung
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Grundlagen des internationalen Handels
Der internationale Handel beschreibt den Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen verschiedenen Ländern. Da Ressourcen, Geschmäcker und klimatische Bedingungen weltweit variieren, basiert der Handel auf dem Prinzip des komparativen Vorteils sowie auf dem Prinzip der absoluten und relativen Vorteile. Durch den Handel steigen die Produktionsvorteile, die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit, was letztlich den Lebensstandard und das Know-how verbessert.
Protektionismus und Handelsbarrieren
Protektionismus bezeichnet Maßnahmen, die den internationalen Handel behindern. Motive hierfür sind der Schutz von Schwellenindustrien und strategischen Industrien, die nationale Verteidigung sowie die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit.
Arten protektionistischer Maßnahmen
- Zölle (Tarife): Steuern auf ausländische Produkte, um deren Preis zu erhöhen und sie weniger wettbewerbsfähig zu machen.
- Einfuhrkontingente: Mengenmäßige Beschränkungen für Produkte, die aus dem Ausland eingeführt werden dürfen.
- Ausfuhrsubventionen: Staatliche Beihilfen für inländische Unternehmen, um deren Exporte wettbewerbsfähiger zu machen.
- Dumping: Verkauf von Produkten unter den Produktionskosten.
- Nicht-tarifäre Handelshemmnisse: Administrative Regulierungen, die ausländische Produkte benachteiligen und nationale Produkte bevorzugen.
Globalisierung und Freihandel
Freiverkehr (Freihandel) bedeutet, dass internationaler Handel ohne künstliche Barrieren stattfindet. Globalisierung beschreibt die Ausdehnung des Handels über die gesamte Welt.
Formen der Handelsbeziehungen
- Global: Organisationen wie das GATT (nach dem Zweiten Weltkrieg zur Förderung des Welthandels gegründet) und die WTO (1995 als Nachfolger des GATT zur Lösung von Handelsproblemen gegründet).
- Regional:
- Freihandelszonen: Freier Warenverkehr zwischen Mitgliedsländern, während gegenüber Drittstaaten eigene Zölle gelten.
- Zollunionen: Freihandelszonen mit einem gemeinsamen Außenzolltarif gegenüber dem Rest der Welt.
- Gemeinsame Märkte: Wie eine Zollunion, jedoch mit zusätzlichem freiem Verkehr von Produktionsfaktoren (Kapital und Arbeit) und gemeinsamer Wirtschaftspolitik.
Die Zahlungsbilanz
Die Zahlungsbilanz ist ein buchhalterisches Dokument, das alle wirtschaftlichen Transaktionen eines Landes mit dem Rest der Welt erfasst. Es gibt drei zentrale Konzepte:
- Einnahmen: Transaktionen, durch die Devisen ins Land fließen.
- Zahlungen: Transaktionen, bei denen Devisen aus dem Land abfließen.
- Saldo: Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben.
Struktur der Zahlungsbilanz
A. Leistungsbilanz
- Handelsbilanz: Einnahmen aus dem Warenexport vs. Ausgaben für Warenimporte.
- Dienstleistungsbilanz: Einnahmen und Ausgaben aus Dienstleistungen (z. B. Tourismus).
- Primäreinkommen: Einkommen aus Investitionen und Arbeit im Ausland.
- Sekundäreinkommen (Übertragungen): Zahlungen ohne direkte Gegenleistung.
B. Vermögensübertragungsbilanz
Beinhaltet einseitige Kapitalübertragungen und den Erwerb oder die Veräußerung von nicht-finanziellen Vermögenswerten.
C. Kapitalbilanz (Finanzkonto)
Umfasst Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen, Kredite, Einlagen und Währungsreserven.
Der Vertrag von Maastricht
Der Vertrag von Maastricht begründete die Europäische Union (EU), schuf die Unionsbürgerschaft und ebnete den Weg zur Wirtschafts- und Währungsunion. Zur Erreichung ihrer Ziele nutzt die EU Gemeinschaftsrecht, einen eigenen Haushalt sowie Institutionen und Organe.
Internationaler Handel und Wechselkurse
Es wird zwischen zwei Arten unterschieden:
- Nominaler Wechselkurs: Der Preis einer Währung im Verhältnis zu einer anderen. Steigt der Kurs, wertet die Währung auf; sinkt er, wertet sie ab.
- Realer Wechselkurs: Das Verhältnis der Preise von Gütern einer Zone zu denen einer anderen Zone.
Formel: Inlandspreis × Wechselkurs / Auslandspreis.
Der Devisenmarkt: Angebot und Nachfrage
Der Wechselkurs wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Nachfrage nach Euro entsteht durch Exporte, Tourismus im Inland und Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Das Angebot an Euro entsteht durch Importe, Auslandstourismus und inländische Investitionen im Ausland.
Die Konvergenzkriterien (Maastricht-Kriterien)
- Inflation: Nicht mehr als 1,5 % über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder.
- Zinssatz: Nicht mehr als 2 % über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder.
- Wechselkursstabilität: Teilnahme am Wechselkursmechanismus ohne starke Schwankungen.
- Öffentliches Defizit: Maximal 3 % des BIP.
- Verschuldung: Maximal 60 % des BIP.
Systeme der Wechselkursbildung
- Feste Wechselkurse: Die Zentralbank legt den Kurs fest.
- Flexible Wechselkurse: Der Markt bestimmt den Kurs ohne Eingriffe der Zentralbank.
- Gemischte Systeme (kontrolliertes Floating): Der Kurs ist innerhalb bestimmter Bandbreiten flexibel; bei Überschreitung greift die Zentralbank ein.