Intravenöse Therapie: Grundlagen, Methoden & sichere Verabreichung
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Intravenöse Therapie: Grundlagen & Verabreichung
Was ist intravenöse Therapie (IV-Therapie)?
Die intravenöse Therapie (IV-Therapie) ist die Verabreichung von flüssigen Substanzen direkt in eine Vene. Dies geschieht über eine Nadel oder einen Schlauch (Katheter), der in die Vene eingeführt wird. Die Verabreichung kann intermittierend oder kontinuierlich erfolgen und wird als intravenöse Infusion bezeichnet.
Anwendungsbereiche der IV-Therapie
Die intravenöse Verabreichung umfasst Medikamente, Bluttransfusionen und in speziellen Fällen auch letale Injektionen. Medikamente liegen oft in Pulverform oder als fertige Lösung vor. Pulverförmige Medikamente werden erst kurz vor der Verabreichung gelöst, um eine Veränderung der Substanz zu verhindern. Fachpersonal kann die Zubereitung und Verabreichung von intravenösen Lösungen unter strenger Aufsicht durchführen.
Darreichungsformen von Medikamenten
Die Darreichungsformen umfassen die direkte Injektion (Bolus), die kontinuierliche Infusion (Tropf-System) und die intermittierende Perfusion (Infusionspumpe). Die Ausrüstung für die Fleboklyse sollte alle 72 Stunden gewechselt werden.
Direkte oder Bolus-Injektion
Die direkte Injektion oder Bolus-Verabreichung von Medikamenten oder intravenösen Lösungen ist indiziert, wenn eine schnelle Wirkung erforderlich ist oder wenn inkompatible Medikamente sofort im Körper wirken sollen.
Kontinuierliche Infusion (Fleboklyse)
Die kontinuierliche Infusion oder Dauerinfusion (Fleboklyse) ist besonders nützlich, um einen konstanten Medikamentenspiegel im therapeutischen Bereich aufrechtzuerhalten oder um den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wiederherzustellen bzw. zu erhalten. Dabei sind regelmäßige Kontrollen der hämodynamischen Patientensicherheit unerlässlich.
Vorbereitung des Arbeitsplatzes und Materials
Für die Vorbereitung des Arbeitsplatzes und des Materials wird ein steriles Nierenschalen-Set benötigt, das folgende Utensilien enthält:
- Spritzen
- Kanülen (Butterfly, Braunüle)
- Depot mit antiseptischen Baumwolltupfern
- Haftpflaster
- Stauschlauch
- Abfallbeutel
- Handschuhe
- Verfahrenskarte
- Medikamentenverordnung
Verfahren zur Verabreichung
Vorbereitung der Infusionslösung
- Den Hals des Infusionskolbens mit einem antiseptischen Tupfer desinfizieren und trocknen lassen.
- Bei Bedarf Elektrolyte oder Medikamente hinzufügen. Dazu den Verschluss des Kolbens öffnen und nach Zugabe wieder steril verschließen.
- Den Kolben beschriften mit: Name und Dosis der zusätzlichen Elemente, Startzeit der Infusion, geplante Tropfgeschwindigkeit, Name der verantwortlichen Person.
- Alle Materialien auf einem Tablett zur Patienteneinheit bringen.
- Hände waschen.
- Das Infusionssystem in drei Schritten installieren, wobei der Infusionsständer antiseptisch vorbereitet wurde.
Durchführung der intermittierenden Mikrotropf-Infusion
Das intermittierende Mikrotropf-System ist ein Verfahren zur Verabreichung von Medikamenten in geringen Mengen (z. B. 100 ml), die verdünnt werden. Diese Art der Infusion ist nützlich, wenn größere Mengen über einen längeren Zeitraum verabreicht werden müssen. Die Infusion erfolgt in der Regel über eine intravenöse Verlängerung oder einen Hahn, der vom Pflegepersonal installiert wird.
Ziele der intermittierenden Mikrotropf-Infusion
- Zeitweise Medikamente zu therapeutischen Zwecken verabreichen.
Benötigtes Material für Mikrotropf-Infusion
- Material wie zuvor beschrieben, plus zusätzliches Perfusionsbesteck (Tropfkammer und Mikrohahn oder Verlängerung für den venösen Zugang).
Ablauf der Mikrotropf-Infusion
- Hände waschen.
- Den Hals des Infusionsbeutels mit einem antiseptischen Tupfer desinfizieren und trocknen lassen.
- Die Mikrotropfkammer öffnen und das Gerät entsprechend dem Volumen vorbereiten.
- Die richtige Dosierung des Medikaments gemäß ärztlicher Anweisung mit einer Spritze aufziehen.
- Die Gummikappe der Mikrotropfkammer mit einem antiseptischen Tupfer reinigen und das Medikament vollständig in das angegebene Volumen einführen.
- Das Gesamtvolumen mit dem Verdünnungsmittel auffüllen, um das Medikament zu verdünnen.
- Das Infusionsbesteck vorbereiten, die Spitze schützen und alles in eine sterile Nierenschale legen.
Patientenverwaltung und Nachsorge
- Wie bei allen Medikamentenverabreichungsverfahren vorgehen.
- Das Infusionsbesteck an den 3-Wege-Hahn anschließen und den Vorgang beobachten.
- Nach Beendigung der Medikamentenverabreichung die Mikrotropfkammer mit 30 ml Lösung aus der Flasche nachfüllen und den Zugang über den Schlüssel des Infusionsbestecks spülen.
- Wenn der Patient eine laufende Fleboklyse hat, diese gegebenenfalls wiederherstellen.
- Wenn der Patient einen versiegelten venösen Zugang hatte, das Pflaster ersetzen.
Bemerkungen: Das Mikrotropfkammer-System sollte alle 72 Stunden oder bei Beendigung der Medikamentengabe gewechselt werden.
Verabreichung mittels Infusionspumpe
Die Perfusion mittels Infusionspumpe ist ein Verfahren, bei dem Medikamentenlösungen, insbesondere hochwirksame oder risikoreiche Substanzen, mit präziser Geschwindigkeit, Volumen und über einen bestimmten Zeitraum verabreicht werden. Dies ist ein rechtmäßiges Verfahren, das hauptsächlich von Pflegefachkräften durchgeführt wird.
Ziele der Infusionspumpen-Verabreichung
- Eine exakte und kontrollierte Medikamentendosis verabreichen.
Material für die Infusionspumpen-Verabreichung
- Infusionspumpe
- Pumpenkabel
- Spezifisches Infusionsbesteck (entsprechend dem Pumpenmodell)
- Parenterale Lösung
- Halteband
Präsentation und Zubereitung parenteraler Medikamente
Darreichungsformen von Medikamenten
- Medikamente sind in der Regel als stabile Lösungen in Glasfläschchen oder -flaschen verpackt.
- Sie können auch als ölige oder wässrige Suspensionen vorliegen.
Lösungsmittel für Medikamente
- Medikamente können als kristalline Lösungen oder als Pulver vorliegen, die mit geeigneten Lösungsmitteln rekonstituiert werden.
- Gängige Lösungsmittel sind: destilliertes Wasser, physiologische Kochsalzlösung, sterile Dextrose 5%, Ringer-Lösung.
- Die Herstellung der Medikamente erfolgt in Anwesenheit des Fachpersonals.