Der italienische Faschismus: Ursachen, Merkmale und totalitäre Umsetzung

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Der italienische Faschismus: Aufbau eines totalitären Staates

Der italienische Faschismus ist die Umsetzung eines totalitären Staates, in dem alle Macht zentralisiert wird und die Sicherheit sowie die verfassungsmäßigen Rechte beseitigt werden. Dieser totalitäre Staat stützt sich auf Gewalt, die Einheitspartei und die Beseitigung der Demokratie, um die Macht zu erlangen und zu behalten.

Ursachen des Faschismus

Wirtschaftliche und soziale Faktoren

  • Wirtschaftliche Schwäche: Die Wirtschaft war schwach und unausgewogen, insbesondere im Süden, gekennzeichnet durch viele Kleinbetriebe und landlose Bauern. Im industrialisierten Norden herrschte eine permanente Krise.
  • Finanzielle Probleme: Hohe Inflation, Staatsverschuldung und die Unfähigkeit der konservativen Regierungen, notwendige Wirtschafts- und Sozialreformen einzuleiten.
  • Soziale Unruhen: Es kam zu massiven Unruhen: Arbeiter besetzten Fabriken, Bauern besetzten Land. Die Arbeitslosigkeit war hoch.
  • Reaktion der Eliten: Die Oligarchie und die Großgrundbesitzer reagierten heftig auf die Arbeiterbewegung, indem sie bewaffnete Gruppen einsetzten. Sie wandten sich auch gegen die liberale Demokratie, da diese ihre Privilegien nicht garantierte.

Politische Faktoren

  • Schwache Demokratie: Die demokratische Einheit war fragil. Der Monarch besaß besondere verfassungsrechtliche Befugnisse (Ernennung der Regierung, Gesetzesabschaffung etc.).
  • Politische Fragmentierung: Die meisten großen Parteien waren fragmentiert. Anhaltende Krisen führten zu kontinuierlichen Regierungswechseln.
  • Unzufriedenheit mit den Friedensverträgen: Große Unzufriedenheit herrschte, da Italien die im Ersten Weltkrieg zugesagten Gebiete nicht vollständig zugesprochen bekam.

Merkmale des faschistischen Staates

  • Unterwerfung des Individuums: Der Einzelne wird dem Staat und der faschistischen Nation unterworfen.
  • Beseitigung liberaler Strukturen: Die liberale Ordnung, individuelle Rechte und der Parlamentarismus werden abgeschafft. Dogmatismus wird unterstützt, Rationalismus abgelehnt.
  • Machtkonzentration: Die politische Macht konzentriert sich auf den Duce (Führer). Die Verwaltungsräte bestehen ausschließlich aus faschistischen Beamten.
  • Wirtschaftspolitik (Autarkie): Die Autarkie-Politik ist die staatliche Kontrolle der Wirtschaft, um Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen zu erreichen. Dies führte zur Reduzierung von Importen und Exporten sowie zur Preiskontrolle.
  • Industrie: Förderung von Industrien von nationalem Interesse, insbesondere der Rüstungsindustrie.
  • Militärische Expansion: Der Mangel an Rohstoffen führte zu einer militärischen Expansionspolitik, die eine der Ursachen für den Zweiten Weltkrieg wurde.
  • Korporatismus: Einführung des Korporatismus, wobei faschistische Organisationen alle Bereiche der Gesellschaft kontrollierten.
  • Außenpolitik: Der totalitäre Staat verfolgte eine aggressive Politik, die zusammen mit Deutschland zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte.

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