Italienische Malerei des Trecento: Siena und Florenz
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In den meisten Teilen Europas drückte sich die Malerei in gotischen Kirchen durch Glasmalerei, Buchillustrationen und Altarbilder aus, da Wände kaum vorhanden waren. In Italien hingegen blieb die Wandfläche in Kirchen erhalten, wodurch sich das Fresko als wichtigstes Medium entwickelte, ergänzt durch Temperamalerei auf Holztafeln.
Die formale Entwicklung verlief ähnlich wie in der Bildhauerei: hin zu einem größeren Naturalismus in der Figurendarstellung und der Einführung von Landschaften, auch wenn die räumliche Tiefe noch nicht vollständig beherrscht wurde. Das 14. Jahrhundert, das Trecento, brachte zwei bedeutende Schulen hervor: die Sieneser Schule, die byzantinische Traditionen fortführte, und die Florentiner Schule, die bereits Elemente der frühen Renaissance vorwegnahm.
Die Sieneser Schule und Simone Martini
Die mittelalterliche Kunst orientierte sich an der byzantinischen Tradition, die Symbole auf goldenem Grund darstellte. Die Sieneser Maler behielten diese Sprache bei, integrierten jedoch Einflüsse der französischen Gotik, die durch Elfenbein- und Miniaturkunst nach Italien gelangte. Ihre Malerei zeichnet sich durch Zartheit, Eleganz und dekorative Farbigkeit aus.
Wichtige Vertreter der Sieneser Schule
- Duccio di Buoninsegna: Gründer der Schule, bekannt für seine Arbeiten in der Kathedrale von Siena, insbesondere die Maestà.
- Simone Martini: Er schuf eine Synthese aus byzantinischer Tradition und gotischer Eleganz. Seine Figuren sind schlank, die Konturen fein gezeichnet. Zu seinen Werken zählen die Maestà im Rathaus von Siena und das Porträt des Condottiere Guidoriccio da Fogliano.
Martinis Meisterwerk, das Altarbild der Verkündigung, verbindet den byzantinischen Goldgrund mit gotischen Linienführungen und zeigt eine hohe ikonographische Raffinesse.
Die Florentiner Schule und Giotto
In Florenz markiert das Werk von Giotto di Bondone den Bruch mit der byzantinischen Tradition. Er öffnete die Tür zu einer modernen Bildsprache, in der plastisches Volumen, Realität und menschliche Schwere triumphieren.
Giottos Beitrag zur Kunstgeschichte
Giotto, der als Maler, Bildhauer und Architekt tätig war, verlieh der Natur durch den franziskanischen Geist neuen Ausdruck. Seine Figuren gewannen an Natürlichkeit, Individualität und Volumen. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören:
- Die Ausmalung der Scrovegni-Kapelle in Padua mit dramatischen evangelischen Szenen.
- Die Fresken in den Kapellen der Bardi- und Peruzzi-Familien in der Kirche Santa Croce in Florenz.
Giotto malte auch auf Holz, wobei er hier teilweise noch den byzantinischen Stil seiner Sieneser Zeitgenossen und seines Lehrers Cimabue bewahrte. Mit Giotto wurde die Wandmalerei zu einer italienischen Errungenschaft, die in ihrer Bedeutung den französischen Glasfenstern ebenbürtig war.