Die italienische Renaissance: Quattrocento und Cinquecento
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 4,08 KB
Historisch-künstlerische Einführung: Renaissance
Die starke klassische Tradition in Italien, gekoppelt mit einem hohen kulturellen Niveau, begünstigte die Entstehung der Renaissance. Diese neue Epoche reagierte auf das Erscheinen einer neuen Gesellschaft, eines neuen Denkens und einer neuen Kultur. Die Entwicklung der Renaissance in Italien wird in zwei Phasen unterteilt: das Quattrocento und das Cinquecento, worauf der Manierismus folgt.
Die Renaissance markierte einen Höhepunkt, in dem der Mensch im Mittelpunkt stand. Die Verbindung zur Religion blieb bestehen, doch die gesamte Aufmerksamkeit richtete sich nun auf das Individuum. Befreit vom mittelalterlichen Theozentrismus, dominiert nun der Humanismus; der Mensch blickt zurück auf die Antike, um Inspiration für Philosophie, Literatur und Kunst zu suchen.
Es entstand eine neue hohe soziale Wertschätzung für den Künstler, der die Anonymität verlässt, um eine intellektuelle und künstlerische Persönlichkeit zu werden. Der Künstler gewinnt mehr Freiheit bei der Ausführung seiner Arbeiten. Romanische und gotische Werkstätten verwandelten sich in Akademien, in denen künftige Künstler nicht nur eine technische, sondern auch eine humanistische Ausbildung erhielten.
Das Publikum wandelte sich: Während Aufträge der Kirche und religiöser Orden nicht verschwanden, gab es vermehrt Aufträge durch den Adel und das Aufkommen großer Mäzene. In dieser Phase kristallisierten sich Kunst und Kultur in den italienischen Städten heraus, unterstützt durch angesehene Familien, welche die Verbreitung der Kunst erleichterten.
Merkmale der Malerei in der Renaissance
Allgemeine Merkmale
Italienische Maler erreichten ein breites Spektrum an Leistungen auf dem Gebiet der Malerei, basierend auf dem Studium der menschlichen Figur, der Perspektive und des Lichts. Als Bildträger dienten Wände sowie häufig Holztafeln; neben der Tempera-Technik wurde die Verwendung von Ölfarben eingeführt.
Die Themen sind sowohl religiös als auch säkular, wobei auch mythologische Darstellungen zunahmen. Die Landschaft, der Akt als Ausdruck idealisierter Schönheit und die Volumenformen bilden die Grundlagen dieser Malerei. Die Landschaft wurde mit Leidenschaft kultiviert, wobei sie nicht nur kleinste Details wiedergibt, sondern dazu dient, Tiefe zu erzeugen und die Figuren einzurahmen.
Die Komposition ist oft komplex; es ist nicht ungewöhnlich, mehrere Szenen oder führende Persönlichkeiten in einem Bild darzustellen. Die Zeichnung ist von zentraler Bedeutung, wobei die Linie oft über der Farbe steht. Das Licht dient dazu, die verschiedenen Ebenen hervorzuheben.
Führende Maler und ihre Werke
- Fra Angelico: Verbunden mit der gotischen Welt, zeichnet sich durch die Fülle an Gold, helle Farben und die Zerbrechlichkeit der Figuren aus. Werk: "Verkündigung" (Tempera auf Holz).
- Masaccio: Fokus auf Licht und Perspektive. Wichtige Werke: "Der Zinsgroschen" und "Die Heilige Dreifaltigkeit". Wandmalerei (Fresko).
- Uccello: Bekannt für kühne und gewaltige Verkürzungen. Werk: "Schlacht von San Romano" (Tempera auf Holz).
- Piero della Francesca: Meister der Perspektive. Werk: "Der Traum des Konstantin".
- Sandro Botticelli: Charakteristisch für wellige Profile der Figuren, sowohl religiöse als auch weltliche (mythologische) Themen. Werke: "Der Frühling", "Die Verleumdung des Apelles", "Die Geburt der Venus".
- Umbrien – Pietro Perugino: Werk: "Christus übergibt die Schlüssel an Petrus" (Öl auf Leinwand).
- Padua – Andrea Mantegna: Skulpturaler Sinn und extreme Verkürzungen. Werke: "Der tote Christus", "Tod Mariens".
- Venedig – Die Bellinis: Einflussreiche Künstlerfamilie in der venezianischen Malerei.