Der Jahresabschluss: Aufbau, Bestandteile und gesetzliche Pflichten

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Der Jahresabschluss: Definition und Zweck

Der Jahresabschluss fasst die Buchführungsunterlagen zusammen, die von Unternehmen erstellt werden. Diese Dokumente bilden eine Einheit und müssen in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen verfasst werden.

Ziel der Rechnungslegung

Ziel ist es, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu zeigen.

Hinterlegung und Fristen

Die Jahresabschlüsse werden in das Handelsregister hinterlegt, um sie einer Vielzahl von wirtschaftlichen und sozialen Akteuren zugänglich zu machen. Zu diesen Akteuren zählen unter anderem:

  • Aktionäre und Eigentümer
  • Arbeitnehmer
  • Behörden
  • Finanzinstitute

Die Erstellung des Jahresabschlusses muss in Abständen von zwölf Monaten erfolgen.

Modelle zur Einreichung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss kann nach zwei Modellen eingereicht werden: dem normalen (Standard-) und dem verkürzten (abgekürzten) Modell.

Die Anwendung des verkürzten Modells hängt davon ab, ob das Unternehmen bestimmte Größenkriterien (Bilanzsumme, Jahresumsatz oder Anzahl der Angestellten) nicht überschreitet. Um das verkürzte Modell nutzen zu dürfen, müssen mindestens zwei dieser Kriterien erfüllt sein.

Bestandteile des Jahresabschlusses

Im Folgenden werden die Unterlagen analysiert, die Bestandteil des vollständigen Jahresabschlusses sind:

1) Die Bilanz

Die Bilanz sammelt die Aktiva, Passiva und das Reinvermögen zu einem bestimmten Stichtag und ist in wirtschaftliche Massen sortiert. Ihre Darstellung soll es ermöglichen, die Quellen der Finanzierung (Eigenkapital und Verbindlichkeiten) einfach den Vermögenswerten zuzuordnen.

Die Bilanz sollte klar zwischen der wirtschaftlichen und finanziellen Lage des Unternehmens und den Gewinnen oder Verlusten am Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres unterscheiden.

2) Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Die GuV umfasst die Einnahmen und Ausgaben des Geschäftsjahres und berechnet das Ergebnis daraus. Sie berücksichtigt auch die Gewinne und Verluste, die als außerordentlich aus dem letzten Geschäftsjahr bezeichnet wurden.

3) Die Aufstellung der Veränderungen des Eigenkapitals

Dieses Dokument besteht aus zwei Teilen:

  1. Die Erfassung der Einnahmen und Ausgaben.
  2. Die Darstellung der gesamten Veränderung des Eigenkapitals, insbesondere durch Geschäfte mit Partnern oder Eigentümern des Unternehmens.

4) Die Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung berichtet über die Herkunft und Verwendung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie klassifiziert die Tätigkeiten und Bewegungen und gibt die Netto-Veränderung dieser Größenordnung im Geschäftsjahr an.

5) Der Anhang (Erläuterungen)

Der Anhang ist das Dokument, das die in den vorherigen Dokumenten festgelegten wirtschaftlichen Ereignisse ergänzt, erweitert und mit einem ausreichenden Detaillierungsgrad erklärt. Er erläutert jeden notwendigen Aspekt, um das wahre Bild des Unternehmens zu zeigen.

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