Jakobsons Sprachfunktionen: Eine umfassende Übersicht
Zusammenfassung
Der Text stellt die sprachlichen Funktionen nach Jakobson vor: die referentielle, expressive, phatische, appellative, metasprachliche und poetische Funktion. Für jede Funktion nennt er den Bezug zu Sender, Empfänger, Kontext oder Code und typische sprachliche Mittel. Ein Student lernt damit, wie man eine Nachricht nach ihrer Hauptfunktion einordnet.
Kernpunkte
- Die referentielle Funktion vermittelt sachliche Informationen über die außersprachliche Wirklichkeit.
- Die expressive Funktion drückt Stimmung und Gefühle des Sprechers aus und bezieht sich auf den Emittenten.
- Die phatische Funktion hält den Kontakt zwischen Sender und Empfänger offen, zum Beispiel mit Füllwörtern.
- Die appellative Funktion will eine Reaktion des Empfängers erreichen, zum Beispiel mit Imperativen und Anreden.
- Die metasprachliche Funktion bezieht sich auf den Code und spricht über die Sprache selbst.
- Die poetische Funktion lenkt die Aufmerksamkeit auf die Form und die ästhetische Gestaltung der Nachricht.
Referentielle Funktion der Sprache
Die referentielle Funktion, auch als repräsentative Funktion bekannt, wird in Nachrichten und Texten präsentiert. Ihr primäres Ziel ist es, sachliche Informationen zu vermitteln. Sie bezieht sich auf die Realität, Bewertungen und expressive Funktionen, die durch den Emittenten übermittelt werden. Diese Funktion steht im Zusammenhang mit dem Kontext, da sie Informationen über die extrasprachliche Realität trägt.
Expressive Funktion der Sprache
Durch die expressive Funktion drückt der Sprecher seine Stimmung und Gefühle aus. Diese Funktion bezieht sich daher direkt auf den Emittenten. Die sprachlichen Merkmale sind:
- Die Verwendung von Ausrufe- und Fragesätzen.
- Affektiv geladene Wörter.
- Der Einsatz von wertenden Adjektiven und Wörtern, die die Ausdruckskraft steigern.
- Ausdrücke und Redewendungen.
- Redundanter Einsatz von Personalpronomen zur Stärkung der Präsenz des Emittenten selbst.
Phatische Funktion der Sprache
Die phatische Funktion stellt sicher, dass die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger geöffnet und aufrechterhalten wird. Sie dient dazu, den Kommunikationskanal zu etablieren und zu pflegen. Übliche Mittel sind:
- Der Einsatz von Füllwörtern (z.B. „Ähm“, „Also“).
- Die Verwendung bestimmter Ausdrücke und Formeln zur Kontaktaufnahme oder -bestätigung (z.B. „Hallo?“, „Verstehst du?“).
Appellative Funktion der Sprache
Die Absicht der appellativen Funktion ist es, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen und eine Reaktion zu provozieren. Sie bezieht sich auf den Rezipienten. Sprachliche Mittel sind:
- Die Verwendung von Verben im Imperativ oder Ausdrucksformen von Befehlen oder Anfragen.
- Die Verwendung von Vokativen (Anreden).
- Die Verwendung von Ausrufe- und Fragesätzen.
- Die Verwendung von Pronominalformen, die die Präsenz des Empfängers markieren (z.B. „Sie“, „Du“).
Metasprachliche Funktion der Sprache
Die metasprachliche Funktion ist in Botschaften vertreten, die die Sprache nutzen, um über die Sprache selbst zu sprechen. Sie bezieht sich auf den Code. Sie befasst sich mit erläuternden Botschaften und den spezifischen Bedingungen der Sprache.
Poetische Funktion der Sprache
Die poetische Funktion wird in Botschaften verwendet, deren Absicht es ist, die Aufmerksamkeit auf die Art und Weise zu lenken, wie Sprache gestaltet ist. Sie bezieht sich auf die Form der Nachricht und die ästhetische Gestaltung der Sprache.
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Was ist die appellative Funktion der Sprache?
Die appellative Funktion will die Aufmerksamkeit der Zuhörer gewinnen und eine Reaktion auslösen. Sie bezieht sich auf den Empfänger, zum Beispiel durch Imperative, Anreden und Fragesätze.
Was ist die phatische Funktion?
Die phatische Funktion sorgt dafür, dass die Kommunikation geöffnet und aufrechterhalten wird. Typische Mittel sind Füllwörter und Formeln wie „Hallo?“ oder „Verstehst du?“.
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