Johannes vom Kreuz: Mystik und Poesie der Seele
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St. Johannes vom Kreuz
Mystische Poesie: Ein einmaliges Erlebnis, das die Vereinigung der Seele mit der Gottheit zum Ausdruck bringt. Die Lyrik des heiligen Johannes vom Kreuz vermittelt die Erfahrung der Liebe durch eindrucksvolle und emotionale Symbole, inspiriert von der Bibel, der Sprache der Liebe und der Natur.
Leben
Aus einer bescheidenen Familie stammend, studierte er Philosophie und Theologie an der Universität von Salamanca als Karmeliter. Aufgrund seiner Bewunderung für die heilige Teresa von Ávila schloss er sich dem Weg der unbeschuhten Karmeliter an und widmete sich der Gründung neuer Klöster. Er schrieb Gedichte über seine religiösen Erfahrungen. Die heilige Teresa regte ihn dazu an, Kommentare zu verfassen, um die Bedeutung seiner Poesie zu klären. Er erlitt eine Freiheitsstrafe aufgrund von Vorwürfen jener, die der religiösen Erneuerung der Unbeschuhten misstrauten.
Die mystische Dichtung
Die Seele erlebt die Vereinigung mit dem Göttlichen (mystische Ekstase). Die Poesie von Johannes vom Kreuz und Teresa von Ávila ist mystische Dichtung, da ihr zentrales Thema der Ausdruck der religiösen Erfahrung ist. Um die Verbindung zwischen der Seele und der Gottheit zu erreichen, müssen wir den Weg der asketischen Reinigung der Seele durch Opfer, Gebet und das Ablösen von weltlichen Eitelkeiten gehen. Der Asket ist ein Weg, dem jeder nach dem Christentum folgen muss.
Die Poesie des heiligen Johannes vom Kreuz wurde erstmals 1618 veröffentlicht. Da seine Werke zuvor als Manuskripte zirkulierten, existieren zahlreiche Varianten der Texte. Seine frühen Gedichte greifen oft traditionelle Liebeslyrik auf, die eine religiöse Bedeutung (göttliche Dichtung) erhält – Liebesgedichte, deren Hauptfigur ein Geistlicher ist.
Seine ursprüngliche Poesie spiegelt seine mystische Erfahrung wider. Da die Sprache oft nicht ausreicht, um diese Art von Erfahrung zu vermitteln, wird sie durch Symbole ausgedrückt.
Hauptwerke der Lyrik
- Dunkle Nacht der Seele: Beschreibt den Weg zur Vereinigung mit Gott und das damit verbundene Vergnügen. Sie erzählt, wie eine junge Seele heimlich ihren Geliebten aufsucht.
- Geistlicher Gesang (Spiritual Canticle): Ein Dialog der Liebe zwischen der Frau und dem Mann bzw. der Seele und Gott, den sie sucht, bis sie ihn findet. Symbole vermitteln die Empfindungen im Prozess der Vereinigung mit dem Göttlichen und der letzten Ekstase.
- Lebendige Liebesflamme: Eine Hymne an die Freude der mystischen Vereinigung.
Die Prosa-Arbeiten dienen dazu, die Bedeutung der Probleme und Symbole zu erklären.
Stil
Johannes vom Kreuz schuf eine neue poetische Sprache durch Symbole, die ihren Ursprung in der menschlichen Liebe, der Bibel und der Natur haben. Seine ausdrucksstarke Sprache ist sehr emotional und intensiv; sie nutzt zahlreiche Ausrufe, Alliterationen und Aufzählungen. Zudem setzt er gezielt Kontraste und Gegensätze ein und assimilierte verschiedene Einflüsse.