John Lockes Staatsphilosophie: Naturzustand und Vertrag

Eingeordnet in Rechtswissenschaft

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 5,67 KB

Der Naturzustand (State of Nature)

State of Nature: Dies beschreibt den Zustand, in dem sich die Menschheit befand, bevor sie Gesellschaften bildete und bevor kollektive Bindungen entstanden.

Krieg und Frieden im Naturzustand

Im Naturzustand gibt es keine Richter und keine positiven Gesetze; stattdessen regeln natürliche Gesetze das Miteinander. Es ist grundsätzlich ein Zustand des Friedens, solange keine Gewalt ohne Recht angewendet wird. Geschieht dies doch, führt es zu einem Kriegszustand – einem „Zustand der Feindschaft und Vernichtung“. Ein Kriegszustand kann sowohl im Naturzustand als auch in der Zivilgesellschaft auftreten. Der Krieg aller gegen alle ist dabei keine Notwendigkeit, sondern eine Möglichkeit. Um eine friedliche Koexistenz zu gewährleisten, organisieren sich Menschen in Gemeinschaften und schaffen eine Macht, an die sie „appellieren“ können.

Das Naturrecht und die moralische Autonomie

Das Naturrecht umfasst bestimmte Regeln der Natur, die das menschliche Verhalten bestimmen und durch die Vernunft entdeckt werden können. Jedes Individuum ist frei, rational zu entscheiden. Die Vernunft verleiht moralische Autonomie, was den Menschen unabhängig von kirchlicher Macht macht. Locke spricht im Naturzustand von einem natürlichen Sittengesetz, das durch die Vernunft erkennbar ist. Dieses Gesetz verpflichtet alle und lehrt, dass alle Menschen gleich und unabhängig sind. Niemand sollte einem anderen an seinem Leben, seiner Gesundheit, seiner Freiheit oder seinem Eigentum Schaden zufügen, da alle Geschöpfe Gottes sind. Kurz gesagt: Das Naturrecht ist die Garantie, die verhindert, dass Freiheit in Anarchie umschlägt, indem es ein System von Rechten und Pflichten einführt.

Autorität und die Ablehnung des Absolutismus

Bezüglich der Autorität vertritt Locke eine totale Ablehnung des Absolutismus. Er fordert, dass die Zustimmung zur Autorität durch das Volk begrenzt wird, um durch Gesetze die Gefahr von Willkür und Anarchie zu bannen. Diese Gruppe von Menschen, die zuvor im Naturzustand lebte, bildet ein Volk oder ein Staatswesen, sobald jemand einer Regierung und Verfassung beitritt oder in diese aufgenommen wird.

Haftung und das Vertrauensverhältnis

Haftung: Der Mensch gibt bestimmte Individualrechte auf, um Vorteile zu erlangen. Die Gesellschaft empfängt diese Rechte und überträgt sie der Regierung, die zum Treuhänder der Gesellschaft wird. So entsteht ein Vertrauensverhältnis mit der Regierung in der Hoffnung, dass das Wohl der Gemeinschaft verfolgt wird. Eine Verletzung dieser Vereinbarung kann das Ende der Amtszeit bedeuten. Im Gegensatz zu anderen Modellen sieht Locke die Pflicht zum Gehorsam gegenüber dem Souverän als Teil des Vertrages an. Der einzige Weg, Macht rechtmäßig auszuüben, ist die Zustimmung derer, über die sie ausgeübt wird. Der Ursprung der Zivilgesellschaft liegt in einer ausdrücklichen oder stillschweigenden Vereinbarung (Pakt).

Das Abkommen und die politische Gemeinschaft

Ein Abkommen kommt zustande, wenn Menschen entscheiden, sich in einer Partnerschaft zu vereinen und dabei auf einen großen Teil der Freiheit zu verzichten, die sie zuvor hatten. Man tritt die legislative und exekutive Gewalt, die man im Naturzustand besaß, ab – jedoch nicht an einen absoluten Herrscher mit unbeschränkter Vollmacht, wie es Hobbes vorschlug. Wenn jeder seine individuelle Kraft abgibt, geschieht dies durch eine Vereinbarung mit anderen. Alle schließen sich zusammen, um eine Gemeinschaft oder ein politisches Gremium zu bilden, in dem die Mehrheit berechtigt ist, zu handeln und zu entscheiden.

Die Bildung der Zivilgesellschaft

Menschen: Nur wenn eine Gruppe von Menschen in der Gesellschaft vereint ist und jeder die Macht, das natürliche Gesetz auszuführen, auf die Gemeinschaft überträgt, entsteht eine politische oder bürgerliche Gesellschaft. Diese Gruppe von Menschen, die zuvor im Naturzustand lebte, bildet ein Volk oder ein Staatswesen unter einer Regierung, sobald jemand beitritt oder in eine Verfassung integriert wird.

Das Gemeinwohl und die Legislative

Gute: Dieser Umstand ermöglicht es der Gemeinschaft bzw. der Legislative, Gesetze im Namen des Volkes zu verabschieden, die dem öffentlichen Wohl dienen. Dies erlaubt es dem Einzelnen, Unterstützung zu finden, als wäre es seine eigene Entscheidung. Dies führt die Menschen aus dem Naturzustand in eine Zivilgesellschaft. Es wird ein Richter mit Autorität geschaffen, um Streitfälle zu entscheiden und Schäden zu reparieren, die ein Mitglied erleiden könnte.

Die Stärke des Staates und Gewaltenteilung

Stärke des Staates: Für die Bildung der Gesetze, die die Gesellschaft regeln sollen, argumentiert Locke für die Theorie der Gewaltenteilung. Drei Mächte sollen die souveräne Gewalt ausüben: Die legislative Gewalt hat das Recht zu bestimmen, wie die Kraft der politischen Gemeinschaft eingesetzt wird. Zudem betont Locke die Notwendigkeit einer Exekutive und einer föderativen Gewalt (Bundesvorstand), die sich um die kontinuierliche Anwendung der Gesetze kümmern.

Zusammenfassung zur öffentlichen Wohlfahrt

Well Werbung: Dieser Umstand ermöglicht es der Gesellschaft, ihre legislative Macht zu nutzen, um Gesetze im Sinne des Gemeinwohls zu erlassen. Dies bringt die Menschen aus dem Naturzustand in eine Zivilgesellschaft, indem in dieser Welt ein Richter mit Autorität geschaffen wird, um über alle Streitigkeiten zu entscheiden und den Schaden zu ersetzen, den ein Mitglied erleiden mag.

Verwandte Einträge: