Jorge Manrique und Calderón: Meister des Siglo de Oro

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Jorge Manrique: Leben und literarisches Erbe

Herkunft und politisches Engagement

Jorge Manrique wurde um 1440 geboren. Er entstammte einer mächtigen Familie der kastilischen Gesellschaft. Sowohl sein Leben als auch seine literarische Tätigkeit waren tief von seiner adeligen Herkunft geprägt. Er widmete sich der Politik und dem Kriegswesen, genoss die Vorrechte des Adels und beteiligte sich aktiv an den Kämpfen. Er starb 1479 im Kampf.

Literarische Beziehungen und höfische Kreise

In literarischer Hinsicht pflegte er Beziehungen zu Verwandten wie Gómez Manrique und sammelte Erfahrungen in höfischen Kreisen. In diesen Umgebungen schrieb er hauptsächlich Liebesgedichte, die den Leitlinien der galizisch-portugiesischen Schule folgten.

Das lyrische Werk

Von seiner Dichtung sind neben drei burlesken Liebesgedichten und moralischen Versen vor allem die berühmten Coplas por la muerte de su padre (Verse auf den Tod seines Vaters) bekannt, die er nach dessen Tod verfasste.

Stilistische Merkmale und Innovationen

Seine Poesie zeigt sich wiederholende Muster, eine Distanzierung von affektierten Formen und Stilen und eine Tendenz zum Epischen. Er verzichtet auf den übermäßigen, affektierten und expressiven Gebrauch der Allegorie, die Liebe in abstrakten Figuren verkörpert, und nutzt stattdessen eigene Lebenserfahrungen (vivencias).

Wie andere Dichter seiner Zeit zeigte er Neuerungen, die ihn mit der italienischen Renaissance-Dichtung Petrarcas verbinden. Jorge Manrique trug fünf wichtige Elemente zur lyrischen Entwicklung des 15. Jahrhunderts bei:

  • Abkehr von kultistischer, gelehrter und schwerfälliger Dichtung.
  • Tendenz zu größerer Prägnanz.
  • Verwendung von rhetorischen Figuren und Metaphern als poetische Ressourcen.

Dadurch ebnete er den Weg für eine poetische Erneuerung, deren Echos über Jahrhunderte hinweg Bestand haben.

Pedro Calderón de la Barca: Meister des spanischen Barocktheaters

Umfang und Phasen des Werks

Das Werk von Pedro Calderón de la Barca war fast ausschließlich dem Theater gewidmet. Er schrieb etwa 120 Komödien, 80 Autos Sacramentales (sakramentale Dramen) und 20 kurze Stücke (piezas cortas).

Üblicherweise werden zwei Schaffensphasen unterschieden:

  1. Realistischere Dramen.
  2. Philosophische Dramen, die aufwendiger sind und symbolische sowie allegorische Elemente aufweisen.

Klassifikation der Dramen

Man kann Calderóns Werk in drei Hauptkategorien unterteilen: Komödien, Tragödien/Dramen und Autos Sacramentales.

Komödien (Comedias)

Hierzu zählen:

  • Intrigenkomödien (Capa y Espada): La Dama Duende (Die Dame als Geist) und Casa con dos puertas, mala es de guardar (Haus mit zwei Türen ist schwer zu bewachen).
  • Mythologische Komödien (Comedias de aparato): Eco y Narciso (Echo und Narziss), La estatua de Prometeo (Die Statue des Prometheus) und La bestia, el rayo y la piedra (Das Tier, der Blitz und der Stein).

Tragödien und Dramen

Diese Kategorie umfasst verschiedene thematische Konflikte:

  • Konflikt zwischen Freiheit und Schicksal: El mayor monstruo del mundo (Das größte Monster der Welt), Los cabellos de Absalón (Absalons Haare) und El cisma de Inglaterra (Das Schisma von England).
  • Konflikt der Ehre: El alcalde de Zalamea (Der Bürgermeister von Zalamea), A secreto agravio, secreta venganza (Geheime Kränkung, geheime Rache), El médico de su honra (Der Arzt seiner Ehre) und El pintor de su deshonra (Der Maler seiner Unehre).

Zu den berühmtesten tragischen Dramen, die sich mit Eifersucht und der Macht der Natur befassen, zählen La vida es sueño (Das Leben ist ein Traum) und La hija del aire (Die Tochter der Luft).

Eine weitere Gruppe von Dramen behandelt religiöse Probleme:

  • La devoción de la Cruz (Die Verehrung des Kreuzes)
  • El príncipe constante (Der standhafte Prinz)
  • El mágico prodigioso (Der wunderbare Magier)

Autos Sacramentales (Moralstücke)

Zu Calderóns bekanntesten Moralstücken zählen:

  • El gran teatro del mundo (Das große Welttheater)
  • El gran mercado del mundo (Der große Markt der Welt)
  • La cena del rey Baltasar (Das Gastmahl des Königs Belsazar)
  • Los encantos de la culpa (Die Reize der Schuld)

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