José Ortega y Gasset: Geschichte und Philosophie Spaniens

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Spaniens Weg in die Moderne: 1902 bis 1923

Zwischen 1902 und 1923 regierte Alfonso XIII., während das Land in einen tiefen Pessimismus verfiel. Zu Beginn dieser Periode des Regeneracionismo wurde versucht, das politische Parteiensystem zu erneuern und die staatlichen Strukturen zu modernisieren. Im Jahre 1904 wurde die Sonntagsruhe (Sabbat) erlassen. 1908 folgte das Recht auf Streik und 1909 wurde der Achtstundentag gesetzlich geregelt.

Ortega y Gasset und der politische Wandel

José Ortega y Gasset übernahm den Lehrstuhl für Metaphysik an der Universität von Madrid und gründete die Spanische Liga für politische Bildung. In diese Zeit fiel der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) sowie die Russische Revolution.

Diktatur, Republik und Exil

Im Jahr 1923 inszenierte General Primo de Rivera einen Coup. Ortega konfrontierte die Diktatur, was 1929 zu seinem Rücktritt von der Professur führte. 1930 war General Berenguer Präsident der Regierung. Ortega kehrte auf seinen Lehrstuhl zurück und verfasste einen Artikel gegen den General. Mit dem Beginn der Zweiten Republik im Jahr 1931 gründete Ortega die Vereinigung im Dienste der Republik und wurde zum Abgeordneten gewählt. Später fand der Bürgerkrieg statt, der Ortega ins Exil zwang. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 kehrte er 1948 nach Spanien zurück und gründete das Instituto de Humanidades.

Die soziale Struktur der spanischen Gesellschaft

Die oberste Schicht der Gesellschaft bestand aus der Aristokratie, die mit bürgerlichen Politikern verbunden war, welche versuchten, ihre Werte den oberen Schichten aufzuzwingen. Hinzu kamen die großen Finanziers und Unternehmer. Die Mittelschicht war kulturell und ideologisch tief gespalten. Die Arbeiterklasse litt unter langen Arbeitszeiten, niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen.

Die Generation von 1913 und das intellektuelle Erbe

Ortega wurde häufig in die sogenannte Generation von 1913 integriert. Diese Generation war vom spanischen Pessimismus nach dem Verlust der Kolonien und dem Regeneracionismo geprägt. Im Jahr 1913 veröffentlichten Ortega, Manuel Azaña und Fernando de los Ríos ein Manifest mit Forderungen der Liga für politische Bildung.

Gegensätzliche politische Positionen

Zwischen 1913 und 1931 verstärkte sich der Einfluss auf die Massen, was zu zwei gegensätzlichen politischen Positionen führte:

  • Ortega: Er befürwortete die Aufrechterhaltung einer intellektuellen Elite, welche die Massen führen sollte. Dieses Thema behandelte er in seinem Werk "Der Aufstand der Massen".
  • Azaña: Er forderte eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung (einschließlich Frauen) an der Politik.

Philosophische Strömungen des 20. Jahrhunderts

Die europäische Philosophie wurde vom Positivismus von Auguste Comte dominiert, der die Notwendigkeit verteidigte, nur im Einklang mit den Tatsachen zu handeln. Es entstanden Strömungen wie der Neukantianismus, der Hegelianismus und die Scholastik. Im 20. Jahrhundert (SXX) traten Denker wie Nietzsche, Dilthey und Edmund Husserl hervor. Letzterer begründete die Phänomenologie, eine der wichtigsten philosophischen Richtungen. Zudem wird die analytische Philosophie hervorgehoben.

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