Jugendgewalt, Bandenstrukturen und häusliche Gewalt
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Jugendgruppen und Banden
Die Peergroup oder der Freundeskreis ist eine normale Wahl im Prozess der Sozialisierung von Jugendlichen. Sie fördert die Entwicklung der Persönlichkeit auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Für einige junge Menschen kann dieser Übergang jedoch schwieriger sein (aufgrund fehlender familiärer, wirtschaftlicher oder sozialer Unterstützung). Diese Defizite können dazu führen, dass sie zu kriminellen Aktivitäten oder antisozialem Verhalten neigen, sich Gangs anschließen und versuchen, ihren Mangel an Zuneigung sowie affektive und psychische Defizite zu kompensieren.
Es ist schwierig, eine präzise Typologie der verschiedenen Jugendgruppen zu erstellen. Das Spektrum reicht von Freundesgruppen, die gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensweisen zeigen (aber gelegentlich antisoziale Handlungen begehen), über Gruppen jugendlicher Straftäter mit einer diffusen Struktur, die sich punktuell für kriminelle Handlungen treffen, bis hin zu strukturierten und organisierten Banden.
Indikatoren für organisierte Banden:
- 1. Organisationsgrad
- 2. Hierarchische Struktur
- 3. Distinktive Merkmale
- 4. Spezifischer Kleidungsstil
- 5. Markierung von Territorien mit Graffiti
- 6. Initiationsrituale
- 7. Anerkanntes Territorium
- 8. Dauer und Kontinuität in der Zeit
- 9. Verbindungen zu anderen Bands in anderen Lokalitäten
- 10. Systematische Nutzung von Gewalt
- 11. Bedeutung krimineller Aktivitäten
- 12. Verbindung mit erwachsenen Straftätern
In Spanien sind Banden im Allgemeinen durch einen geringen Organisationsgrad und die Vergänglichkeit ihres Daseins charakterisiert, mit Ausnahme von Gruppen wie Latin Kings und Skinheads. Heute lässt sich jedoch die Entwicklung eines Phänomens beobachten, bei dem Banden Mustern US-amerikanischer Gangs entsprechen, wenn auch noch in einem frühen Stadium.
Jugend, Konflikt und Gewalt
Gewalt an Schulen und Mobbing
Gewalt an Schulen umfasst eine Reihe von Aktionen, die darauf abzielen, Personen oder Gegenständen in der Schule zu schaden und das Funktionieren der Einrichtung zu stören. Mobbing ist die Praxis körperlicher Schikanen und psychischer Gewalt, die laufend von einem oder mehreren Schülern gegen andere ausgeübt wird. Dies betrifft nicht nur das Opfer (Abnahme des Selbstwertgefühls, Angst), sondern steigert auch das Ansehen des Angreifers sowie dessen Fähigkeit zur Einschüchterung und Erpressung.
Motiv: Die legitime Autorität besitzt nicht genügend Macht, während illegitime Macht auf Gewalt basiert. Diese Gewalt wird durch das Schweigen der Mehrheit ermöglicht und kann sich auch auf Freizeitaktivitäten ausweiten.
Konflikthafte Gewalt und Diskriminierung
Mitglieder eines „Stammes“ erleben Verstöße als Provokation und als ausreichenden Grund für eine Eskalation. Einige Banden unternehmen „Expeditionen“, um Gegner anzugreifen – oft als eine Form der Unterhaltung. Diese Überfälle und Diebstähle finden meist am Wochenende statt und richten sich gegen Opfer, die z. B. durch Kleidung als gegnerischer Stamm identifiziert werden. Die polizeiliche Prävention umfasst Identitätsfeststellungen und Durchsuchungen in Risikobereichen.
Eine weitere Kategorie ist Gewalt gegen Bevölkerungsgruppen aufgrund von Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit (z. B. Nazi-Skinheads), die gezielt schutzbedürftige Opfer suchen (Homosexuelle, Obdachlose etc.).
Die Eskalation von Gewalt
Die Aufwärtskurve der Gewalt in einer Beziehung ist anfangs oft nicht evident. Der erste Angriff wird normalerweise im Laufe der Zeit vergessen und nicht als Beginn eines Zyklus identifiziert. Man muss jedoch bedenken, dass diese Eskalation in einigen Fällen bis zum Mord führen kann.
Der Kreislauf der Gewalt nach Walker:
- Spannungsaufbau: Kleine Zwischenfälle, Summe von Frustrationen und Unzufriedenheit mit dem Partner.
- Psychologische und verbale Gewalt: Ermutigung zur Aggression.
- Androhung von Angriffen: Ein Auslöser (Stress, Schwangerschaft etc.) führt zur Tat.
- Akute Aggression: Die Gewalt wird ausgeübt; das Opfer sucht in der Krise Hilfe.
- Reue des Täters: Er sucht Vergebung oder Versöhnung (Flitterwochen-Phase).
- Remission: Der Täter rechtfertigt sein Verhalten, verharmlost die Tatsachen und zeigt sich liebevoll. Dies gibt dem Opfer Hoffnung.
Mit der Zeit werden die Flitterwochen-Phasen kürzer und die Gewalt nimmt zu. Misshandlung betrifft alle sozialen Klassen.
Gründe, warum Frauen beim gewalttätigen Partner bleiben:
- 1. Hoffnung auf Änderung der Situation
- 2. Erhalt der Familieneinheit
- 3. Äußerer Druck und Kritik des Umfelds
- 4. Isolation und fehlende Hilfe
- 5. Angst vor Armut oder Arbeitslosigkeit
- 6. Physischer und psychischer Zustand (Kraftmangel für rechtliche Prozesse)
- 7. Angst vor Drohungen und Repressalien gegen sich oder die Kinder
- 8. Unkenntnis der eigenen Rechte
Maßnahmen bei Angriffen auf Frauen
- Aufdeckung und Verhinderung von Gewaltsituationen, bevor sie entstehen.
- Schutz der körperlichen Unversehrtheit und der Privatsphäre des Opfers.
- Beruhigende Kommunikation, Gewährleistung von Sicherheit und Unterstützung.
- Vermeidung von Handlungen, die das Opfer von einer Anzeige abhalten könnten.
- Schutz und Erhaltung des Tatorts zur Beweissicherung.
- Ermittlung von Zeugen.
- Bewertung und Kommunikation des Vorfalls sowie Einleitung notwendiger Maßnahmen.
- Überzeugung des Opfers, ein Sanitätszentrum aufzusuchen.
- Information über verfügbare Ressourcen und Begleitung zur Polizeidienststelle.
Eigenschaften und Einstellungen der Polizei
Ein Polizeibeamter muss mit Reife handeln und folgende Kriterien erfüllen:
- Emotionale Kontrolle: Sensibilität für soziale Probleme und Kontrolle der eigenen Emotionen bei Opfern mit Schäden.
- Sensibilität: Bewusstsein für die Schwere der Faktoren und Motivation zur Hilfe.
- Erkenntnis: Motivation, Probleme sowohl emotional als auch intellektuell zu verstehen.
- Objektivität: Realistisch bleiben, persönliche Meinungen und Emotionen beiseitestellen.
- Kommunikative Fähigkeiten: Zuhören, Verstehen und Empathie zeigen, statt das Opfer zu drängen.
- Orientierung: Das Opfer über alle verfügbaren Mittel zum Schutz informieren (Justiz, Hilfsorganisationen).