Der Kalte Krieg: Definition, Folgen und Satellisierung

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Definition und Periodisierung des Kalten Krieges

Die Zeit des Kalten Krieges (1945–1991) war nicht einheitlich. Sie war geprägt durch eine Polarisierung, bei der Staaten entweder freiwillig oder gezwungen an die beiden Supermächte des Zweiten Weltkriegs – die USA und die UdSSR – gebunden waren. Diese beiden Kräfte hielten über den gesamten Zeitraum eine Rivalität aufrecht und definierten sich explizit als Feinde in einander ausschließenden Systemen. Diese Rivalität basierte auf der Prämisse, dass Kapitalismus und Kommunismus mittel- bis langfristig nicht nebeneinander existieren könnten. So bestand stets die Gefahr eines offenen Krieges. Der Krieg blieb während der gesamten Zeit ein drohender Projektionshorizont und wurde nur durch die gegenseitige Abschreckung verhindert.

Das Ergebnis der Umsetzung dieser Prämisse war die Gründung einer bipolaren Weltordnung, in der versucht wurde, Länder weltweit in den Einflussbereich der einen oder anderen Macht einzubeziehen. Im Lauf der Zeit erwies sich dies oft mehr als Rhetorik denn als Realität. Die Rhetorik war von Anfang an von großer Bedeutung, da beide Mächte mit allen Mitteln eine direkte Konfrontation vermeiden wollten und die aus dem Zweiten Weltkrieg resultierende Teilung der Welt akzeptierten. Trotz dieser Rhetorik spiegelte sich die Situation in einer sehr konservativen Innenpolitik beider Blöcke wider. Neben der konventionellen Rhetorik des Kalten Krieges war die Idee der drohenden Gefahr eines Atomkriegs ein äußerst effizienter Mechanismus zur Kontrolle der Bevölkerung in beiden Blöcken bis zum Jahr 1991.

Unmittelbare Folgen des Zweiten Weltkriegs

Die demografischen Folgen waren verheerend (geschätzt 40 bis 60 Millionen Tote), hinzu kamen Vertriebene und Flüchtlinge. Diese enorme Sterblichkeit war zudem sehr ungleich verteilt: 20 Millionen Todesfälle entfielen auf die Bevölkerung und die Rote Armee der UdSSR, Polen beklagte 6 Millionen Tote. Im westlichen Lager starben 600.000 Franzosen, 500.000 Briten und 150.000 Amerikaner. Unter diesen Gruppen sticht die jüdische Bevölkerung hervor, deren systematische Ausrottung auf etwa 6 Millionen Menschenleben veranschlagt wird.

Zweitens spricht man von den räumlichen Konsequenzen. Das Ergebnis des Konflikts war eine Art Fait accompli hinsichtlich der Einflussbereiche, die sich ohne förmlichen Vertrag herausbildeten. Schließlich sind die wirtschaftlichen Folgen zu nennen: Die Produktionsstruktur wurde sowohl durch Zerstörung als auch durch die Verringerung von Zuschüssen für die Waffenproduktion schwer beschädigt, was zu einem akuten Mangel an Rohstoffen führte. Auch das Transportsystem erlitt schwerwiegende Auswirkungen und war praktisch unbrauchbar.

Sowjetische Reaktion und Satellisierung

Das Jahr 1947 war entscheidend für die Haltung der UdSSR. Das Abkommen von Jalta erkannte die sowjetische Einflusssphäre an, die den von der Roten Armee befreiten Gebieten entsprach. Gleichzeitig war jedoch eine Vereinbarung über das befreite Europa unterzeichnet worden, die freie Wahlen und den Aufbau freier Regierungen fördern sollte. Das Problem in der Praxis war die Unvereinbarkeit dieser Ziele: Sobald Wahlen repräsentativ waren, verloren die Kommunisten an Macht. Die Antwort der UdSSR im Jahr 1947 war die gewaltsame Einleitung eines Prozesses der Satellisierung. Durch Einschüchterung und Unterdrückung nicht-kommunistischer Gruppen wurde die Konsolidierung der kommunistischen Macht in Ländern wie Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien sowie durch den Prager Umsturz erreicht. Dies geschah auch aufgrund der Zusammenarbeit mit der UdSSR und einer gewissen Apathie der Bevölkerung, die sich vom Westen systematisch verraten fühlte.

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