Der Kalte Krieg: Ursachen, Konflikte und das Ende (1945–1991)

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Die Nachkriegsordnung und der Beginn des Kalten Krieges

Das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 forderte etwa 15 Millionen Opfer.

  • Berlin wurde von sowjetischen Soldaten erobert. Die sowjetischen Truppen hatten große Teile Ost- und Mitteleuropas besetzt.
  • Die Sowjetunion (SU) wurde als Weltmacht anerkannt.
  • Im April 1945 initiierte die USA die Gründung der Vereinten Nationen (UNO). Die SU erklärte sich bereit, mitzuarbeiten.
  • Die Vereinigten Staaten übernahmen Verantwortung als Weltmacht. Obwohl die Amerikaner eine Rückkehr zum Isolationismus der Vorkriegszeit wünschten, war Mitteleuropa zerstört und Großbritannien (GB) sowie Frankreich (FR) waren geschwächt. Sie konnten kein Gegengewicht zur SU bilden.
  • Eine ähnliche Situation herrschte im Mittleren Osten und in Asien.
  • Am 12. April 1945 starb Präsident Roosevelt. Die geplante UNO sollte eine stabile Weltordnung schaffen, in der alle unabhängigen Staaten Konflikte friedlich lösen sollten (Roosevelts Konzeption).
  • Die UdSSR und die USA arbeiteten zunächst zusammen, damit Roosevelts Konzeption funktionierte.
  • Truman wurde neuer Präsident der USA.

Die Bildung der Blöcke

  • Der Marshallplan wurde ins Leben gerufen.
  • 1949 erfolgte die Gründung der NATO.
  • 1955 reagierte die SU mit der Gründung des Warschauer Paktes.

Demokratie versus Kommunismus

Die SU reagierte auf die amerikanische Politik, indem sie überall kommunistische Systeme unter ihrer Kontrolle etablierte. Dies führte zur Entstehung von zwei Blöcken, zwischen denen eine Verständigung unmöglich schien.

Diese Zeit des Ost-West-Konfliktes, der bis 1990 andauerte, wird als Kalter Krieg bezeichnet.

Konfliktherde des Kalten Krieges

Asien: China und Korea

  • 1949 endete in China ein Bürgerkrieg mit dem Sieg der Kommunisten. Das bevölkerungsreichste Land der Welt war kommunistisch geworden.
  • Korea war nach dem Krieg in zwei Besatzungszonen aufgeteilt: das amerikanische Südkorea (SK) und das sowjetische Nordkorea (NK), wo 1948 eine kommunistische Regierung an die Macht kam.
  • Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte NK als Aggressor und setzte UNO-Truppen zur Wiederherstellung des Friedens ein. Schließlich gelang es, die Front am 38. Breitengrad zu stabilisieren.
  • Mit China und Nordkorea gewann der Kommunismus Einfluss in Asien.

Die Kubakrise (1962)

  • 1959 kam es in Kuba zu einer Revolution unter Führung von Fidel Castro.
  • Ihre prokommunistische Politik wurde von der SU unterstützt, wodurch die UdSSR atomare Waffen auf der Karibikinsel stationieren durfte.
  • US-Präsident Kennedy versuchte, Waffenlieferungen zu verhindern, und verhängte eine Seeblockade gegen Kuba.
  • Die USA erklärte die Unverletzlichkeit Kubas. Beide Mächte einigten sich: Die Seeblockade wurde aufgehoben und die Raketen abgezogen.
  • Im Gegenzug erklärte die UdSSR die Unverletzlichkeit der Türkei, woraufhin die NATO-Mittelstreckenraketen, die die SU bedrohten, abgezogen wurden.

Das Ende der Kubakrise galt als diplomatischer Erfolg.

Der Vietnamkrieg

  • Die französische Kolonie Vietnam war während des Zweiten Weltkriegs von Japan besetzt.
  • Vietnam wurde in einen kommunistischen Norden (NV) und einen nicht-kommunistischen Süden (SV) geteilt.
  • Die antidemokratische Regierung in Südvietnam führte zur Bildung der „Nationalen Befreiungsfront“ (Vietcong).
  • Der Vietcong wurde anfangs von Nordvietnam unterstützt und kontrolliert, mit dem Ziel, ganz Vietnam schnell kommunistisch zu machen.
  • Um die „Domino-Theorie“ der Amerikaner zu verhindern – die besagte, dass, wenn Gesamtvietnam kommunistisch würde, ganz Asien dem Kommunismus folgen würde – griffen die Amerikaner seit 1955 aktiv in den Konflikt ein.
  • 1965 begann ein massiver Luftkrieg gegen nordvietnamesische Basen des Vietcong.
  • Massive Bombenangriffe und der Einsatz von Chemiewaffen forderten viele zivile Opfer, ohne die Vietcong-Rebellen besiegen zu können.
  • Nach langen Verhandlungen kam es am 28. Januar 1973 zu einem Waffenstillstand zwischen den USA und Nordvietnam. Südvietnam kämpfte weiter.
  • Der Krieg endete am 30. April 1975, als reguläre Truppen Saigon eroberten.
  • Das wiedervereinigte Vietnam unter kommunistischer Führung schloss sich der SU an.

Die amerikanische Politik, den Kommunismus zu verhindern, scheiterte in Asien.

Das atomare Wettrüsten und die Entspannungspolitik

Das Gleichgewicht des Schreckens

Seit 1949 war die SU Atommacht, wodurch die USA ihr Monopol verloren. Beide Seiten entwickelten Atomwaffen. Wichtig war, das Territorium des Gegners schnell zu erreichen, wobei die USA zunächst im Vorteil waren.

  • Beide Seiten entwickelten immer leistungsfähigere Trägersysteme für ihre Sprengköpfe, die auf unterschiedlichen Systemen stationiert wurden, um nach einem atomaren Erstschlag zurückschlagen und den Gegner vernichten zu können.
  • Diese „Zweitschlagfähigkeit“ sicherte den Frieden. Ein Gleichgewicht des Schreckens war entstanden.
  • Die Rivalität führte zu einem atomaren Wettrüsten und einem technologischen Wettlauf zwischen den beiden Systemen. (1969 betrat ein Amerikaner als erster Mensch den Mond.)
  • Die Kubakrise zeigte die Gefahr der Vernichtung beider Blöcke auf.

Annäherung und Rüstungsbegrenzung

  • Mitte der 60er-Jahre begannen Ost und West, sich anzunähern, ohne die Rivalität aufzugeben. Ziel war es, die Gefahr eines Atomkrieges zu vermindern und die Rüstungsausgaben zu reduzieren.
  • 1968 wurde der Atomwaffensperrvertrag geschlossen, in dem sich USA, SU und GB verpflichteten, Nukleartechnologie nicht an andere Länder weiterzugeben.
  • 1969 begannen Gespräche zwischen UdSSR und USA, um die Anzahl der Atomwaffen zu begrenzen (SALT-Verhandlungen), was zum Abschluss von zwei Rüstungsbegrenzungsabkommen führte.
  • 1975 fand in Helsinki die „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (KSZE) statt, an der alle europäischen Staaten sowie die USA und Kanada teilnahmen. Themen waren der europäische Status quo und die Menschenrechte.
  • Kritiker der KSZE bemängelten den Unterschied zwischen dem Westen und dem kommunistischen Osten, ohne dass sich die Situation der Menschen in den kommunistischen Ostblockstaaten verbesserte.

Die Blockfreien Staaten

  • Nicht alle Staaten gehörten einem der beiden Machtblöcke an; sie erklärten sich für „bündnis- und blockfrei“.
  • In den 50er-Jahren wurden immer mehr Kolonien in Asien und Afrika unabhängig. Da sie nicht bereit waren, sich einem der beiden Blöcke anzuschließen, entstand eine dritte Kraft.
  • 1955 initiierte Ministerpräsident Nehru die „Bewegung der Blockfreien“ für Unabhängigkeit gegenüber den Großmächten und eine Politik der friedlichen Koexistenz.

Der Afghanistankrieg (1979–1989)

In den 70er-Jahren erreichte das Verhältnis beider Mächte einen neuen Tiefpunkt.

  • 1978 kam in Afghanistan eine kommunistische Regierung an die Macht, unterstützt von der SU.
  • Islamische Gruppen erhoben sich gegen dieses Regime und bildeten eine Widerstandsbewegung, was zu einem Bürgerkrieg führte.
  • 1979 marschierten SU-Truppen ein, um die kommunistische Herrschaft zu retten. Es entwickelte sich ein Guerillakrieg zwischen der hochgerüsteten SU-Armee und den Aufständischen.
  • Ziel der Aufständischen war es, die sowjetischen Besatzer zu vertreiben und einen islamisch orientierten Staat zu errichten.
  • 1988 mussten die SU-Truppen abziehen.
  • Der Bürgerkrieg ging weiter und führte zur Errichtung einer islamistischen Schreckensherrschaft, die erst 2001 mithilfe amerikanischer Intervention unter UNO-Unterstützung gebrochen wurde.
  • Der NATO-Doppelbeschluss wurde gefasst.

Das Ende des Kalten Krieges

Unterdrückte Aufstände im Ostblock

  • 1953 starb Stalin, was Hoffnungen auf mehr politische Freiheiten in der SU und Osteuropa weckte – diese wurden jedoch enttäuscht.
  • Der Ostblock blieb unter Kontrolle der SU:
    • 1953: Volksaufstand in der DDR.
    • 1956: Ministerpräsident Nagy erklärte die Neutralität Ungarns. Die SU eroberte die Hauptstadt Budapest und setzte eine neue, moskautreue Regierung ein. Nagy wurde verhaftet und hingerichtet. Trotz aller Bitten der Aufständischen gab es keine Hilfe aus dem Westen. Die amerikanische Regierung protestierte lediglich gegenüber der SU.
    • 1968: Die kommunistische Partei unter Dubček in der Tschechoslowakei strebte eine „Demokratie des gesamten Systems“ an („Prager Frühling“), was Hoffnung auf Systemveränderung gab. Die SU war jedoch nicht bereit, ihren Herrschaftsanspruch über Osteuropa zu lockern und den Menschen mehr Freiheiten zu gewähren. Soldaten des Warschauer Paktes marschierten in die Tschechoslowakei ein und stürzten die Regierung.

Reformen und Abrüstung

  • Seit 1981 reagierte der konservative Präsident Ronald Reagan auf die Rüstungsanstrengungen der SU und den Einmarsch in Afghanistan mit einem Aufrüstungsprogramm. Die USA stellte erstmals das „Gleichgewicht des Schreckens“ in Frage.
  • 1985 wurde Michael Gorbatschow Staatschef und änderte die Politik der SU.
  • Wirtschaftliche Probleme und Unzufriedenheit erforderten eine politische Veränderung, da sonst ein Zusammenbruch drohte.
  • Gorbatschow führte Reformen ein, um das kommunistische System zu bewahren: „Glasnost“ (Offenheit) und „Perestroika“ (Umgestaltung).
  • Das Hauptproblem waren die hohen Rüstungsausgaben.
  • Reagan fand in Gorbatschow einen Partner und änderte sein negatives Urteil über die SU.
  • 1987 wurde der INF-Vertrag geschlossen, der die Verschrottung aller Mittelstreckenraketen vorsah.
  • 1989 beendete die SU die verlustreiche Besetzung Afghanistans und zog sich aus dem Land zurück.
  • 1987–1988 besuchten sich Reagan und Gorbatschow in ihren Hauptstädten, um das freundschaftliche Verhältnis beider Staaten zu demonstrieren.

Der Fall des Eisernen Vorhangs

Der Kalte Krieg neigte sich dem Ende zu.

  • 1988 erklärte Gorbatschow vor der UNO, dass die SU das Selbstbestimmungsrecht aller Menschen akzeptierte und die Ostblockstaaten freilassen würde.
  • Im September 1989 öffnete die ungarische Regierung die Grenze zu Österreich. Die osteuropäischen Staaten befreiten sich von der SU-Vorherrschaft. Gleichzeitig endete die weltweite Konfrontation zwischen Ost und West.
  • 1991 wurde Gorbatschow gestürzt, was zur Auflösung der SU führte.

Die USA blieb die weltweit operierende Supermacht.

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