Kalter Krieg und Entkolonisierung: Weltordnung nach 1945
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Kalter Krieg und Entkolonisierung
Die Entstehung der Blöcke (1947–1955)
Der endgültige Bruch zwischen den beiden Blöcken kam 1947, als der US-Präsident die als Truman-Doktrin bekannt gewordene Politik erläuterte. Sie verurteilte die Errichtung kommunistischer Regime in den von der Roten Armee besetzten Ländern und schlug eine amerikanische Intervention vor, um die kommunistische Bedrohung in Europa zu verlangsamen.
Truman-Doktrin und Marshall-Plan
Die Zahl der amerikanischen Truppen und Stützpunkte in Europa wurde erhöht, und der Marshall-Plan wurde vorgeschlagen, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau des alten Kontinents zu fördern. Die UdSSR reagierte mit dem sogenannten Schdanow-Bericht, der die US-Aktivitäten als Versuch der europäischen Dominanz darstellte.
Die Spaltung Europas: Eiserner Vorhang
Die Welt war tief in zwei Blöcke gespalten, was Winston Churchill als den „Eisernen Vorhang“ bezeichnete. 1949 gründeten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten die NATO, und im Jahr 1955 gründeten die Sowjetunion und ihre Verbündeten den Warschauer Pakt.
Merkmale des Kalten Krieges
Der Kalte Krieg war ein Modell internationaler Beziehungen, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte und auf einem ständigen Antagonismus zwischen den von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion geführten Blöcken basierte. Es war eine sehr spannungsgeladene Konfrontation, die nie zu einem direkten militärischen Konflikt zwischen den beiden Mächten führte.
Wettrüsten, Propaganda und Spionage
Diese Konfrontation brachte jedoch ein massives Wettrüsten und eine sehr kriegerische Haltung hervor. Die Spannung zwischen den Blöcken führte zu einem rauen Spiel aus feindlicher Propaganda und Spionage gegen den Gegner, was die Notwendigkeit rechtfertigte, sich gegen die Bedrohungen des gegnerischen Blocks zu verteidigen.
Entspannung und Konfliktherde
Die Phase der Friedlichen Koexistenz
Ende der 1950er Jahre wich das Klima der Spannungen zwischen den Blöcken einer Phase der Entspannung, bekannt als Friedliche Koexistenz. Neue Beziehungen zwischen den Blöcken wurden durch eine neue Generation von Führungskräften ermöglicht, die der Welt gegenüber eine weitaus tolerantere Haltung gegenüber ideologischen Differenzen zeigten. Es wurden direkte Beziehungen zwischen Staats- und Regierungschefs beider Regierungen aufgebaut, die eher darauf abzielten, gegenseitige Übereinkünfte zu erzielen. So begann ein Dialog zwischen den Mächten, um das Wettrüsten einzudämmen.
Neue Konflikte in den 1970er Jahren
In den 1970er Jahren kam es zu neuen Ausbrüchen von Konflikten, welche die Spannungen des Kalten Krieges wieder aufleben ließen. Die Sowjets marschierten in Afghanistan ein, und die Amerikaner intervenierten auf der Insel Grenada.
Ursachen der Entkolonisierung
Die Entkolonisierung wurde durch mehrere Faktoren vorangetrieben:
Nationalistischer Widerstand
- Der Wunsch nach Unabhängigkeit der Mehrheit der Bevölkerung der Kolonien, die sich gegen die Metropolen auflehnte, welche ihre Lebensweise und Kultur aufgezwungen und die Wirtschaft despotisch ausgebeutet hatten.
- Verschiedene nationalistische Bewegungen wurden von Ideologien inspiriert, um sich den Kolonialmächten entgegenzustellen.
Verlust des europäischen Prestiges
- Das Prestige der europäischen Mächte schwand, insbesondere nachdem sie während des Zweiten Weltkriegs ihre asiatischen Kolonien an Japan verloren hatten.
- Diese Niederlage beendete die Legende von der Unbesiegbarkeit der weißen Rasse und der europäischen Mächte.
Internationale Unterstützung
- Der Widerspruch zur internationalen Stellungnahme, da die Kolonisation im Gegensatz zur Atlantik-Charta, der Erklärung der Vereinten Nationen und der Allgemeinen Erklärung stand, welche das Selbstbestimmungsrecht der Völker proklamierten.
- Unterstützung für die Entkolonisierung durch die beiden Großmächte (USA und UdSSR), die selbst keine Kolonialreiche besaßen und ein Interesse an der Schwächung der alten europäischen Mächte hatten.
Der Prozess der Entkolonisierung
Der Entkolonisierungsprozess verlief in mehreren Phasen:
Erste Phase: Asien (1947–1954)
Die 1. Phase begann in Asien nach dem Zweiten Weltkrieg. 1947 akzeptierte Großbritannien die Unabhängigkeit Indiens. Indonesien wurde 1949 unabhängig. 1954 zog sich Frankreich aus Indochina zurück, was zur Proklamation von Vietnam führte.
Zweite Phase: Nordafrika (1951–1956)
1951 erlangte die ehemalige italienische Kolonie Libyen die Souveränität. 1956 erkannte Frankreich die Unabhängigkeit Marokkos und Tunesiens an.
Dritte Phase: Subsahara-Afrika (1955–1965)
Diese Phase betraf Subsahara-Afrika und erstreckte sich zwischen 1955 und 1965, als die meisten britischen, französischen und belgischen Kolonien ihre Unabhängigkeit erklärten. 1975 verschwanden die letzten portugiesischen Kolonien. Namibia proklamierte 1990 seine Unabhängigkeit.