Kalter Krieg: Ursachen, Phasen und globale Folgen
Eingeordnet in Sozialwissenschaften
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 7,41 KB
Der Kalte Krieg: Ursachen, Phasen und Folgen
Der Kalte Krieg war eine ideologische Konfrontation, die während des zwanzigsten Jahrhunderts stattfand. Sie reichte von 1945 (Ende des Zweiten Weltkriegs) bis zum Ende der UdSSR, das zwischen 1989 (Fall der Berliner Mauer) und 1991 (Putsch in der UdSSR) erfolgte. Der Konflikt entstand zwischen dem blockbildenden, kapitalistischen Westen, angeführt von den Vereinigten Staaten von Amerika, und dem östlichen, kommunistischen Block, angeführt von der Sowjetunion.
Diese Konfrontation fand in politischen, ideologischen, wirtschaftlichen, sozialen, technologischen, militärischen und informationellen Bereichen statt. Keiner der beiden Blöcke trat direkt militärisch gegen den anderen an; deshalb wurde der Konflikt "Kalter Krieg" genannt. Beide Seiten galten als die einflussreichsten Machtzentren im internationalen Kontext und pflegten wirtschaftliche sowie militärische Zusammenarbeit mit Verbündeten oder Satelliten, um jeweils gegen den anderen Block zu wirken. Während dieser Auseinandersetzungen kam es nicht zu einem dritten Weltkrieg, doch das Ausmaß und die Schwere der wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Auseinandersetzungen prägten deutlich die Geschichte der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Die beiden Supermächte versuchten, ihr jeweiliges Regierungsmodell weltweit zu verbreiten.
Phasen des Kalten Krieges
Phasen:
- 1947 bis 1953: Maximale Spannung (z. B. Berlin-Krise 1947, Koreakrieg 1950–1953).
- 1954 bis 1975: Perioden des "friedlichen Zusammenlebens" und das Ende mancher Alleinvertretungsansprüche. Zu nennen ist die Kubakrise als schwere Krise (1962).
- 1968 bis 1975: Vietnamkrieg und seine internationalen Auswirkungen.
- 1976 bis 1989: Wiederaufleben des Kalten Krieges, Stationierung sowjetischer Raketen in Europa, "Star Wars" (Strategic Defense Initiative) und das Wettrennen im Weltraum. Ende dieser Periode: Reformen unter Michail Gorbatschow (Perestroika/Glasnost) und der Fall der Berliner Mauer.
Sozialismus
Sozialismus ist eine politische Ordnung, die die Kontrolle und Demokratisierung der Produktionsmittel durch die Arbeiterklasse anstrebt. Sozialismus ist auch eine Theorie, Lehre oder Bewegung, die seine Umsetzung befürwortet und die sich wiederum aus dem politischen Denken des Marxismus ableitet. Der Sozialismus kann nichtstaatlich (z. B. durch gemeinschaftliches Eigentum im weiteren Sinne) oder staatlich sein (z. B. durch Verstaatlichung und wirtschaftliche Planung der Produktion).
Kapitalismus
Kapitalismus ist eine gesellschaftliche Ordnung, die auf wirtschaftlicher Freiheit in der Organisation und dem Genuss von Privateigentum am Kapital als Produktionsmittel basiert. Einzelpersonen und Unternehmen entscheiden über Produktion und Austausch von Waren und Dienstleistungen im Rahmen einer arbeitsteiligen Gesellschaft mit dem Ziel, monetären Nutzen zu erzielen. Die Verteilung von Produktion und die Preisbildung für Waren und Dienstleistungen werden überwiegend durch den freien Markt bestimmt, also durch Angebot und Nachfrage bei Produzenten und Konsumenten.2
Der Vietnamkrieg
Der Vietnamkrieg, auch "Zweiter Indochinakrieg" genannt, war ein Krieg, der in den Jahren etwa 1964 bis 1975 zwischen der Republik Vietnam (Südvietnam), hauptsächlich unterstützt von den Vereinigten Staaten, und der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam), unterstützt durch die kommunistischen Blöcke, stattfand. Dieser Konflikt muss im größeren Kontext des Kalten Krieges gesehen werden. Auf Seiten Nordvietnams starben erheblich mehr Menschen als im Süden. Nach dem Ende des Krieges und dem Waffenstillstand zwischen Süd und Nord wirkte sich der Konflikt stark auf Moral und öffentliche Meinung aus; er gilt als eine der ersten großen militärischen Niederlagen der Vereinigten Staaten in der modernen Geschichte.
Die Konfliktparteien waren unter anderem:
- Die Demokratische Republik Vietnam mit Unterstützung nordvietnamesischer Guerillabewegungen wie der Vietcong bzw. der National Liberation Front (NLF) sowie Unterstützung durch die Sowjetunion und China.
- Die Republik Vietnam, die militärische und logistische Unterstützung durch die Vereinigten Staaten erhielt.
Wohlfahrtsstaat
Wohlfahrtsstaat oder Sozialstaat ist ein Konzept in der Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre, mit dem eine bestimmte Politik oder ein allgemeines Modell staatlicher und sozialer Organisation bezeichnet wird. Dabei stellt der Staat bestimmte Leistungen oder soziale Garantien für alle Bewohner eines Landes bereit. Der Begriff "Wohlfahrtsstaat" gewann insbesondere nach 1945 an Bedeutung, auch als Folge der traumatischen Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs. T. H. Marshall definierte den Wohlfahrtsstaat als eine besondere Kombination von Demokratie, Sozialstaat und Kapitalismus.
The American Way of Life
"The American way of life" beschreibt einen Lebensstil, der stark auf Konsum ausgerichtet ist: der Konsum verschiedenster Güter wurde zum zentralen Verhaltensmuster des einzelnen. Viele kulturelle Werte, einschließlich geistigen und spirituellen Wachstums, traten in den Hintergrund. Charakteristisch für diesen Stil waren neben übertriebenem Konsumismus auch zur Schau gestellter Reichtum und Pracht in vielen Bereichen. Die US-Autoindustrie beispielsweise zeichnete sich durch die schiere Größe ihrer Fahrzeuge und eine oft höhere Motorleistung aus.
Martin Luther King
Martin Luther King wurde 1929 in Atlanta geboren. Er war ein afroamerikanischer protestantischer Pastor und eine führende Persönlichkeit der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten. In der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) und später in der Southern Christian Leadership Conference (SCLC) begann er neue Formen des Kampfes für rassische Integration, etwa Boykotte gegen Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen. Große Kampagnen für die Bürgerrechte kulminierten im "March on Washington", wo er seine berühmte Rede "I have a dream" hielt. Er wurde mehrfach verhaftet, erhielt den Friedensnobelpreis und vertrat eine grundsätzlich pazifistische Politik. Martin Luther King wurde am 4. April 1968 ermordet.
Malcolm X
Malcolm X (geb. Malcolm Little 1925 in Omaha) war eine prominente Führungsfigur der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung, die sich in ihren frühen Jahren der Lehre der Nation of Islam (den "Black Muslims") anschloss. Er verbrachte sieben Jahre im Gefängnis, konvertierte dann zum Islam und wurde zu einem lautstarken Kritiker der weißen Vorherrschaft in den USA. Später gründete er unter anderem die Organization of Afro-American Unity und die Muslim Mosque, Inc. In verschiedenen Phasen seiner politischen Entwicklung trat er für schwarzen Separatismus ein, kämpfte aber fortwährend gegen Rassismus. Malcolm X wurde 1965 in New York ermordet.