Kanäle der nonverbalen Kommunikation und Körpersprache
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Kanäle der expressiven Körpersprache
In der zwischenmenschlichen Kommunikation fungiert das Wort als Fahrzeug der verbalen Kommunikation (beim Schreiben: der grafische Ausdruck). Die Geste hingegen ist der Kanal der nonverbalen Kommunikation.
Divergenzen zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation
Nach M. Mateu (1990) lassen sich folgende Unterschiede feststellen:
- Die verbale Sprache bewegt sich in einer linearen Abfolge, während die nonverbale Kommunikation durch Gleichzeitigkeit geprägt ist.
- Beim verbalen Feedback sind wir in der Lage zu hören, wie wir sprechen.
- Das Wort besitzt die Eigenschaft der Semantik; jedes Wort bezieht sich auf eine äußere Einheit. Im Gegensatz dazu gibt es für Körperhaltungen kein fest definiertes Sortiment.
- Worte können zur Unterschlagung genutzt werden, während nonverbale Signale (Lügen) schwerer zu unterdrücken sind.
- Die verbale Unterstützung bei der Übersetzung ist im körperlichen Ausdruck weniger deutlich ausgeprägt.
Ausnahmslos gilt: Es erfolgt eine schnelle Extinktion der kleinsten Einheiten. Es besteht Austauschbarkeit sowie ein umfangreicher Wortschatz in beiden Bereichen. Optional besteht die Möglichkeit der Verschiebung. EC: Nonverbale Sprache ist das System, durch das der Mensch Nachrichten an andere sendet.
Der Körper in der nonverbalen Kommunikation
In den 1950er Jahren begann die Erforschung der nonverbalen Kommunikation durch Wissenschaftler wie Birdwhistell, Scheflen, Hall, Goffman und Ekman. Die Verbalisierung ist nicht die einzige Form der Kommunikation; ebenso wichtig sind Körperhaltung, Bewegungen und Gesten.
Zwischenmenschliche Distanz und Proxemik
Die Proxemik befasst sich mit der Gestaltung der Distanz in der sozialen Interaktion sowie der Raumstruktur, die jedes Individuum in der unmittelbaren Kommunikation einnimmt. E. T. Hall gilt als der Schöpfer der Proxemik.
Ebenen der Raumanalyse
- Umgebungsbedingungen: Der Raum an sich.
- Räumliche Verteilung: Die Anordnung verschiedener Objekte.
- Zwischenmenschliche Distanz: Der beobachtete Abstand während einer Mitteilung.
Hall unterscheidet zudem:
- Einen organisierten Raum (bestimmt durch soziale Wege zur Erfüllung materieller Bedürfnisse).
- Einen semi-festen Raum (bestimmt durch eine Bietergemeinschaft von Individuen).
- Einen informellen Raum, der die unbewusste Distanz zu anderen enthält („zwischenmenschliche Distanz“).
Das Einzugsgebiet unterteilt sich in: „intim“, „persönlich“, „soziale Konzertierung“ und „öffentlich“.
Kanäle und Arten der Gestik
Nonverbale Kommunikationskanäle, ausgedrückt durch Bewegungen des Gesichts oder der Hände, spiegeln verschiedene Geisteszustände wider und bieten eine Fülle an Informationen.
Gesten-Klassifizierung nach Wolf
- Maschinell: Ab der ersten Woche.
- Emotional: Ab dem 6. Monat.
- Projektionen: Bis zum 6. Lebensjahr.
Laut J. Stoetzel besteht die Gestik aus zwei Komponenten: der Einstellung und den Körpergesten (Gesichtsausdruck und Bewegung). Er klassifiziert Gesten als:
- Autistisch: Ohne bewusste kommunikative Absicht.
- Häufig: Beziehen das Individuum auf sein soziales Umfeld.
- Symbolisch: Kulturell bedingt.
Scheflen unterscheidet zudem: Verweisgesten, emphatische, demonstrative und taktile Gesten. Der Blick und die Augen sind dabei am wichtigsten, da sie feinste Nuancen vermitteln können. Die Position ist ein Schlüsselmerkmal, das leicht zu beobachten ist (inklusiv/nicht-inklusiv, Orientierung gegenüberliegend oder parallel, Kongruenz oder Inkongruenz).
Kinesik: Die Kodierung der Körpersprache
R. M. Birdwhistell unternahm den Versuch zur Kodifizierung der Körpersprache. Er unterteilt sie in:
- Kino: Kaum wahrnehmbare Bewegungen.
- Kinema: Bemerkbare Bewegungen.
- Kinomorpheme: Entsprechen einem „Wort“.
- Kinomorphemische Komplexe: Gesten, die mehrere „Sätze“ umfassen.
Das Ziel der Kinesik ist die Untersuchung von Verhaltensmustern der nonverbalen Kommunikation.
Elemente der Körpersprache
Die expressiven Elemente des Körpers und der Bewegung umfassen den Einsatz der Muskeln, die Nutzung des Raumes sowie die Strukturierung von Zeit.
Raumbewusstsein nach Patricia Stokoe
Im Raum findet die Kommunikation und die Begegnung des „Ich“ mit sich selbst und anderen statt. Patricia Stokoe unterscheidet folgende Arten von Raum:
- Persönlicher Raum: Der vom eigenen Körper besetzte Raum sowie das Innere des Körpers (begrenzt durch die Haut). Hier entsteht das interne Bild vom Leib.
- Teilraum oder „Kinesphäre“: Der Raum, der uns unmittelbar umgibt.
- Totaler Raum: Der gesamte zur Verfügung stehende Raum.