Kants Ethik und der Ewige Friede: Pflicht und Politik
Eingeordnet in Philosophie und Ethik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 4,59 KB
Der Begriff der Pflicht in Kants Ethik
Kants Ethik basiert auf der Pflicht und nicht auf der Grundlage von Gütern (le bien). Als formale Ethik gilt sie für jeden, der die Fähigkeit besitzt, vernünftig zu sein. Es geht nicht um die Daten oder die Erreichung eigener moralischer Werte für eine Aktion, sondern um die Fähigkeit, mit welchen Mitteln das Gute besteht. Die formale Ethik beruht darauf, wie wir Menschen gut sein müssen.
Menschen handeln nach Kant aus einer Pflicht (deber). Er definiert die Notwendigkeit von Maßnahmen aus Respekt vor dem Gesetz. Du entscheidest, was zu tun ist und wie es zu tun ist. Wir müssen Gesetze respektieren, weil es unsere Pflicht ist.
Aktionen aus Pflicht haben einen moralischen Wert. Ein Politiker, der die Wahrheit sagt, nur um Stimmen zu gewinnen, handelt aus Interesse. Politische Handlungen sind jedoch nur dann moralisch, wenn die Wahrheit gesagt wird, weil es die Pflicht ist. Die Maßnahme ist kein Mittel zum Zweck, sondern muss getan werden, um ein guter Mensch zu sein und die Achtung der Gesetze zu wahren.
Zum ewigen Frieden: Voraussetzungen und Ziele
Der Ewige Friede übernimmt die Form einer Idee, wenn die Konzepte des Wissens auf die Moral hinweisen. Das Ziel sind Voraussetzungen und endgültige Bedingungen für die Staaten zur Herbeiführung eines permanenten Friedens. Die Erreichung des ewigen Friedens ist eine Pflicht und manifestiert sich in Form eines kategorischen Imperativs.
Der Weg dorthin wird Kontraktualismus genannt. Er bekräftigt, dass der Mensch nicht von Natur aus ein soziales Wesen ist, sondern durch die Gesellschaft und Eigeninteresse einen Vertrag (Pakt) erstellt. Die Form und der Zweck dieses Vertrages basieren auf dem prä-sozialen Zustand des Menschen.
Kant übernimmt hierbei Ideen von Rousseau und Hobbes:
- Von Hobbes übernimmt er den Begriff der Natur als „Krieg aller gegen alle“.
- Von Rousseau übernimmt er die Idee des „allgemeinen Willens“ als Meister der Souveränität.
Ein Staat sollte feststellen, dass alle freien Länder durch eine Vereinbarung vereint sind. Dies verhindert die Entstehung einer Diktatur. Das Ergebnis dieser Union wird ein Weltbürgerrecht (cosmopolita) genannt. Das staatliche Recht garantiert universelle Gastfreundschaft, um den Krieg zu beenden.
Politische Organisation und Föderation
Der Friede ist an eine politische Organisation durch eine Föderation gebunden. So wird ein guter Wille erforderlich, um jeden Staat frei zu machen. Die erste Bedingung für die Möglichkeit des ewigen Friedens zwischen den Staaten ist eine republikanische Verfassung. Diese basiert auf Repräsentativität und der Gewaltenteilung.
Diese Verfassung ist das Ergebnis des Sozialvertrags, der den Schutz unveräußerlicher universeller Rechte (Freiheit und Gleichheit) sucht. Laut Kant führt die Untersuchung der republikanischen Verfassung zum ewigen Frieden. Sie beruht auf:
- Dem repräsentativen System.
- Der Gewaltenteilung.
- Freiheit und Gleichheit (als angeborene Rechte betrachtet).
Nur das Individuum kann dem Gesetz unterworfen werden, das es selbst mitgeschaffen hat, wobei es durch Delegierte vertreten wird. Freiheit bedeutet hier, nur den eigenen Gesetzen zu gehorchen.
Repräsentation versus Despotismus
Ein repräsentatives System setzt voraus, dass das Staatsoberhaupt nicht einfach entscheidet, was es für die Bürger als akzeptabel erachtet, während es deren Interessen ignoriert (was in Despotismus münden würde). Aus der Existenz des repräsentativen Systems folgt die Teilung der Gewalten (Exekutive und Judikative), um den Willen der Bürger zu vertreten und sicherzustellen, dass dieser erfüllt wird.
Dies ist das regulative Prinzip des Staates: Gesetze sind nur dann gerecht, wenn das Volk ihnen seine Zustimmung geben könnte. Despotismus tritt auf, wenn keine Differenzierung zwischen der Legislative und der Exekutive besteht und der Staatschef der Eigentümer der Bürger ist.
Regierungsformen in Bezug auf die Bürger
- Republikanisch: Respekt für die Trennung der Zuständigkeiten und Aufgaben der Macht; die Vertreter respektieren den Willen der Bürger.
- Despotisch: Die Mehrheit stellt keine Regeln auf; es wird willkürlich im eigenen Interesse gehandelt (willkürliche Anwendung des Gesetzes).