Kants Kritik der Metaphysik und die Theorie des Wissens
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Was ist Metaphysik?
Die Metaphysik versucht, das Wesen der Realität jenseits der unmittelbar bereitgestellten Informationen zu erfassen. Sie beinhaltet die Annahme, dass die Vernunft grundlegendes Wissen vermitteln und die Wahrheit erfahren kann. Das Wissen über die Realität stammt in der Metaphysik a priori.
Die Erkenntnistheorie beschäftigt sich mit dem experimentellen Wissen, das aus der sinnlichen Erfahrung stammt, und spricht über das Wesen der Objekte, die Ursachen aller Wesen und die Beziehungen zwischen ihnen.
Kants Kritik an der traditionellen Metaphysik
Die spekulative Metaphysik geriet ins Chaos, da ihr die notwendige Begründung fehlte und sie ihre Prinzipien nicht auf Erfahrung stützte. Der metaphysische Fortschritt war von Widersprüchen durchzogen, was ihn behinderte. Dies veranlasste Kant, das Problem der Metaphysik durch die Analyse ihrer Grundsätze aufzuwerfen.
Im Gegensatz zur Metaphysik hatte die Wissenschaft einen sicheren Weg gefunden. Ein Teil von Kants Forschung konzentrierte sich daher auf die Möglichkeit der Erfahrung und deren Bedeutung, da die Erfahrung die Wissenschaft von der Metaphysik unterscheidet.
Kant stellte fest, dass die Metaphysik in ihrer bisherigen Form scheitert. Er untersuchte, warum metaphysische Behauptungen nicht begründet werden können, während die Wissenschaft und ihre Inhalte qualifiziert sind.
Kants Unterscheidung der Metaphysikbegriffe
Kant unterschied verschiedene Bedeutungen des Begriffs Metaphysik:
- Transzendentale Metaphysik: Die Untersuchung der Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung und Wissen.
- Die natürliche metaphysische Haltung: Die angeborene Neigung des Menschen, über alles nachzudenken und absolutes Wissen zu erlangen. Aus dieser Haltung entstehen Reflexion, Denken, Wissen, Wissenschaft und Philosophie.
- Das gesamte philosophische System Kants: Kant bezeichnete sein gesamtes kritisches System als Metaphysik, da es auf der Existenz von Erkenntniselementen basiert, die unabhängig von der Erfahrung sind (a priori).
Die erkenntnistheoretische Kritik kann somit als eine Überprüfung der Ansprüche der traditionellen Metaphysik und als die Schaffung einer neuen Theorie des Wissens verstanden werden. Diese Kritik richtet sich gegen traditionelle metaphysische Objekte, die jenseits der natürlichen Welt liegen und nicht notwendigerweise zur Welt der Erfahrung gehören.
Was ist Wissen? Kants Erkenntnistheorie
Kants Erkenntnistheorie ist ein Versuch, die Gültigkeit und den Wert von Erkenntnisansprüchen zu bestimmen. Für Kant entsteht Wissen in einem doppelten Prozess, an dem zwei „Agenten“ beteiligt sind: die Erfahrung (Sinnlichkeit) und der Verstand (kreative Arbeit).
Die Bedingungen des Wissens
Die Bedingungen des Wissens hängen vom Subjekt und dem Objekt ab: dem erkennenden Subjekt und dem Gegenstand außerhalb des Subjekts. Auf jeder Stufe des Wissens gibt es eine Reihe von Bedingungen, die den eigentlichen Gegenstand des erkennenden Subjekts konstituieren. Diese werden als formale Bedingungen und a priori-Komponenten der Sinnlichkeit und des Verstandes bezeichnet.
Kants Erkenntnistheorie zielt darauf ab, zu rechtfertigen und zu erklären, wie diese Bedingungen auf jeder Ebene des Wissens wirken. Diese Untersuchung wird als Transzendentalphilosophie bezeichnet.
Wahre Erkenntnis beginnt in der Empfindung, muss aber unter bestimmten, dem Gegenstand fremden Bedingungen geordnet werden. Dies geschieht in zwei Stufen:
- Die Ebene der Sensitivität (Sinnlichkeit)
- Die Ebene des Verstandes (Wissenschaft)
Die Metaphysik muss ihre Ansprüche aufgeben, wenn sie nicht den Bedingungen der möglichen Erfahrung entspricht.
Kants Suche nach dem moralischen A priori
Kant untersuchte auch die moralischen, politischen und rechtlichen Aspekte des Menschen – alles, was die strikt natürlichen und wissenschaftlichen Bereiche transzendiert und sich auf Werte, Präferenzen und Interessen bezieht.
Der Grund für diese neue, geregelte Methode war die Suche nach einer Grundlage für das ethische Leben der Menschen, um die Existenz eines moralischen a priori zu garantieren. Dies basierte auf dem Wunsch, ein universelles Prinzip zu finden, das für die gesamte menschliche Moral gültig ist.