Kants Kritik: Die Möglichkeit der Metaphysik als Wissenschaft
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I.1. Die Möglichkeit der Metaphysik als Wissenschaft
Die Bedingungen wissenschaftlicher Erkenntnis
Die Metaphysik, wie sie vor Kant existierte (die rationalistische Metaphysik nach Wolff), nahm die Mathematik als Ideal der Wissenschaft. Philosophie wurde als deduktive Aktivität verstanden, die auf der reinen Vernunft basierte. Kant verteidigte zunächst diese Art der Philosophie, wollte jedoch bald ein neues Fundament für die Metaphysik finden.
Es wurde versucht, philosophische Systeme dogmatisch (mit reiner Vernunft) zu erarbeiten, doch alle scheiterten. Sie brachten weder Fortschritt noch Einigkeit unter den Forschern, was zwangsläufig in die Skepsis führte. Kant hielt es für das Interesse eines jeden Menschen, die Vernunft über sich selbst, ihre Tragweite und ihre Grenzen zu befragen – ein „kritisches Organ“ des Wissens.
Die Notwendigkeit der kritischen Prüfung
Es ist dringend notwendig, die Frage aufzuwerfen, ob Metaphysik als Wissenschaft überhaupt möglich ist. Die wesentliche Aufgabe besteht darin, ihre Grundsätze und Grenzen zu klären. Kant glaubte, dass die Fehler aus einer „Überhebung“ der Vernunft stammten: Sie hielt ihre eigenen Grenzen nicht ein und versuchte, Erkenntnisse jenseits aller Erfahrung zu gewinnen (der dogmatische Gebrauch der Philosophie).
Anstatt die Grenzen zu ignorieren, hofft Kant durch Kritik zwei Vorteile zu erhalten:
- Vermeidung weiterer Fehler durch das Aufzeigen der menschlichen Unfähigkeit, reine metaphysische Erkenntnis zu erreichen.
- Sicherung eines verständlichen Niveaus, um die Ansprüche von Atheismus, Materialismus und Determinismus zu entkräften (der kritische Gebrauch der Vernunft).
Transzendentale Bedingungen
Das grundlegende Problem ist zu klären, ob Metaphysik als Wissenschaft möglich ist. Dazu müssen wir die Bedingungen untersuchen, die eine Wissenschaft überhaupt erst ermöglichen, und prüfen, ob die Metaphysik diesen entspricht. Dabei unterscheiden wir zwei Arten von Bedingungen:
- Empirische Bedingungen: Diese sind kontingent (zufällig).
- A-priori-Bedingungen: Diese sind notwendig, allgemein und werden als transzendental bezeichnet (nicht zu verwechseln mit „transzendent“, was jenseits der Erfahrung liegt).
Die a-priori-Bedingungen sind der Erfahrung vorausgehend, da sie diese erst ermöglichen. Da empirische Aspekte hier nicht von Interesse sind, erfordert die Kritik der reinen Vernunft eine Untersuchung ihrer notwendigen und universellen transzendentalen Bedingungen.