Kants Metaphysik: Das kritische Problem der Erkenntnis
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Das kritische Problem der Metaphysik nach Kant
Das kritische Problem, die wieder aufgeworfene Frage, findet sich in der Vorrede zur zweiten Auflage: Während die Logik, Mathematik, Physik und die Naturwissenschaften den sicheren Weg der Wissenschaft gefunden haben, ist dies der Metaphysik – der ältesten von allen – bisher nicht gelungen. "Es besteht daher kein Zweifel daran, dass ihr Verfahren bisher nur ein Tasten war und, was noch schlimmer ist, auf bloßen Begriffen beruhte. Woran liegt es also, dass die Metaphysik noch nicht den sicheren Weg der Wissenschaft gefunden hat?"
Metaphysik und die Erfahrung
Im Gegensatz zu anderen Wissenschaften hat die Metaphysik versucht, die Erfahrung zu transzendieren und ein Wissen über Entitäten wie Gott, die Seele und die Welt als Ganzes anzubieten, basierend auf Konzepten "a priori", d. h. unabhängig von der Erfahrung.
Die Quellen der Erkenntnis
"Es besteht kein Zweifel, dass all unsere Erkenntnis mit der Erfahrung beginnt", sagt Kant im ersten Absatz der Einleitung der "Kritik der reinen Vernunft" und fügt im zweiten Absatz sofort hinzu: "Aber obgleich alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anfängt, so entspringt sie darum doch nicht alle aus der Erfahrung."
Anders als die Rationalisten und Empiristen behaupteten, für die es jeweils nur eine Quelle des Wissens gab (entweder die Vernunft oder die Erfahrung), gibt es für Kant zwei Quellen der Erkenntnis:
- Die Sinnlichkeit (Empfindlichkeit), welche durch die Erfahrung den Stoff der Erkenntnis liefert.
- Der Verstand (das Verständnis), welcher der Erkenntnis die Form gibt, unabhängig von der Erfahrung.
Wir können daher von A-priori-Wissen und A-posteriori-Erkenntnis sprechen.
Sinnlichkeit und Verstand im Detail
Die Sinnlichkeit ist die Quelle all unserer Anschauungen. Wenn wir die Sinnlichkeit ignorieren, sagt Kant, können wir keine Anschauung haben. Der Verstand ist das Vermögen, das es uns erlaubt, die Sinne zu ordnen, d. h. zum Objekt eine Beziehung herzustellen. Da es keine Möglichkeit gibt, außerhalb der Intuition zu erkennen, ist das Verstandeswissen begrifflich und diskursiv. Die Sinnlichkeit liefert die Anschauungen für das Wissen, der Verstand die Konzepte.